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Danner verteidigt GT3-DTM: "Wieso schadet das deutschem Motorsport?"

Wieso Ex-DTM-Pilot Christian Danner die Warnung von ADAC-Sportpräsident Tomczyk, der GT-Plus-Plan würde dem deutschen Motorsport schaden, für falsch hält

(Motorsport-Total.com) - Wäre eine auf GT3-Autos basierende DTM, wie sie das GT-Plus-Reglement vorsieht, eine Bedrohung für den deutschen Motorsport, weil sie dem GT-Masters den Markt streitig macht? Nicht, wenn es nach Ex-DTM-Pilot und -Formel-1-Pilot Christian Danner geht. Der Bayer hält diesen Vorwurf von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk für völlig ungerechtfertigt.

Christian Danner, Gerhard Berger

Christian Danner und DTM-Boss Berger: Wo liegt Problem mit dem GT-Masters? Zoom

"Wieso schadet es dem deutschen Motorsport, wenn die DTM mit GT3-Autos fährt? Das muss man mir wirklich mal erklären. Das macht überhaupt keinen Sinn", bezieht Danner gegenüber dem TV-Sender 'Sport1' klar Stellung.

Stattdessen ist der Bayer der Meinung, dass eine GT3-DTM eine gute Ergänzung zum ebenfalls mit GT3-Autos stattfindenden GT-Masters wäre. "Es gibt eine erste Bundesliga - das ist die DTM. Und diese erste Bundesliga ist deswegen so wahnsinnig wichtig, weil sie die Plattform jeglichen professionellen Motorsports in Deutschland ist", sagt Danner.

"Warum sollen sich die weh tun? Nein, die ergänzen sich"

"Ich will jetzt nicht sagen, dass im GT-Masters Amateure fahren, aber sobald ich eine zweite Bundesliga habe, gibt es einen definitiven Unterschied zwischen einer Topmeisterschaft und einer etwas breiter aufgestellten."

Einen Konkurrenzkampf zwischen zwei potenziellen GT3-Serien sieht Danner nicht. "Warum sollen sich die weh tun? Nein, die ergänzen sich. Deswegen ist es so wichtig, dass wir ein vernünftiges Reglement finden, damit die DTM als Topmeisterschaft, was sie in Deutschland ist, weiter existieren kann."

Auch DTM-Boss Gerhard Berger wiederholt gegenüber 'Sport1', dass er Tomczyks Ansage, eine GT3-DTM würde "dem deutschen Motorsport schaden", keinesfalls zustimmt. "Das ist ein kompletter Blödsinn", sagt der Österreicher. "Natürlich ist es nicht ganz ideal für seine Geldtasche, wenn es eine zweite Serie gibt. Aber am Ende entscheidet doch der Fan, wo er hingeht. Ich verstehe die Aufregung nicht."

Berger: "Das gelingt uns im Autorennsport am besten"

Ein Verlust der DTM würde hingegen eine enorme Lücke hinterlassen, stellt Berger klar. "Unsere Rennen sind wirklich super. Das große Vorbild ist für mich immer die MotoGP, wo man bis zur letzten Runde nicht weiß, wer gewinnt. Das gelingt uns in der DTM im Automobil-Rennsport am besten."

Auch wenn BMW diese Saison nicht ganz auf Audi-Niveau ist, schwärmt Berger von den bisherigen acht Saisonrennen. "Wir haben acht Rennen hinter uns und fünf verschiedene Sieger. Wir hatten beim letzten Rennen in den ersten vier Sekunden acht Autos, die über die Ziellinie gefahren sind. Wir hatten auch diesmal wieder spannende Rennen. Und die Fans sind uns dankbar."

Das würden auch die TV-Zahlen unter Beweis stellen. "Wir haben Super-Reichweiten und Super-Einschaltquoten", spielt Berger auf die Tatsache an, dass die DTM beim Samstagrennen auf der Lausitzring-Grand-Prix-Strecke am 22. August einen Marktanteil von 8,1 Prozent in Deutschland erreichte. Das ist der zweithöchste Wert in den drei Jahren, in denen die DTM jetzt bei Sat.1 läuft.

Audi: DTM-Aus wäre Ende des deutschen Profirennsports

"Ich glaube, was wir im Motorsport liefern, ist einmalig", sagt Berger. "Und das muss man auch weiterführen." Auch Audi-Sportchef Dieter Gass gibt zu Bedenken, welche Bedeutung die DTM für den deutschen Motorsport hat.

"Wir dürfen nämlich nicht vergessen: Wenn es die DTM nicht mehr gibt, dann würde das bedeuten, dass es keinen professionellen Motorsport mehr gibt in Deutschland", sagt Gass.

"Berger hat es selbst gesagt: Er will eine Meisterschaft mit professionellen Fahrern. Und das benötigt eine Finanzierung. Und wenn wir über Kundenteams sprechen, dann ist die Frage, wie sie sich selbst finanzieren können und wie das mit dem Einsatz eines Profifahrers vereinbar ist. Das ist der große Unterschied zu den Meisterschaften, die es bereits gibt."

Wenn die Finanzierung sichergestellt werden könne, halte er einen Wechsel "auf ein anderes Reglement mit professionellen Fahrern" für eine "sehr gute Idee".

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