"Halber Millimeter": Hat Abt van der Lindes mysteriöses Problem gefunden?

Was die Randsteine damit zu tun haben, dass Kelvin van der Linde in Oschersleben nicht in Fahrt kam, und welcher 30-Euro-Defekt Teamkollege Feller vor dem Ziel traf

(Motorsport-Total.com) - Hat das Abt-Team den rätselhaften Fehler gefunden, der Kelvin van der Linde den DTM-Auftakt in Oschersleben verhagelte? Die Traditionsmannschaft, die den Audi R8 LMS GT3 Evo II schon an der Strecke mehrmals erfolglos untersucht hatte, zerlegte den Boliden in Kempten komplett - und entdeckte Auffälligkeiten beim Chassis.

Titel-Bild zur News: Kelvin van der Linde

Kelvin van der Lindes Audi fiel durch ein ungewöhnliches Fahrverhalten auf Zoom

"Wir haben Risse bei zwei, drei Schweißpunkten gesehen", offenbart Abt-Sportdirektor Martin Tomczyk im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Man kann davon ausgehen, dass es daran lag, weil dadurch wird das Chassis ein bisschen weicher."

Die Theorie ergibt Sinn, denn van der Linde hatte laut Tomczyk trotz zahlreicher Set-up-Änderungen "wahnsinniges Untersteuern" und Bremsprobleme. Bei der Untersuchung habe sich gezeigt, dass ein Verbindungsteil, das das Chassis mit dem Frontsplitter verbindet, verzogen war.

Abt-Team hat Schläge durch Randsteine im Verdacht

"Und wenn der Splitter um einen halben Millimeter oder einen Millimeter verstellt ist, dann steht er komplett anders da", erklärt Tomczyk. Grund für das Problem könnten Schläge gewesen sein.

Beim Privattest in Oschersleben eine Woche vor dem Auftakt hatte sich das Fahrzeug laut van der Linde noch perfekt angefühlt. "Oschersleben ist eine ziemlich anspruchsvolle Strecke, was das Kerb-Riding in der Schikane angeht", hat Tomczyk das wilde Räubern über die Randsteine im Verdacht. "Es kann sein, dass dabei das eine oder andere Teil am Chassis in Mitleidenschaft gezogen wird."

"Diese Dinge kannst du am Rennplatz nicht sehen"

Warum man die wahrscheinliche Fehlerquelle erst nach der Rückkehr in die Werkstatt entdeckte? "Diese Dinge kannst du am Rennplatz nicht sehen, weil du das Auto komplett zerlegen müsstest", erklärt Tomczyk. "Einen Kühler baut man nicht aus, weil dann bist du drei Tage lang beschäftigt."

Kelvin van der Linde, Martin Tomczyk

Ratlos in Oschersleben: Kelvin van der Linde und Martin Tomczyk Zoom

In Kempten habe man den Boliden nun komplett auseinandergenommen, gereinigt und überprüft. "Wir gehen davon aus, dass Kelvin das Auto jetzt wieder so fühlt wie er es fühlen muss", sagt Tomczyk.

Zwei Nachtschichten - und ein frustrierter van der Linde

Genau das war in Oschersleben schon am Freitag nicht der Fall, als Kelvin van der Linde im zweiten Freien Training seinem Ärger am Funk mit seinem Renningenieur Luft machte und einen Rückstand von einer Sekunde beklagte: "Kannst du ein Leader sein und mir sagen, was du tun möchtest?"

Das gestaltete sich als schwieriger als erwartet: Die Mechaniker mussten das Auto auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zweimal komplett umbauen und arbeiteten bis nach Mitternacht. Am Sonntag schickte man van der Linde mit einem deutlich veränderten Bodenabstand in das Qualifying - ohne Erfolg.

"Wir haben die Fahrhöhe im Vergleich zu gestern und den vergangenen zwei Jahren um zehn Millimeter geändert - und ich spüre immer noch keine Änderung", zuckte ein ratloser van der Linde bei ran.de mit den Schultern. "Das ist eine harte Situation, denn wir sehen es auf den Daten, aber wir sehen es nicht am Auto."

30-Euro-Defekt: Wieso Feller 200 Meter vor Ziel ausrollte

Nach zwei enttäuschenden zwölften Startplätzen und einem zwölften Platz im ersten Rennen erbte van der Linde am Sonntagnachmittag ausgerechnet den fünften Platz seines Teamkollegen Ricardo Feller, der auf Platz neun durchgereicht wurde, weil sein Motor kurz vor der Zielflagge ausging.


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"Das ist natürlich superärgerlich, dass das ausgerechnet 200 Meter vor der Ziellinie passiert ist", sagt Tomczyk, der weiß, dass Feller ohne das Problem nicht Sechster, sondern Zweiter der Gesamtwertung wäre. Ein defekter Sensor im Motorenmanagement hatte sein Triebwerk irrtümlich abgeschaltet.

"Ein Fühler war leider defekt - es handelt sich um ein 30-Euro-Produkt", sagt Tomczyk. "Das haben wir ausgewechselt, und das Auto schnurrt wieder wie in Kätzchen."

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