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Berger rät Tomczyk nach GT3-DTM-Kritik: "Würde jeden Tag in Kirche gehen"

Wie DTM-Boss Gerhard Berger auf die Warnung von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk reagiert, eine GT3-DTM würde dem deutschen Motorsport Schaden zufügen

(Motorsport-Total.com) - DTM-Boss Gerhard Berger reagiert auf die Warnung von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, eine mögliche GT3-DTM würde "dem gesamten deutschen Motorsport schaden". Das hält der Österreicher für Unsinn. "Es wäre keine Gefahr für den deutschen Motorsport, sondern eine Gefahr für seine Plattform - nur um das richtig zu stellen", verweist Berger schmunzelnd auf das vom ADAC veranstaltete GT-Masters, das seit der Gründung im Jahr 2007 auf GT3-Boliden setzt.

Gerhard Berger, Hermann Tomczyk

Im Clinch: ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk und DTM-Boss Gerhard Berger Zoom

Eine Fortführung der DTM, "egal unter welchem technischen Reglement, wäre großartig für den deutschen Motorsport", widerspricht Berger Tomczyk im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Die DTM ist seit 30 Jahren der deutsche Motorsport - nicht der ADAC Deutschland. 1,2 Millionen Menschen sitzen an einem Wochenende vor dem Fernseher, mit 30.000 bis 50.000 Menschen an der Rennstrecke."

Sollte die DTM tatsächlich kommendes Jahr nicht mehr stattfinden, "dann wäre das positiv für die wirtschaftlichen Interessen von Hermann Tomczyk. Wäre ich also in seiner Position, würde ich jeden Tag in die Kirche gehen und hoffen, dass es mit der DTM vorbei ist."

Ein Gefallen, den Berger dem ADAC-Sportpräsident "ja gerne machen würde", sagt er mit einem Grinsen im Gesicht. "Aber ich bin verantwortlich für die DTM. Und ich bin verantwortlich dafür, vielen deutschen Fans Motorsport zu liefern. Ich versuche mein Bestes, damit es weitergeht und wir den Sport nächstes Jahr wieder zu den Fans bringen können."

Dass es kontraproduktiv sei, nach dem GT-Plus-Konzept ausgerechnet auf die bereits von der Konkurrenzserie genutzten GT3-Boliden zu setzen - und man damit im Revier des anderen wildere -, lässt Berger als Argument nicht gelten. "Wir befinden uns hier auf dem freien Markt - und wir alle müssen uns durchsetzen", sagt der Österreicher. "Das ist das System. Und die Fans entscheiden am Ende."

Wenn GT-Masters und DTM am gleichen Wochenende Rennen austragen, "dann muss man sich nur die Zahlen anschauen", sieht Berger die Angelegenheit nüchtern. "Sie haben 0,5 Prozent Marktanteil im Fernsehen, während die DTM sechs, sieben Prozent hat. Dort sind es 5.000 Menschen an der Rennstrecke, bei uns sind es 30.000. So funktioniert der Markt."

Seine Aussage, das GT-Masters sei eine "Hobby-Rennserie" mit "Hobbyfahrern", hatte Berger kürzlich richtiggestellt. "Ich habe eigentlich Amateurfahrer gemeint", so der DTM-Boss. Dennoch handle es sich bei der deutschen Konkurrenzserie nicht um eine "Profifahrer-Plattform" wie die Formel 1, die DTM oder die Formel E, bleibt er bei seiner Haltung.

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