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Norbert Haug: Class-1-Aus in der DTM "fürchterlich", aber "begründbar"

Norbert Haug hat sich zum wahrscheinlichen Aus des Class-1-Reglements in der DTM geäußert - Er bedauert das mögliche Ende der Traditionsserie

(Motorsport-Total.com) - "Das ist fürchterlich, wenn sicherlich für die Hersteller auch begründbar." - Das sagt Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gegenüber 'F1-Insider.com' zum wahrscheinlichen Aus des Class-1-Reglements in der DTM. Der frühere Mercedes-Strippenzieher versteht aber, warum die Hersteller sich gegen die aktuelle Philosophie der DTM entschieden haben.

Norbert Haug

Norbert Haug bedauert den Zustand der DTM Zoom

Mit dem Audi-Ausstieg nach der Saison 2020 würde einzig allein BMW als Teilnehmer in der Class-1-DTM übrig bleiben, doch die bayerische Marke hat bereits ausgeschlossen, die Autos in einem Marken-Cup einzusetzen. Damit ist das Aus des aktuellen DTM-Reglements eigentlich besiegelt, weshalb die Zukunft der Serie in den Sternen steht.

Das findet Haug "fürchterlich für den Motorsport im Gesamten, für alle Rahmenserien, für den Nachwuchs, der in der DTM immer ein Zuhause und motivierenden Übungsgrund fand". Er sagt: "Ob [Lewis] Hamilton, [Nico] Rosberg, [Valtteri] Bottas, [Sebastian] Vettel, [Charles] Leclerc, [Max] Verstappen, [Nico] Hülkenberg - sie alle fuhren im Rahmenprogramm der DTM, wie insgesamt rund zwei Drittel des aktuellen Formel-1-Feldes, und jeder dieser Herrschaften weiß , wo Oschersleben ist."

Auch wenn in den vergangenen Jahren zunächst Mercedes, dann Ersatzkandidat R-Motorsport und nun auch Audi den Stecker gezogen haben, weiß Haug, dass die Serie "ein weltweit geschätztes Motorsportformat" geboten hat, "das für Betrachter vor Ort oder in den Medien immer viel mehr zu bieten hatte als nur Brummbrumm."

DTM, Start

Das Class-1-Reglement hat in der DTM wohl ausgedient Zoom

Laut Haug wurde die DTM sogar im Umfeld der Formel 1 immer hochgelobt: "Die DTM war immer viel mehr als eine Rennserie. Sie war Qualitätsbegriff, reflektierte Geisteshaltung, auch Formel-1-Fahrer und -Vertreter schnalzten mit der Zunge, wenn sie voller Begeisterung und Bewunderung von der DTM sprachen."

Deshalb ist sich der ehemalige Mercedes-Motorsportchef auch sicher: "Traurig, aber wahr: Sollte man sie nicht mehr haben, wird man merken, was man an der DTM gehabt hat."

Doch wie könnte es mit der DTM in Zukunft weitergehen? Aktuell wird eine Lösung mit GT3-Boliden angepeilt, jedoch gibt es mit dem GT-Masters bereits eine solche Rennserie in Deutschland und dem Umland unter der Schirmherrschaft des ADAC.


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Deshalb lehnt Haug diese Lösung auch ab: "Zwei parallele GT3-Rennserien beim GT-Masters und in der DTM würde ich nicht als zielführend einschätzen. Aber vielleicht gibt es ja Entwicklungen, die mir nicht bekannt sind."

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' wird der Promoter ITR bis Ende August gleich zwei mögliche Reglements für die DTM-Zukunft beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) einreichen: einmal das Class-1-Modell, das bereits fertig entwickelt ist und wohl pro forma verschickt wird, und einmal ein GT-Plus-Reglement basierend auf GT3-Boliden.

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