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So reagiert die DTM auf das neue Formel-1-Superlizenz-System

Ab 2016 qualifizieren sich Fahrer über ein Punktesystem für die Formel-1-Superlizenz, aber in der DTM gibt's nichts zu holen: Reaktionen aus dem Fahrerlager

(Motorsport-Total.com) - Wer Formel 1 fahren will, braucht Punkte. 40 an der Zahl, erworben über drei Jahre in diversen Rennserien. Ab 2016 erhält ein Pilot nur auf diesem Weg die Superlizenz, die zur Teilnahme an Formel-1-Veranstaltungen berechtigt. Und für DTM-Fahrer wird das zu einem Problem: Der Automobil-Weltverband (FIA) hat die DTM nicht als Rennserie nominiert, in der Superlizenz-Punkte gesammelt werden können.

Pascal Wehrlein

Aufsteiger: Pascal Wehrlein fuhr in der DTM und wechselte als Testpilot in die Formel 1 Zoom

Das bedeutet zum Beispiel: Ein Karriereverlauf wie der von Paul di Resta ist in Zukunft nicht mehr möglich. Der Rennfahrer aus Schottland war von 2007 bis 2010 in der DTM angetreten, ehe er zur Saison 2011 als Stammfahrer in die Formel 1 wechselte (Paul di Resta in der DTM-Datenbank!). Doch weil die DTM nicht an das ab 2016 gültige Superlizenz-System angeschlossen ist, bleibt anderen Piloten ein solcher Werdegang verwehrt.

Ein Rennfahrer müsste demnach künftig parallel zu einem Engagement in der DTM auch in anderen Rennserien antreten, um sich die nötigen Punkte für die Formel-1-Superlizenz zu sichern. Was Gary Paffett (zur Datenbank!), früher Testpilot bei Formel-1-Rennstall McLaren, nicht nachvollziehen kann. "Theoretisch finde ich das System gut", sagt er bei 'Reuters'. "Ich halte es aber für falsch, Serien wie die DTM außen vor zu lassen."

Paffett hält DTM für ideales Sprungbrett

Paffett erklärt: "Als ich 2005 den DTM-Titel gewonnen habe, war das mein drittes Jahr in der Rennserie. Und ich hatte eine gute Chance, im Jahr darauf ein Cockpit in der Formel 1 zu erhalten. Aber mit diesem neuen System wäre dergleichen nicht möglich. Denn mit meinen drei Jahren in der DTM hätte ich gar keine Punkte für die Superlizenz geholt. Ich finde daher, das System muss überarbeitet werden."


Fotostrecke: DTM, Formel 1 und wieder zurück

In der DTM, so Paffett, könne sich ein Fahrer schließlich enorm weiterentwickeln. "Es ist eine Rennserie, in der du als Pilot viel lernen kannst. Du repräsentierst einen Hersteller und fährst Autos mit viel Abtrieb und Leistung, triffst auf viele gute Fahrer. In der DTM lernst du einfach auf einem sehr hohen Niveau", meint der Brite. Das neue Formel-1-Superlizenz-System solle dem Rechnung tragen.

Empfinden das die in der DTM engagierten Hersteller Audi, BMW und Mercedes genauso? Eine gute Frage, auf die es bisher keine Antwort gibt. Auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' wollten sich die Marken nicht dazu äußern. Vor allem Mercedes hat die DTM aber zuletzt verstärkt als "Kaderschmiede" genutzt. Das jüngste Beispiel ist der Aufstieg von Pascal Wehrlein (zur Datenbank!) zum Formel-1-Testfahrer.

Wehrlein erleichtert: Er hat seine Superlizenz schon...

"Zum Glück", sagt der junge Deutsche im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com', "habe ich meine Superlizenz schon. Ich habe sie erworben, weil ich im Vorjahr zwei Testfahrten hatte." Das entspricht dem bis 2015 gültigen Fahrplan zum Formel-1-Führerschein, den es ab 2016 nicht mehr gibt. Wehrlein könnte auf absehbare Zeit also der letzte DTM-Pilot sein, den der Sprung in die Formel 1 gelingt.

"Es ist zwar nicht mehr mein Problem, aber ich finde es schade, dass die DTM dabei nicht berücksichtigt wird", sagt Wehrlein über das neue Superlizenz-System. Er verweist auf seinen Mercedes-Markenkollegen di Resta: "Er hat die DTM gewonnen, ist dann in die Formel 1 gekommen und war dort sehr gut unterwegs. Vielleicht wird das System ja noch geändert, aber damit beschäftige ich mich nicht mehr."

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