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Fehlende Repeater-Lights Ursache für DTM-Startcrashes? "Das ist nicht fair"

Warum die Piloten nach der Startcrash-Standpauke am Norisring Forderungen an die DTM stellen und wie man das Ampel-Problem aus ihrer Sicht lösen könnte

(Motorsport-Total.com) - Nach den zahlreichen Kollisionen beim Start und bei den Re-Starts des Samstagsrennens am Norisring verstärken die Piloten nun ihre Kritik, dass die Startampel nur von den vorderen Rängen aus sichtbar ist - ein Problem, das bereits seit dem Saisonauftakt in Portimao für Unmut sorgt.

Kelvin van der Linde

Nur eine Startampel am Norisring: Wenig später bricht das Chaos aus Zoom

"Die DTM verlangt von uns, dass wir bei diesen Starts nicht aus der Formation ausscheren, aber 70 Prozent des Feldes kann die Ampel nicht sehen - und das ist normalerweise der Grund, warum wir uns aufteilen", erklärt SSR-Porsche-Pilot und GT-Routinier Laurens Vanthoor im Gespräch mit unserem Schwesterportal 'Motorsport.com'.

"Wenn sie also wollen, dass wir uns professionell verhalten, dann sollten auch sie sich professionell verhalten und eine Lösung bieten, damit jeder Fahrer die Ampel sieht - und es kein Glücksspiel ist, denn das ist nicht fair."

Vanthoor: "Man kauft einfach 20 Ampeln und baut sie auf"

Zum Hintergrund: Seit dieser Saison entscheidet beim fliegenden Start nicht mehr der Führende innerhalb des Startkorridors, wann beschleunigt wird, sondern Rennleiter Scot Elkins durch die Ampel. Nachdem sich Fahrer beschwert hatten, sie würden das Grünlicht nicht sehen, erlaubte der US-Amerikaner, schon vor dem Startsignal um eine halbe Wagenbreite versetzt zu fahren.

Ein Zugeständnis, das nach dem Chaos am Samstag zurückgenommen wurde. Zudem wurde beim Fahrerbriefing am Sonntagmorgen harte Strafen angedroht, sollte man sich nicht an die Regeln halten. Und prompt klappte der Start ohne Probleme.

Langfristig fordert Vanthoor aber sogenannte Repeater-Lights - also ein zusätzliches, gleichgeschaltetes Ampelsignal für die hinteren Ränge - ein. "Das ist keine Raketenwissenschaft", sagt der Belgier. "Natürlich kostet es Geld, aber man kauft einfach 20 Ampeln und baut sie an der Mauer bis zur Start-Ziel-Linie auf - und das Problem ist gelöst", so der Porsche-Werksfahrer. "Sie müssen sich darum kümmern."

"Wenn du hinten stehst, ist es ein großes Problem"

Als DTM-Leader Mirko Bortolotti von 'Motorsport-Total.com' auf die Startkollisionen im ersten Norisring-Rennen angesprochen wird, verweist er ebenfalls sofort auf das Problem mit dem Grünlicht. "Das wichtigste ist, dass jeder die Ampel sieht", sagt der Grasser-Lamborghini-Pilot.

"Man muss eine Lösung finden, damit jeder im Feld eine faire Chance hat - und weiß, wann es grün ist. Wenn du in der ersten Startreihe stehst, ist es egal, aber wenn du hinten stehst, ist es wirklich ein großes Problem."


Fotostrecke: DTM-Crashfestival Norisring: So flogen 2022 in Nürnberg die Fetzen

Welche Lösung die richtige sei, "überlasse ich den Verantwortlichen" sagt der Grasser-Lamborghini-Pilot. Sie müsse aber bis zum Auftakt in die zweite Saisonhälfte auf dem Nürburgring in sieben Wochen gefunden werden.

Bortolottis Vorschlag: Incar-Marshalling-System die Lösung?

Langfristig schlägt er vor, dass das Grünlicht neben der Startampel auf dem Display am Lenkrad angezeigt wird. "Es sollte in der heutigen Zeit möglich sein, dass wir ein Incar-Marshalling-System haben, das dir die Ampel im Auto anzeigt", so der in Wien lebende Italiener. "Das haben wir auch in anderen GT-Serien. Da hat man ein zusätzliches Gerät im Auto, das zu 100 Prozent genau ist. Und das würde in diesem Fall sehr helfen."

Dass der Rennleiter das Startsignal über Funk gibt, wie das jetzt schon von einigen Renningenieuren als Hilfeleistung für die Fahrer gemacht wird, hält er nicht für die optimale Lösung. "Wir haben immer wieder Funkausfälle - und dann funktioniert es in diesem Moment nicht", sieht er einen Gefahrenquelle. "Der Start sollte nicht an der Technik scheitern."

Nicht nur die Fahrer, sondern auch Vertreter der Teams und Hersteller sind der Meinung, dass bei der DTM-Dachorganisation ITR Handlungsbedarf herrscht. "Wir haben hier eine topprofessionelle GT-Serie", holt Mercedes-AMG-DTM-Chef Thomas Jäger im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' aus. "Und es ist ganz wichtig, dass wir dafür sorgen, dass alle im Feld die gleichen Bedingungen haben."

AMG-DTM-Chef Jäger: "Muss schnellstens abgestellt werden"

Vor allem das Problem, dass die Piloten schon vor dem Grünlicht aus der Startformation ausscheren und es zu gefährlichen Situation kommt, müsse gelöst werden. "Wenn du nichts sehen kannst, musst du rausfahren, weil sonst hast du einen deutlichen Wettbewerbsnachteil", sagt Jäger. "Dieses Rausfächern muss aber schnellstens abgestellt werden."

Dass die Fahrer über Funk von ihren Renningenieur angeleitet werden, wann die Ampel grün ist, sieht er nicht als Lösung. "Du hast einen gewissen Delay", meint er. "Auf diesem Niveau darf das nicht sein." Aber auch ein Incar-Marshalling-System müsse mit der Ampelanlage gleichgeschaltet sein, "weil sonst hast du bei der Übertragung ins Auto wieder eine gewisse Verzögerung und dann bringt es natürlich nichts".

Die zweite Möglichkeit? "Eine zweite Ampel aufbauen", verweist auch er auf die sogenannten Repeater-Lights. "Das ist die einfachste Lösung." An den Kosten sollte das seiner Meinung nach nicht scheitern. "Das ist ein einmaliges Investment", sagt der ehemalige DTM-Pilot. "Jetzt gehen wir mal davon aus, dass sich die Serie weiterentwickelt, dann mach ich das einmal und habe es die nächsten Jahre."

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