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Rallye Dakar 2024: Loeb gewinnt Etappe 9, aber Sainz verteidigt viel Vorsprung

Sebastien Loeb setzt seine Aufholjagd fort und gewinnt die 9. Etappe - Aber Carlos Sainz hat drei Tage vor dem Ziel einen Vorsprung von 20 Minuten

(Motorsport-Total.com) - In der zweiten Woche der Rallye Dakar 2024 in Saudi-Arabien startete Sebastien Loeb eine Aufholjagd. In Etappe 7 war der Franzose erfolgreich, aber in Etappe 8 verlor der Prodrive-Fahrer wieder etwas Zeit auf Audi-Speerspitze Carlos Sainz. In Etappe 9 machte Loeb wieder vier Minuten gut, aber Sainz verteidigte einen Vorsprung von relativ komfortablen 20 Minuten.

Titel-Bild zur News: Sebastien Loeb

Sebastien Loeb knabbert am Vorsprung, aber es fehlt immer noch viel auf Sainz Zoom

Am Dienstag ging es von Ha'il in westlicher Richtung zurück nach Al'-Ula, wo die Rallye vor etwas mehr als einer Woche begonnen hat. Das Terrain war von vielen Felsplateaus geprägt, um die die Fahrer navigieren mussten.

Auch spitze Steine unter dem Sand stellten eine Gefahr für die Reifen dar. Insgesamt mussten 639 Kilometer zurückgelegt werden. Die gewertete Speziale betrug 417 Kilometer. Auf dem Weg Richtung Westen stiegen auch die Außentemperaturen deutlich an.

Nach dem Audi-Doppelsieg am Vortag eröffnete Mattias Ekström vor Stephane Peterhansel die Etappe. Sainz stand als Vierter an der Startlinie und Loeb als Zehnter. Der Theorie nach hatte somit der Franzose die bessere Ausgangsposition.

Das zeigte sich auch. Bei der Zwischenzeit nach 110 Kilometern hatte Loeb zwei Minuten auf Sainz gutgemacht. Audi fuhr taktisch. Vorne eröffnete Ekström und navigierte für Sainz. Peterhansel hatte sich auf der Strecke hinter Sainz zurückfallen lassen, sollte es Probleme geben.

Weiter hinten im Feld drückte Loeb wie an den Vortagen aufs Gaspedal. Nach 212 Kilometern konnte er etwas mehr als drei Minuten auf Sainz gutmachen. Bis Kilometer 260 wuchs das auf etwas über vier Minuten an.

Aber dann drehte sich das Blatt. Nach 303 Kilometern war Sainz in der virtuellen Zwischenwertung nur noch zweieinhalb Minuten hinter Loeb. Bis Kilometer 395 holte dann der Franzose wieder eine Minuten zu seinen Gunsten heraus.

Schließlich erreichte das Audi-Trio das Ziel. Sainz fuhr vor Peterhansel und Ekström über die Linie. Nun musste auf Loeb gewartet werden. Schließlich eroberte der Rallye-Rekordweltmeister seinen vierten Etappensieg in diesem Jahr.

Emil Bergkvist

Audi setzt auch auf die Taktik: Ekström und Peterhansel unterstützen Sainz Zoom

Loeb nahm Sainz, der Zweiter wurde, 4:14 Minuten ab. Damit hat der Spanier vor den letzten drei Etappen immer noch 20:33 Minuten Vorsprung und den Vorteil klar auf seiner Seite. Denn morgen muss Loeb die Strecke eröffnen, während Sainz taktischer fahren kann.

Vorteil liegt weiter bei Sainz

"Es war ein guter Tag für uns, eine lange Etappe", kommentiert Loeb. "Wir hatten zwei Reifenschäden in der Hälfte der Etappe, sodass ich am Ende etwas vorsichtig sein musste, um nicht noch einen dritten zu bekommen."

"Aber insgesamt haben wir Carlos vier Minuten abgenommen. Der Rückstand ist immer noch groß, aber wir haben noch drei Etappen vor uns. Wir werden es sehen. Wir werden in den nächsten drei Tagen weiter Gas geben", kündigt Loeb weitere Attacken für seinen ersten Gesamtsieg an.

Der Vorteil liegt weiter in der Hand von Sainz, der Audi den ersten Sieg bescheren könnte: "Ich denke, ich bin mit der Etappe zufrieden, wenn man bedenkt, dass ich ziemlich viel geöffnet habe", sagt der 61-Jährige zu seiner Fahrt.

"Am Ende war es sehr stressig im Auto und sehr schwierig zu navigieren. Unsere drei Autos waren beisammen, das war gut. Ich wusste, dass ich Unterstützung hinter mir hatte." Unterstützung, die Loeb nicht mehr hat.

Carlos Sainz Sen.

Carlos Sainz könnte die Rallye Dakar zum vierten Mal gewinnen Zoom

Am Vortag hatte Nasser Al-Attiyah wegen Motorproblemen bei seinem Prodrive Hunter die Etappe abbrechen müssen. Inklusive Strafzeit wurde er Montagabend im Klassement mit 30 Stunden Rückstand geführt.

Prodrive reparierte am Abend das Auto und schickte Al-Attiyah an den Start der 9. Etappe. Aber kurz nach dem Start drehte er um und verließ die Etappe. Erneut gab es ein technisches Problem, diesmal soll die Lenkung betroffen gewesen sein.

Somit musste der bald entthronte Dakar-Sieger den zweiten Tag in Folge abbrechen. Morgen gäbe es die letzte Wildcard, um noch einmal zu versuchen, das Rennen fortzusetzen. Es würde für Al-Attiyah nur noch um Punkte für die Rallye-Raid-Weltmeisterschaft gehen.

Am Mittwoch steht eine Schleife rund um Al-'Ula auf dem Programm. 371 Kilometer müssen auf Zeit bewältigt werden.

Ergebnis der 9. Etappe (Top 10):
01. Loeb/Lurquin (Prodrive Hunter) - 4:17:33 Stunden
02. Sainz/Cruz (Audi RS Q e-tron) +4:14 Minuten
03. Serradori/Minaudier (Century CR6-T) +4:43
04. de Mevius/Panseri (Overdrive-Toyota Hilux) +9:52
05. Botterill/Cummings (Toyota Hilux) +10:01
06. Krotov/Zhiltsov (Overdrive-Toyota Hilux) +10:21
07. Peterhansel/Boulanger (Audi RS Q e-tron) +10:34
08. Moraes/Monleon (Toyota Hilux) +11:03
09. Ekström/Bergkvist (Audi RS Q e-tron) +14:08
10. Dumas/Delfino (Rebellion-Toyota Hilux) +14:18

Gesamtwertung nach 9 von 10 Etappen (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Audi RS Q e-tron) - 37:50:57 Stunden
02. Loeb/Lurquin (Prodrive Hunter) +20:33 Minuten
03. Moraes/Monleon (Toyota Hilux) +1:12:02 Stunden
04. de Mevius/Panseri (Overdrive-Toyota Hilux) +1:39:56
05. de Villiers/Murphy (Toyota Hilux) +2:00:12
06. Serradori/Minaudier (Century CR6-T) +2:03:44
07. Chicherit/Winocq (Overdrive-Toyota Hilux) +2:12:43
08. Prokop/Chytka (MP-Sports Ford Raptor) +2:12:48
09. Botterill/Cummings (Toyota Hilux) +2:29:51
10. Vanagas/Sikk (Toyota Hilux) +2:59:35

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