"Tauschen immer noch Federn": So lief die McLaren-Premiere in der DTM

Hätte das neue McLaren-Team Dörr beim DTM-Debüt Platz sechs einfahren können? Wie turbulent der Auftakt war und wieso man vor dem Lausitzring zuversichtlich ist

(Motorsport-Total.com) - Beim DTM-Debüt in Oschersleben kämpfte das neue McLaren-Team Dörr Motorsport trotz der winkeligen Kurven, die dem 720S GT3 nicht wirklich behagen, wacker im Mittelfeld mit. Das gibt dem Team nun Zuversicht, auch auf dem Lausitzring, der eine ähnliche Charakteristik aufweist, für eine Überraschung zu sorgen.

Titel-Bild zur News: Clemens Schmid

Von wegen Nachzügler: Clemens Schmid hielt beim McLaren-Debüt wacker mit Zoom

"Ich nehme an, dass wir jetzt einen Weg gefunden haben, mit dem wir das Auto da rumbringen", sagt Clemens Schmid im Gespräch mit Motorsport-Total.com über die Lausitzring-Kurven. "Für die Top 3 wird es vielleicht nicht reichen, aber die Top 10 sollten möglich sein."

Dabei kämpfte das Team in Oschersleben zunächst noch mit massivem Untersteuern, das man dem McLaren aber austreiben konnte. "Wir haben eine brutale Lernkurve hingelegt, viel am Auto gefunden und sind immer schneller geworden", bestätigt Schmid.

Noch kein Feintuning beim Set-up

Eine Entwicklung, die auch die Zahlen bestätigen: Im Samstags-Qualifying war Schmid noch 15., am Sonntag startete er nach einer Änderung der Balance of Performance mit 15 Kilogramm weniger von Platz elf. "Am Sonntags war die Pole-Zeit um vier Zehntel langsamer als am Samstag, aber wir sind im Prinzip die gleiche Rundenzeit gefahren", erklärt der Österreicher, der den Trend nicht auf die Einstufung zurückführt. "Wir haben einiges dazugelernt."

Teammanager Robin Dörr bestätigt, dass das Team beim Set-up immer noch große Sprünge macht. "Wir tauschen an einem Rennwochenende Federn, während die anderen Dämpfer-Klicks machen", sagt er im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

Wieso in Oschersleben Platz sechs möglich gewesen wäre

Dennoch wäre am Sonntag laut Schmid sogar Platz sechs statt Platz zwölf möglich gewesen. Denn in der Anfangsphase lag der GT3-Routinier auf Platz zehn vor Schubert-BMW-Pilot Rene Rast, der Schmid nach dem Stopp voll ins Heck donnerte. "Er ist mir draufgefahren, weil ich keinen Gang reingebracht habe", sieht Schmid keine Schuld bei Rast.

Danach funktionierte das Getriebe wieder, doch beim McLaren kam es zu Bremsproblemen. Und so konnte Schmid den beschädigten Winward-Mercedes von Landsmann Lucas Auer nicht attackieren, hielt sich aber vor Champion Thomas Preining.

"In der Anfangsphase waren wir vor Rene, der dann Sechster wurde, also hätten wir dort ohne Probleme landen können", ist er überzeugt. "Denn vor dem Stopp waren wir schneller als er." Am Ende musste Schmid aber mit Platz zwölf zufrieden sein, denn sein Bolide blieb kurz nach der Ziellinie stehen.


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Ursache war laut Angaben des Teams ein defekter Kurbelwellen-Sensor, der bereits den Auffahrunfall durch Rast verursacht hatte.

Warum Ben Dörr das linke Hinterrad verlor

Schon am Tag davor strandete ein Dörr-McLaren auf der Strecke, allerdings erreichte Rookie Ben Dörr ohne das linke Hinterrad nicht mehr die Ziellinie, sondern löste die Full-Course-Yellow-Phase aus, die Marco Wittmann in Front brachte. Was nach einem Fehler der Boxencrew aussah, stellte sich aber später als unglückliche Verkettung der Umstände heraus.

"Der Mechaniker hat das Rad festgezogen, aber bei einer Schraube des Bremsentopfes ist der Kopf abgebrochen", erklärt Teammanager Robin Dörr. "Der hat sich dann beim Stopp zwischen Bremsentopf und Felge verkeilt. Dadurch gab es Spiel - und die Mutter hat sich gelöst."

Dass es nicht an der Boxencrew lag, konnte das Team der Rennleitung beweisen. Zudem hätte das Rad keine vier Runden gehalten, wäre es nicht ordentlich angeschraubt gewesen.

Seitdem haben Schmid und Dörr je zwei Testtage in Spielberg und am Lausitzring absolviert - und dürfen bis zum Saisonende nur noch zweimal testen. Das Testkontingent früh zu nutzen, ergibt für die Neulinge Sinn, da man so schneller Fortschritte macht. "Und so bleiben wir einfach in unserer Routine", sagt Teammanager Robin Dörr.

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