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  • 29.01.2007 · 11:04

Audi-Werksfahrer auf dem Prüfstand

Beim Winter-Training der Audi-Crew im Allgäu stand neben Fitnesschecks die mentale Saisonvorbereitung im Vordergrund

(Motorsport-Total.com) - Wie kommst du mit der Hitze im DTM-Cockpit klar? Hättest du nicht auch einmal Lust, in Le Mans zu starten? Wie gefällt dir der neue Audi R8? Fragen wie diese hörte man in den vergangenen Tagen auf der Sonnenalp in Ofterschwang häufig. Eine Woche lang bereiteten sich die Audi Werksfahrer gemeinsam mit Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich und ihren Teamchefs intensiv auf die Motorsport-Saison 2007 vor. Beim gemeinsamen "Winter-Training" der Audi DTM- und Sportwagen-Stars ging es neben der Überprüfung der körperlichen Fitness dieses Mal vor allem um die mentale Vorbereitung auf die bevorstehenden Aufgaben.

Mattias Ekström, Lucas Luhr

Mattias Ekström und Neuzugang Lucas Luhr lernen sich entspannt kennen

"Team Building" lautete das Motto. "Wir haben die Zeit dieses Mal noch stärker als in den vergangenen Jahren dazu genutzt, uns persönlich näher zu kommen, uns besser kennen zu lernen, ineinander noch mehr Vertrauen zu haben und so für Audi eine noch bessere Leistung zu bringen", erläuterte Ullrich. "Weil wir einige neue Fahrer in unseren Reihen haben und eine neue Gruppe bilden müssen, war dieser Aspekt besonders wichtig", ergänzte Teamarzt Dr. Christian John, der das Audi Winter-Training einmal mehr routiniert leitete.#w1#

Alte und neue Fahrer lernen sich kennen

Bei gemeinsamen sportlichen Aktivitäten und intensiven Gesprächen lernten sich die Audi-Piloten in den acht Tagen noch besser kennen und verstehen. "Auch wenn die meisten von uns schon lange bei Audi sind, erfährt man doch immer wieder Interessantes über die anderen", sagte Werksfahrer Mattias Ekström, DTM-Champion des Jahres 2004. "Und natürlich ist es wichtig, die neuen Fahrer kennen zu lernen."

Diese fühlten sich in der Mannschaft auf Anhieb wohl. "Wir sind im Team toll aufgenommen worden, die Stimmung ist prima", stellten Lucas Luhr und Mike Rockenfeller, zwei der Neuzugänge für die Saison 2007, fest. Teamarzt Dr. John zeigte sich im Gegenzug beeindruckt von der Fitness der Newcomer. "Früher mussten wir mit jungen Fahrern oft bei Null anfangen", erinnerte er sich. "Heute kommen sie mit einer tollen Form zu unserem Winter-Training."

Entwicklung auch in der Medizin nicht stehengeblieben

Alle Piloten wurden auf der Sonnenalp medizinisch untersucht und auf den Prüfstand gestellt. "Genau wie bei der Technik der Rennautos ist die Entwicklung in den vergangenen Jahren auch hier nicht stehen geblieben", so Dr. John. "Wir können die Muskelkraft mit den modernen Maschinen in einzelnen Regionen überprüfen und sehen anhand der Daten, was sich im Laufe der Jahre verbessert oder auch verschlechtert hat."

Besonders wichtig ist dabei die Ausdauer - bei Sportwagen-Rennen genauso wie in der DTM. "Der Sportwagen-Pilot braucht noch mehr Muskelkraft im Schulterbereich, weil er sehr hohe G-Kräfte aushalten muss", erläuterte Dr. John. "Außerdem muss er sehr lange am Stück fahren. In der DTM sind eher die hohen Temperaturen im Cockpit ein Thema. Wir haben bis zu 60 Grad gemessen. Das ist schon eine ziemliche Belastung. Zum Glück sind die DTM-Rennen relativ kurz."

Ob beim Aqua Jogging, Nordic Walking, Langlauf oder bei Mannschaftsspielen wie Basketball - neben der Fitness stand auch bei den sportlichen Aktivitäten auf der Sonnenalp stets das Thema "Teamgeist" im Vordergrund. Denn Sportwagen-Rennen und die DTM sind ein Mannschaftssport. "Natürlich möchte ich selbst Rennen gewinnen und Meister werden, aber ich werde vor allem alles dafür tun, dass am Ende ein Audi vorne ist", betonte Werksfahrer Timo Scheider. Genau das ist die Einstellung, die Motorsportchef Ullrich von seinen Piloten erwartet.