Berger rät Tomczyk nach GT3-DTM-Kritik: "Würde jeden Tag in Kirche gehen"

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Redaktion
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Berger rät Tomczyk nach GT3-DTM-Kritik: "Würde jeden Tag in Kirche gehen"

Beitrag von Redaktion » Di Aug 25, 2020 5:52 pm

Wie DTM-Boss Gerhard Berger auf die Warnung von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk reagiert, eine GT3-DTM würde dem deutschen Motorsport Schaden zufügen

DTM-Boss Gerhard Berger reagiert auf die Warnung von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, eine mögliche GT3-DTM würde "dem gesamten deutschen Motorsport schaden". Das hält der Österreicher für Unsinn. "Es wäre keine Gefahr für den deutschen Motorsport, sondern eine Gefahr für seine Plattform - nur um das richtig zu stellen", verweist Berger schmunzelnd auf das vom ADAC veranstaltete GT-Masters, das seit der Gründung im Jahr 2007 auf GT3-Boliden setzt.

Eine Fortführung der DTM, "egal unter welchem technischen Reglement, wäre großartig für den deutschen Motorsport", widerspricht Berger Tomczyk. "Die DTM ist seit 30 Jahren der deutsche Motorsport - nicht der ADAC Deutschland. 1,2 Millionen Menschen sitzen an einem Wochenende vor dem Fernseher, mit 30.000 bis 50.000 Menschen an der Rennstrecke."

Sollte die DTM tatsächlich kommendes Jahr nicht mehr stattfinden, "dann wäre das positiv für die wirtschaftlichen Interessen von Hermann Tomczyk. Wäre ich also in seiner Position, würde ich jeden Tag in die Kirche gehen und hoffen, dass es mit der DTM vorbei ist."

Ein Gefallen, den Berger dem ADAC-Sportpräsident "ja gerne machen würde", sagt er mit einem Grinsen im Gesicht. "Aber ich bin verantwortlich für die DTM. Und ich bin verantwortlich dafür, vielen deutschen Fans Motorsport zu liefern. Ich versuche mein Bestes, damit es weitergeht und wir den Sport nächstes Jahr wieder zu den Fans bringen können."

Dass es kontraproduktiv sei, nach dem GT-Plus-Konzept ausgerechnet auf die bereits von der Konkurrenzserie genutzten GT3-Boliden zu setzen - und man damit im Revier des anderen wildere -, lässt Berger als Argument nicht gelten. "Wir befinden uns hier auf dem freien Markt und müssen uns durchsetzen", sagt der Österreicher. "Das ist das System. Und die Fans entscheiden am Ende."

Wenn GT-Masters und DTM am gleichen Wochenende Rennen austragen, "dann muss man sich nur die Zahlen anschauen", sieht Berger die Angelegenheit nüchtern. "Sie haben 0,5 Prozent Marktanteil im Fernsehen, während die DTM sechs, sieben Prozent hat. Dort sind es 5.000 Menschen an der Rennstrecke, bei uns sind es 30.000. So funktioniert der Markt."

Seine Aussage, das GT-Masters sei eine "Hobby-Rennserie", hatte Berger kürzlich richtiggestellt. "Ich habe eigentlich Amateurfahrer gemeint", so der DTM-Boss. Dennoch handle es sich bei der deutschen Konkurrenzserie nicht um eine "Profifahrer-Plattform" wie die Formel 1, die DTM oder die Formel E, bleibt er bei seiner Haltung.

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Formel Heinz
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Re: Berger rät Tomczyk nach GT3-DTM-Kritik: "Würde jeden Tag in Kirche gehen"

Beitrag von Formel Heinz » Mi Aug 26, 2020 10:47 am

Beide haben nicht ganz Unrecht.

Ob der "Markt" überhaupt eine neue große de fakto- GT3-Serie will? Erst recht wenn man sich doch einige Strecken "teilt"? Selbst mit leicht abgewandelten Autos fürchte ich dass man sich da nur gegenseitig Starter wegnimmt. Da hab ich lieber eine starke Serie mit großem Starterfeld statt 2 mit nicht so vielen Startern.

Was Zuschauerzahlen angeht mag die DTM vorn sein, aber allein der Name DTM wird vielen eher bekannt sein als GT Masters.

HeinSpassmann
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Re: Berger rät Tomczyk nach GT3-DTM-Kritik: "Würde jeden Tag in Kirche gehen"

Beitrag von HeinSpassmann » Mi Aug 26, 2020 12:02 pm

Das GT-Masters hat meiner Ansicht nach 2 große Baustellen!

1. Die Vermarktung ist zu schlecht!
Spricht man im, selbst Auto-affinen, Bekanntenkreis vom GT-Masters, schauen einen die meisten Leute fragend an.
Die Serie ist immer noch zu unbekannt, noch dazu nur im Sparten-TV präsent.

2. Seit immer mehr Werksfahrer, und damit widerspreche ich Berger ganz bewusst, im GT-Masters antreten,
ist das Überholen schwerer und die Action geringer geworden.
Gerade die Mischung aus Profi's, wirklich schnellen Amateuren und "Herrenfahrern" machte den Reiz aus.
Bedingt durch unterschiedliche Wechselstrategien kam es zu Überholmanövern, unterschiedlichem Reifenverschleiss und
somit auch zu interessanten Rennen.
Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie das GT-Masters bewiesen hat, dass man in Zandvoort mit so einem Koffer
überholen kann...
Seit ein, zwei Jahren nehmen die Rennen an Dramatik stark ab. Das Feld ist bärenstark, die Leistungsdichte im ersten
Drittel des Feldes recht stark, was die Qualizeiten belegen, aber Überholt wird m.A. nach weniger, weil Profi's eben weniger
Fehler machen und weniger Lücken anbieten.

Besinnen sich beide Serien auf ihre grundsätzlichen Wurzeln, können sie m.A. nach nebeneinander existieren.
- GT-Masters, weiterhin mit GT3, mit einer echten Pro/Am Kombination - aber ohne "Platinum-Amateure"

- DTM mit reinen Profi's, aber dafür größerer Seriennähe, weniger Aero, weniger Helferlein aber brachiale Leistung, die gebändigt werden muss, so dass der Zuschauer von außen erkennt, wer "die Bestie zähmt"! :lol:
Bedeutet für die DTM "offene" GT2 (die haben eh mehr Leistung, als die kastrierten GT3's) ohne ABS, ohne Traktionskontrolle - dann braucht's auch keine bescheuerten "Push to Pass" Buttons.
P.S.: GT2 wegen der reduzierten Aerodynamikbauteile. Die Kurvengeschwindikeiten sinken, der "Popometer" wird wieder wichtiger...

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B#2K
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Re: Berger rät Tomczyk nach GT3-DTM-Kritik: "Würde jeden Tag in Kirche gehen"

Beitrag von B#2K » Fr Aug 28, 2020 10:33 am

HeinSpassmann hat geschrieben:
Mi Aug 26, 2020 12:02 pm
Besinnen sich beide Serien auf ihre grundsätzlichen Wurzeln, können sie m.A. nach nebeneinander existieren.
- GT-Masters, weiterhin mit GT3, mit einer echten Pro/Am Kombination - aber ohne "Platinum-Amateure"

- DTM mit reinen Profi's, aber dafür größerer Seriennähe, weniger Aero, weniger Helferlein aber brachiale Leistung, die gebändigt werden muss, so dass der Zuschauer von außen erkennt, wer "die Bestie zähmt"! :lol:
Bedeutet für die DTM "offene" GT2 (die haben eh mehr Leistung, als die kastrierten GT3's) ohne ABS, ohne Traktionskontrolle - dann braucht's auch keine bescheuerten "Push to Pass" Buttons.
P.S.: GT2 wegen der reduzierten Aerodynamikbauteile. Die Kurvengeschwindikeiten sinken, der "Popometer" wird wieder wichtiger...
Das klingt zu schön um wahr zu sein :naughty:
LG Marcel

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