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"Im Formelsport gibt es nur Feinde": Schumacher überrascht DTM-Offenheit

Wieso David Schumacher nach dem Wechsel von der Formel 3 in die DTM einen Kulturschock erlebte, womit er noch hadert und wie ihm die Teamkollegen helfen

(Motorsport-Total.com) - David Schumacher erlebt dieses Jahr einen echten Kulturschock: Denn nicht nur die GT3-Autos der DTM sind völlig anders zu fahren als die Formel-3-Boliden, sondern auch der menschliche Umgang unterscheidet sich wie Tag und Nacht. Im Formelsport gebe es "die größten Kämpfe unter Teamkollegen", erzählt der 20-jährige Sohn von Ralf Schumacher im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

David Schumacher, Maximilian Götz

David Schumacher (m.) mit Maximilian Götz (li): Offener Austausch in der DTM Zoom

"Im Grunde spricht man nicht miteinander. Mein Vater hat mir gesagt: 'Im Formelsport gibt es keine Freunde, nur Feinde.' Das ist hier eine ganz andere Herangehensweise. Klar, am Ende sind wir immer noch Konkurrenten, denn wir fahren gegeneinander, aber es ist viel offener als im Formelsport."

Im Winward-Team fährt Schumacher, der dieses Jahr erstmals in einem Auto mit Dach Rennen bestreitet, mit Lucas Auer und dem amtierenden Champion Maximilian Götz an der Seite von zwei sehr erfahrenen Teamkollegen. "Ich frage sie immer wieder um Rat - und meistens helfen sie mir auch", erzählt er.

Schumacher: Wieso Götz auskunftsfreudiger ist als Auer

Der 36-jährige Götz sei diesbezüglich auskunftsfreudiger als der 27-jährige Auer, verrät Schumacher. "Er ist schon in einer späteren Phase seiner Karriere und ist ein bisschen offener. Luggi ist hingegen noch ein junger Wilder." Zudem unterscheiden sich die beiden von der Persönlichkeit: Auer sei zwar "sehr nett, aber er ist ein ruhiger Kerl. Manchmal taut er auf - und dann haben wir Spaß."

Doch in welchem Bereich benötigt Schumacher nach der ersten Saisonhälfte die größte Unterstützung? "Ich habe im Vergleich zu meinem Paul-Ricard-Test große Fortschritte gemacht", sagt Schumacher, gibt aber zu, dass es "immer noch Kurven" gebe, "die ich im Auto noch nicht verstehe - zum Beispiel die mit harten Bremspunkten".

Dabei bereite ihm nach wie vor das ABS-System Kopfzerbrechen: "Denn beim ABS reduziert die Technologie deine Geschwindigkeit. Das Bremspedal bewegt sich und der Druck ändert sich. Das geht manchmal auf und ab - und das ist etwas verwirrend für mich, denn ich hatte das nicht im Formelsport. Daran muss ich wirklich noch arbeiten."

Wie der One-Team-Approach von AMG Schumacher hilft

Schumacher profitiert aber nicht nur von den Ratschlägen seiner Winward-Teamkollegen, sondern auch vom sogenannten One-Team-Approach von Mercedes-AMG. Denn dadurch werden die Daten aller Fahrzeuge nach jeder Session offengelegt, zudem lädt der Hersteller Onboard-Videos auf den Server, die dann von allen Teams und Fahrern eingesehen werden können. Mit dem Ziel, die Hersteller-interne Leistungsdichte zu verbessern.

Ein System, das laut Schumacher "definitiv" funktioniert. "Wir haben acht Mercedes-Autos und bekommen immer die Daten von allen. Vor allem für mich als junger Fahrer ist das ein großer Vorteil, dass ich mir acht unterschiedliche Autos anschauen kann. Ich kann die Daten übereinander legen und sehe, wo die anderen besser sind, was sie machen, welchen Fahrstil sie haben."

Auch diesbezüglich ist er aus der Formel 3 anderes gewohnt. "Ich erinnere mich an das Vorjahr, als Prema manchmal eine halbe Sekunde schneller war als wir. Und wir sind einfach nur mit nach unten gezogenen Mundwinkeln dagesessen - und haben uns gefragt: Wie ist das möglich?", erinnert sich der ehemalige Trident-Pilot.

Reifenknappheit bei Michelin trifft Schumacher härter

"Da wäre es schön gewesen, diese Möglichkeit zu haben. Hier öffnet man einfach die Daten - und dann sieht man zum Beispiel die Daten von Maro Engel und kann sich das anschauen. AMG macht da sehr gute Arbeit", bedankt sich Schumacher, der seit Anfang des Jahres bei Mercedes-AMG Juniorenstatus hat, beim Hersteller.

Ein Nachteil ist es dafür, dass DTM-Reifenpartner Michelin wegen der Reifenknappheit aktuell für Tests keine Pneus ausliefert - und daher auch in der Sommerpause keine Testmöglichkeiten bestehen.

"Für mich ist das vielleicht ein größerer Nachteil als für die erfahrenen Jungs", sagt er. "Sie wissen genau, was sie mit diesen Autos machen müssen, steigen ein, fahren ein, zwei Runden - und es passt. An diesen Punkt muss ich erst noch kommen."

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