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"Überrascht, wie hart Rene fuhr": Rast-Strafe in Rückversetzung umgewandelt

Bitteres Aus für Rene Rast nach der Pole - und jetzt auch noch Grid-Strafe: Wie er die Kollision mit Cassidy sah und wieso und der Reifenschaden damit nichts zu tun hatte

(Motorsport-Total.com) - Für Rene Rast hatte der Sonntag mit der Pole und drei Punkten so gut begonnen, doch dann ging es steil bergab: Zuerst erhielt er für die Kollision mit dem späteren Sieger Nick Cassidy bei der Anfahrt zu La Source eine Fünf-Sekunden-Strafe, später schied er auch noch mit einem Reifenschaden aus (hier geht's zum Rennbericht).

Nick Cassidy und Rene Rast duellieren sich in Eau Rouge beim DTM-Sonntagsrennen in Spa-Francorchamps 2022

Elektrisierendes Duell: Nick Cassidy kämpft gegen Rene Rast in Eau Rouge Zoom

Und dann wurde die Fünf-Sekunden-Strafe von den Sportkommissaren auch noch in eine Rückversetzung beim Samstagsrennen in Spielberg um drei Startplätze umgewandelt, weil Rast diese im Rennen nicht antreten konnte.

Aber war die Strafe für den Zusammenprall in Runde sieben, als der innen fahrende Rast plötzlich nach außen zog, um eine bessere Linie für die Haarnadel zu haben und Cassidy traf, gerechtfertigt? "Wir haben uns leicht berührt vor Turn 1, aber das ist aus dem Auto immer so schwer einzuschätzen, wo der Gegner direkt ist", rechtfertigt sich Rast bei 'ran.de'.

Rast: "Die Strafe wird gerechtfertigt sein"

"Aber im Endeffekt wird das gerechtfertigt sein", akzeptiert er die Strafe. "Wir hatten einen sehr harten, aber meistens fairen Kampf. Wir hatten für mehr Strafen plädiert, die habe jetzt ich abbekommen", spielt der Abt-Audi-Pilot auf seine eigene Kritik an den Driving-Standards nach dem Nürburgring-Wochenende an.

Auch Sieger Cassidy hielt sich mit Schuldzuweisungen nach dem Rennen zurück. "Ich war ziemlich überrascht, wie hart er heute gefahren ist, aber ich hoffe, es war eine gute Show", meinte der Neuseeländer.

Wie er die Kollision im Kampf um Platz zwei erlebte? "Ich war überrascht. Ich habe gespürt, dass er mich vor der Kurve getroffen hatte. Das war ein harter Treffer auf der rechten Seite", so Cassidy bei 'ran.de'. "Ich dachte, dass vielleicht irgendwas verbogen ist." Er sei danach "einfach sehr dankbar" gewesen, dass sein Ferrari 488 GT3 Evo dabei unbeschädigt blieb.

Cassidy beeindruckt von Rad-an-Rad-Duell durch Eau Rouge

Das Duell ging weiter durch Eau Rouge und ans Ende der Kemel-Geraden, wo sich Cassidy auf der Innenbahn vorbeischob. "Es war sehr wichtig, ihn in diesem Moment zu überholen", sagt er. "Rein in Eau Rouge war er wirklich stark. Er blieb in Eau Rouge auf der Außenbahn - da war ich wirklich beeindruckt. Ich dachte, da krieg ich ihn. Dann sind wir auch Seite an Seite runter nach Les Combes gefahren."

Dass Rast für den Stoß auf Start-Ziel später eine Zeitstrafe erhalten hatte, wusste Cassidy gar nicht. "Wirklich?", meinte er nach dem Rennen. Um ein endgültiges Urteil abzugeben, wollte er sich die Wiederholung noch einmal ansehen.

Zwei Zwischenfälle bei Rast: Zuerst Verwarnung, dann Strafe

Tatsache ist aber, dass Rast bereits vor der Zeitstrafe eine Verwarnung wegen eines Verstoßes gegen die Driving-Standards im Duell mit Cassidy erhielt. Dabei handelte es sich laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' um zwei unterschiedliche Situationen. Renndirektor Scot Elkins hatte Rast also schon am Radar, als dieser Cassidy ins Auto fuhr.

Aber hat sein Ausfall wegen des Reifenschadens links hinten in der 18. Runde etwas mit dem Zusammenprall mit Cassidy zu tun? "Nein, das war eine andere Situation", stellt Rast klar. "Ich habe mich mit Nick nur vorne leicht berührt. Und hinten links hatte ich einen Reifenschaden. Der Reifenschaden ist im Endeffekt durch die Kompression in der Eau Rouge passiert. Daher leider kein guter Tag."

Warum Rast-Ausfall nichts mit Berührung zu tun haben kann

Ein Zusammenhang ist auch deshalb komplett auszuschließen, dass Rast in der Runde nach dem Zwischenfall seinen Boxenstopp absolvierte und frische Reifen aufziehen ließ. Die Strafe wurde erst danach ausgesprochen, weshalb die fünf Sekunden zu seiner Zeit dazu addiert worden wären.


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Da er kurz vor dem Ausfall den viertplatzierten Bernhard-Porsche-Piloten Thomas Preining im Genick hatte, hätte er sich vermutlich mit kleineren Punkten zufriedengeben müssen.

In der Meisterschaft liegt Rast nun mit 34 Punkten Rückstand auf Sheldon van der Linde auf dem dritten Platz - und jetzt kommt mit Spielberg auch noch die Audi-Angststrecke. "Es sind noch vier Rennen und es kann noch alles passieren, aber es wird schwer", so Rasts Einschätzung im Titelkampf. Zu diesem Zeitpunkt wusste er aber noch nichts von seiner Rückversetzung.