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  • 17.01.2014 12:10

Teamorder bremst Peterhansel aus

Drei Tage vor dem Ende bremst X-raid-Teamchef Sven Quandt die Dakar und seinen Star aus - Rekordsieger Peterhansel muss einem Teamkollegen die Vorfahrt lassen

(Motorsport-Total.com/SID) - Stephane Peterhansel konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. "Der zweite Platz", sagt der Rekordsieger der Rallye Dakar im sonnigen und sandigen El Salvador, "ist scheiße". Klare Worte, denen eine nicht minder deutliche Ansage von Sven Quandt vorausgegangen war. Drei Tage vor dem Ende der Rallye Dakar erließ der Chef des deutschen X-raid-Teams eine Stallorder.

Stephane Peterhansel

Stephane Peterhansel muss die Hoffnung auf den nächsten Dakar-Sieg aufgeben Zoom

Peterhansel, Zweitplatzierter der Gesamtwertung, soll seinen führenden Teamkollegen Joan "Nani" Roma nicht mehr attackieren. Ähnliches gilt für den drittplatzierten Nasser Al-Attiyah, ebenfalls in Diensten des Rennstalls aus dem hessischen Trebur. Damit ist die legendäre Rallye im Prinzip vorzeitig entschieden - sehr zum Ärger der französischen Organisatoren.

"Wir sind enttäuscht und überrascht. Das entspricht nicht dem Geist des Sports", sagt Renndirektor Etienne Lavigne im chilenischen El Salvador in der Atacama-Wüste: "Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, sie können die Trophäe sofort haben. Gewinnen ohne Risiko ist ein Triumph ohne Ruhm."

Sicherheit vor Tempo

Peterhansel, der nach seinem schwachen Start in die Marathon-Rallye in den letzten Tagen seinen Rückstand von 40 Minuten auf Roma auf 5:32 Minuten verkürzte, hatte sich noch am Mittwochabend berechtigte Hoffnungen auf seinen insgesamt zwölften Triumph bei der Dakar gemacht. "Für Nani und mich startet das Rennen erst jetzt", hatte der Franzose im Etappen-Camp in Antofagasta an der Pazifikküste gesagt und betont: "Wir greifen voll an."


Dakar 2014

Kurz darauf bestellte Quandt sein Spitzentrio aber zum Gespräch ein. Der Teamchef forderte Peterhansel und Al-Attiyah auf, nicht mehr auf Geschwindigkeit, sondern auf Sicherheit zu fahren. Quandt führt den von ihm 2002 gegründeten Rennstall mit klarer Linie, von einer Teamorder wollte er aber nichts wissen.

"Ich habe allen ganz klar gesagt, dass Nanis Speed der richtige ist, denn er fährt seit zwei, drei Tagen sicher. Die anderen aber haben sich die letzten Tage einen Kampf bis aufs Messer geliefert", sagt Quandt dem TV-Sender 'n-tv': "Es ist sehr, sehr wichtig, dass man die letzten Tage vorsichtig und das Ding nach Hause fährt. Da noch mal anzugreifen, birgt das Risiko, dass man ausfällt. Und das wollen wir sicher nicht. Als Teamchef muss man da sagen: Jetzt ist Schluss."

Kritik vom Veranstalter

Aus Sicht des Teams ist die Entscheidung sicher nachvollziehbar. Nach den Siegen von Peterhansel 2012 und 2013 will Quandt in diesem Jahr den Dreifach-Triumph, sogar ein Vierfach-Erfolg ist möglich. Inwieweit das Ganze aber noch mit einem sportlich fairen Wettkampf zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.

Roma, der sich in Südamerika einen Wohnwagen mit Peterhansel teilt und dem Franzosen sowohl im letzten als auch in diesem Jahr während des Rennens Hilfestellung gab (u.a. nach Reifenplatzern), betonte, dass er keine Gegenleistung für seine Wasserträger-Dienste eingefordert habe. Das aber hielt Renndirektor Lavigne nicht davon ab, von einem "fast geschenkten Sieg" für den früheren Champion in der Motorradwertung (2004) und einer "Respektlosigkeit" gegenüber Peterhansel zu sprechen.

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