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Nasser Al-Attiyah wütend auf Prodrive: "Steige nicht mehr in dieses Auto"

Nach den zahlreichen technischen Problemen gibt es ein Krisenmeeting zwischen Nasser Al-Attiyah und Prodrive-Chef David Richards - Al-Attiyah ist schon abgereist

(Motorsport-Total.com) - Am Abend der neunten Etappe der Rallye Dakar verließ Nasser Al-Attiyah frustriert und entnervt das Biwak und machte sich auf den Heimweg. Sein erstes Rennen mit dem Prodrive Hunter in Saudi-Arabien ist überhaupt nicht nach dem Geschmack des Titelverteidigers verlaufen.

Titel-Bild zur News: Nasser Al-Attiyah

Der Wechsel zu Prodrive lief für Nasser Al-Attiyah alles andere als erwartet Zoom

Vor allem technische Defekte, die er in den vergangenen Jahren bei Toyota kaum kannte, hatten das Fass zum Überlaufen gebracht. In Etappe 6 verlor Al-Attiyah wegen gebrochener Lenkung jegliche Chance auf zumindest einen Podestplatz.

Dann gab es in Etappe 8 ein Motorproblem. Al-Attiyah musste auf den Assistenztruck warten, um ins Biwak geschleppt zu werden. Dort bauten die Prodrive-Mechaniker über Nacht einen neuen Motor in den Hunter ein.

Aber schon nach wenigen Kilometern von Etappe 9 gab es ein technisches Problem mit der Hinterradaufhängung. Al-Attiyah musste die Speziale erneut abbrechen und machte sich auf öffentlichen Straßen auf den Weg nach Al-'Ula.

Dort fand der fünfmalige Gesamtsieger (mit Volkswagen, X-raid Mini und Toyota) deutliche Worte: "Es tut mir leid, aber ich möchte nicht mehr in dieses Auto steigen. Ich habe mich entschieden. Ich bin nur hergekommen, um mich zu bedanken. Am Abend fliege ich nach Hause."

"In diesem Jahr habe ich bei der Dakar etwas für mein Leben gelernt. Das wird nie wieder passieren." Um für die Rallye-Raid-Weltmeisterschaft noch WM-Punkte zu sammeln, hätte Al-Attiyah theoretisch noch die zehnte Etappe in Angriff nehmen dürfen.

Aber darauf verzichtete er. Im Biwak gab es schließlich ein langes Meeting mit Prodrive-Chef David Richards. Dieses Gespräch soll laut Beobachtern mehr als eine Stunde gedauert haben. Richards versucht die Wogen zu glätten.

"Ich denke, man muss verstehen, dass das sein Rennen ist", meint Richards. "Er hat in diesem Gebiet viele Freunde. Sie schicken ihm Nachrichten in den Sozialen Medien und so weiter. Das Rennen findet einmal im Jahr statt."

"Ich weiß, wie das ist. Es ist wie die 24 Stunden von Le Mans. Man hat jedes Jahr nur eine Chance. Ich kenne das Gefühl, wenn es nicht läuft. Das ist eine große Enttäuschung. Ich kann das nachvollziehen und verstehen, wie er sich fühlt."

2024 sollte eigentlich für Al-Attiyah ein Lernjahr werden, um mit Prodrive die Zukunft vorzubereiten und den Hunter technisch weiterzuentwickeln. Ab 2025 steigt die Marke Dacia als Sponsor und technischer Partner ein.

Nasser Al-Attiyah

Nach den zahlreichen technischen Problemen reiste Al-Attiyah frustriert heim Zoom

Al-Attiyah hat einen Dreijahresvertrag mit Dacia unterschrieben. Doch mit seiner Aussage, "nicht mehr in dieses Auto steigen zu wollen", ist dieses Vorhaben fraglich geworden. "Ich denke, wenn er morgen aufwacht, dann wird er besser darüber nachdenken", hofft Richards.

Es war Al-Attiyahs erster Ausfall seit dem Jahr 2017, seinem ersten Jahr mit Toyota. Anschließend wurde er mit dem Hilux dreimal Zweiter und dreimal Erster. Er rühmte sich damit, dass auch seine Fahrweise ein Mitgrund war, warum es kaum Defekte an seinem Auto gegeben hat.

Bei Prodrive betrafen die technischen Probleme diesmal ausschließlich Al-Attiyah. Der Hunter von Sebastien Loeb lief bis auf Reifenschäden reibungslos. Als Loeb am Ende der neunten Etappe von Al-Attiyahs erneuten Schwierigkeiten mit dem Hunter gehört hatte, zeigte er sich überrascht: "Schon wieder? Meiner scheint in Ordnung zu sein."

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