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Nick Cassidys Schlüssel zum ersten DTM-Sieg: "Eau Rouge mit kalten Reifen voll"

Nick Cassidy hielt auf dem Weg zum ersten Sieg in der DTM Sheldon van der Linde in Schach: Er wusste, er hatte nur eine Chance, den BMW hinter sich zu halten

(Motorsport-Total.com) - Nick Cassidy hat es geschafft: Beim Sonntagsrennen in Spa-Francorchamps stieg auch der AF-Corse-Ferrari-Pilot in den Reigen der DTM-Rennsieger auf. Doch der Neuseeländer musste für seinen Premierenerfolg hart arbeiten.

Nick Cassidy, Sheldon van der Linde

Nick Cassidy hielt sich in Spa Sheldon van der Linde vom Leib Zoom

Zur Schlüsselszene wurde der Stopp, der ihn an den bis dato Führenden Sheldon van der Linde vorbeigebracht hat. Beim Schubert-BMW-Pilot klappte der Reifenwechsel nicht reibungslos. Van der Linde verlor drei Sekunden. "Ich wusste, dass wir dort viel Zeit verloren haben, und auch, dass Nick vor dem Stopp sehr schnell war", so der Südafrikaner.

"Ich wusste, dass es eng sein würde, aber ich wusste nicht, ob er schon vor mir liegen würde." Genau das tat Cassidy jedoch nach der Boxenausfahrt. Nun kam der nächsten halben Runde entscheidende Bedeutung zu - und das Duo präsentierte den Zuschauern an der Strecke und vor dem Fernseher ein hochkarätiges Rad-an-Rad-Duell.

Eau Rouge: Nick Cassidy geht volles Risiko

"Dann habe ich diese gutaussehende rote Maschine in meinem Rückspiegel gesehen, die auf mich zugekommen ist. Ich habe gesagt: 'Jetzt muss ich Eau Rouge auf kalten Reifen voll nehmen, sonst kriegt er mich.' Es hat geklappt, aber es war eng", blickt Cassidy auf die entscheidenden Meter nach der Boxenausfahrt zurück.

Und van der Linde? Der musste im entscheidenden Moment lupfen und konnte so den Topspeed-Vorteil des BMW M4 GT3 nicht ausnutzen. "Er sagt, er konnte sie [Eau Rouge] voll fahren. Ich nicht, denn ich habe vorne Abtrieb verloren. Von daher musste ich leider ein wenig mehr lupfen als gewollt", erzählt der Südafrikaner nach dem Rennen.


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"Ich bin in Kurve 5 neben ihn gekommen, habe es außen versucht. Er hat mir genug Platz gelassen, Respekt dafür. Er hätte mich leicht abdrängen können. Es ist hart für mich, denn ich wollte auch gewinnen, aber gleichzeitig wollte ich nicht zu viel riskieren und ein Podium wegwerfen. In dieser Phase ist es wichtig für mich, so viele Punkte wie möglich zu holen."

Für Cassidy, der sich auch mit kalten Reifen behaupten konnte, war das Duell zunächst jedoch noch nicht beendet. "Danach sind meine Reifen nicht so gut auf Temperatur gekommen, wie ich das erwartet hätte. Er war in Sektor 2 und 3 immer noch ein wenig stärker als ich. Aber ich konnte es halten", so der AF-Corse-Ferrari-Pilot.

Kalte Reifen zwei Runden lang ein Thema

Die zwei Runden nach dem Boxenstopp beschreibt er als "wohl die schwierigsten". Danach sah es nach einem souveränen Sieg für Cassidy aus, doch in der Schlussphase musste er nochmal zittern. Nach einer späten Full-Course-Yellow, ausgelöst durch den ausgefallenen Rene Rast, wurde das Rennen für die allerletzte Runde nochmal freigegeben.


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"Das Shootout stand definitiv nicht auf der Wunschliste", scherzt Cassidy. Doch auch hier konnte er sich gegen van der Linde durchsetzen. "Er ist [wieder] sehr gut durch Eau Rouge gekommen und wie gesagt, dort ist es sehr schwer, mit unserem Auto nah dran zu bleiben, denn wir verlieren dort viel Abtrieb", so der Meisterschaftsführende.

"Das hat uns die Chance in Kurve 5 gekostet." Und besiegelte den ersten DTM-Sieg des Nick Cassidy endgültig. Dessen Freude war nach der Zieldurchfahrt entsprechend groß: "Ich bin jetzt schon lange in dieser Meisterschaft. Ich war aber nie für eine volle Saison hier, sondern hatte immer nur einzelne Auftritte. Und ich weiß, wie hart diese Meisterschaft ist."

"All diese Jungs sind Weltklasse-Fahrer. Mitzumischen ist eine Sache, aber um den Sieg zu kämpfen ist noch spezieller." Cassidy, durch seine Erfolge vor allem in Japan (Meister 2017 und Vizechampion 2018/2019 in der Super GT sowie Vizemeister 2018 und Champion 2019 in der Super-Formula) ein Star, ist damit endgültig in der DTM angekommen.

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