"Dann löst sich so ein Magnet": Wieso die SSR-Stopps schon wieder schiefliefen

Warum das Lamborghini-Topteam SSR auch in der Lausitz Schwierigkeiten bei den Stopps hatte und wieso der schlechte Start von Nicki Thiim Fragen aufwirft

(Motorsport-Total.com) - Das Lamborghini-Topteam SSR Performance kommt diese DTM-Saison nicht richtig in Schuss: Nach den völlig verpatzten Boxenstopps in Oschersleben und der gründlichen Analyse, deren Ergebnis noch nicht bekanntgegeben wurde, hakte es auch am Samstag auf dem Lausitzring bei beiden Pflichtstopps.

Titel-Bild zur News: Mirko Bortolotti

Boxenstopp-Seuche bei SSR-Team: Auch in der Lausitz hakte es am Samstag Zoom

Nicki Thiim, der durch einen Reifenschaden von Platz drei auf Platz acht zurückgefallen war, benötigte beim Stopp wegen eines Problems links vorne 10,09 Sekunden. Bei Mirko Bortolottis mutigem Wechsel auf Slicks ging es mit 8,71 Sekunden etwas schneller, doch diesmal verlor man rechts vorne Zeit.

Zum Vergleich: Den besten Stopp des Tages verzeichnete die Winward-Crew bei Lucas Auer mit 6,6 Sekunden. Woran es diesmal lag, dass die Stopps nicht nach Wunsch verliefen? Laut SSR-Teambesitzer Stefan Schlund hat sich ein Magnet im Schlagschrauber gelöst, wodurch sich die Mutter zunächst nicht aufschrauben ließ.

Teamboss erklärt Problem bei SSR-Stopps

"Das war eine nagelneue Nuss, die wir benutzt haben. Und dann löst sich so ein Magnet und legt sich beim Reinschieben in die Mutter rein", erklärt Schlund in der YouTube-Livesendung PS on Air am Samstagabend. "Dann bekomme ich die Nuss nicht mehr richtig in die Mutter rein und bekomme das Lösemoment nicht mehr."

Zur Erklärung: Die Nuss im Schlagschrauber, die sich beim Ansetzen mit der Radmutter verzahnt, ist mit zahlreichen Magnetstiften ausgestattet, die die Radmutter anziehen sollen. Wenn sich aber ein Magnetstift löst, befindet sich ein Fremdkörper im Schlagschrauber. Der greift nicht, weil sich Mutter und Nuss nicht verzahnen.

Nuss

Die Magnetstifte, die neben den Zähnen in der Schlagschrauber-Nuss stecken Zoom

"So haben wir drei, vier Sekunden liegenlassen, bis dann das Ding wieder rausfällt und ich dann wirklich auf die Mutter komme und die Mutter auch lösen kann." Dabei hatte man die Schlagschrauber im Vorfeld extra mit neuen Nüssen ausgestattet: "Wir haben vor dem Rennwochenende nagelneue auf die Schlagschrauber draufgeschraubt. Und trotzdem hatten wir wieder mal Probleme. Vielleicht sollten wir mal den Hersteller der Nuss wechseln."


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Nachdem Thiim und Bortolotti, der am Ende mit Slicks noch ordentlich Boden gutmachte, auf den Plätzen acht und elf ins Ziel kamen, lief es am Sonntag zumindest beim italienischen Vizemeister besser, der Vierter wurde. Und auch beim Stopp rangierte die Truppe mit 7,51 Sekunden im Mittelfeld.

Erst Fehlstart, dann Bremsversagen bei Thiim

Dafür ging bei Thiim, der gar nicht bis zum Stopp kam, schon beim Start alles schief: Nach Startplatz sieben verließ er schon vor dem Startsignal die Formation, wofür er später mit der Durchfahrt durch die Penalty-Lap-Zone bestraft wurde. Als dann das Rennen wirklich gestartet wurde, kam er zunächst nicht so richtig in Fahrt und fiel auf Platz zwölf zurück.

Sehr zum Leidwesen der Piloten hinter ihm, denn die komplette linke Seite der Startaufstellung wurde dadurch gebremst. "Ich hätte einen Megastart gehabt - und dann hab ich schon Bremslichter gesehen beim Wittmann", sagt Auer, der in der Reihe hinter Thiim und Wittmann von Platz elf losfuhr.

Nicki Thiim

Fehlstart: Wittmann überholt Thiim, der nicht vom Fleck kommt Zoom

"Das ganze Feld hat leicht beschleunigt, dann ist es grün geworden - und wir sind alle stehengeblieben." Der Winward-Mercedes-Pilot vermutet "sicher irgendein technisches Problem" bei Thiim.

Missglückter Start wirft Fragen auf

Thiim fiel schon in der ersten Runde ans Ende des Feldes zurück und fuhr mehrmals durch Auslaufzonen. Nachdem er seine Strafe in der dritten Runde abgebüßt hatte, rollte er an die Box und gab auf. "Ich hatte von Anfang an ein ganz fatales Bremsversagen - die Bremse ist einfach durchgefallen. Deswegen bin ich zweimal in Turn 1 geradeaus gefahren."

Der schlechte Start soll aber mit dem Problem, das zur Aufgabe geführt hat, nichts zu tun haben. Was der Grund dafür war, wollte das Team auf Nachfrage von Motorsport-Total.com vorerst nicht beantworten. Fakt ist aber, dass Bortolotti in der Lausitz nur 19 Punkte holte und aktuell in der Wertung Fünfter ist. "Wir müssen unsere Punkteausbeute erhöhen, um unsere Chance auf den Titel zu wahren", weiß Teamboss Schlund.

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