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  • 17.11.2021 · 14:06

  • von Manuel Lehbrink

VW T-Roc (2022): Erste Sitzprobe im Facelift-SUV-Trio

VW hat die T-Roc-Familie überarbeitet und schärft vor allem am Interieur nach - Was sich bei dem Kompakt-SUV getan hat, klärt die erste Sitzprobe

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Während der Golf ganze acht Generationen und 47 Jahre Zeit hatte, um sich zu einer starken Säule im Modellprogramm von Volkswagen zu entwickeln, benötigte der T-Roc gerade einmal eine und nur vier Jahre, um zu einem wichtigen Fahrzeug für den Hersteller aus Wolfsburg zu werden. Mehr als eine Million Exemplare hat man bislang verkauft und das Angebot wurde 2019 durch den sportlichen T-Roc R und 2020 durch das T-Roc Cabriolet stetig erweitert.

Volkswagen T-Roc Cabriolet (2022) Zoom

Weil der normale T-Roc (jetzt Volkswagen T-Roc Gebrauchtwagen kaufen) aber bereits 2017 auf den Markt kam und das Grundkonzept somit reif für eine - wie VW es fast im Behördendeutsch nennt - "Produktaufwertungsmaßnahme" war, hat sich der Hersteller gleich die ganze Modellfamilie vorgeknöpft und alle drei Derivate einem Facelift unterzogen.

Was das für den T-Roc, den T-Roc R und das T-Roc Cabriolet im einzelnen bedeutet und ob die bereits geliftete Konzern-Konkurrenz um Audi Q2 und Seat Ateca jetzt einpacken kann, konnten wir nun bei einer ersten Sitzprobe herausfinden.

Bevor wir aber dort Platz nehmen, wo die meiste Überarbeitung stattgefunden haben, werfen wir einen kurzen Blick auf die veränderte Exterieur-Gestaltung: Mit dem Vorschlaghammer ist VW hier nicht rangegangen und die neuen Modelle lassen sich immer noch eindeutig als T-Röcke erkennen.

Serienmäßig verfügt die Baureihe jetzt über LED-Scheinwerfer und abgedunkelte Heckleuchten. Optional ist nun auch das "IQ.LIGHT" mit LED-Matrix-Scheinwerfern und einer beleuchteten Leiste im Kühlerschutzgitter sowie neu gestaltete Heckleuchten mit dynamischer Blinkerfunktion erhältlich.


Fotostrecke: VW T-Roc (2022): Erste Sitzprobe im Facelift-SUV-Trio

Dazu gesellen sich neue Außenlackierungen, neue Felgendesigns von 17 bis 19 Zoll und eine "R-Line", die sich jetzt noch mehr an dem optischen Auftritt des T-Roc R orientiert. Neben besagter "R-Line" sind auch noch die Ausstattungslinien "T-Roc" (das ist die Basis) sowie die neu konfigurierten Versionen "Life" und "Style" am Start.

Formal bleibt im Innenraum auch vieles so, wie wir das vom "alten" T-Roc kennen. An diesen Punkten gab es auch nicht wirklich viel zu kritisieren. Fünf Plätze (vier im Cabrio), erhöhte Sitzposition und ein Gepäckraum, der 445 bis 1.290 Liter fasst.

Der T-Roc R nimmt es mit 392 bis maximal 1.237 Liter auf und das Cargo-Abteil im Cabrio hat ein Fassungsvermögen von 284 Liter. Bei dem Oben-ohne-Modell muss schließlich irgendwo das Stoffverdeck untergebracht werden, welches sich in neun Sekunden zusammenfalten kann.

Was der Vorgänger nicht so gut konnte: Infotainment, Assistenz und Konnektivität sowie Materialanmutung und Verarbeitung. Und hier hat VW nachgelegt.

Instrumententafel, Kombiinstrument und Infotainment-Display (jetzt freistehend im Tablet-Stil und etwas höher angeordnet) wurden neu gestaltet. Für ein optimiertes haptisches Erlebnis sorgen mehr unterschäumte Oberflächen. Die Türinnenverkleidungen bestehen jetzt serienmäßig aus hochwertigerem Stoff und in höheren Ausstattungslinien aus Kunstleder.

Die neugestalteten Lenkräder kommen serienmäßig mit Multifunktionstasten und die Steuerung der Klimaautomatik erfolgt beim neuen T-Roc in digitalisierter Form. Die Temperaturen und die Gebläsefunktion werden dabei über Touch-Rutscherr eingestellt, weitere Funktionen und die Sitzheizung werden über Touch-Felder gesteuert.

Das mag jetzt so klingen, als ob VW hier einen gänzlich neuen T-Roc-Innenraum auf die vier Räder gestellt hat und optisch sieht das Ergebnis aus neuen Materialien digitalem Kombiinstrument sowie dem bis zu 9,2 Zoll großen Infotainment-Bildschirm schon echt gut aus.

Die aktuellen Probleme, die wir mit den Systemen aus anderen Modellen kennen, wohnen leider aber auch im neuen T-Roc. Was wir damit meinen? Die Hard- und Software sind nicht besonders schnell und die Touch-Klimaregler reagieren nicht immer so genau wie wir - und wahrscheinlich auch VW - das gerne hätten.

Neu im Angebot der Fahrassistenzsysteme sind der sogenannte "IQ.DRIVE Travel Assist" und die vorausschauende Geschwindigkeitsregelung "Prädiktives ACC". Erweitert wurde außerdem der Funktionsumfang des Systems "Side Assist" und des Parklenkassistent "Park Assist", der jetzt auch das Vorwärtseinparken in Querparklücken sowie das Ausparken aus parallel zur Fahrbahn angeordneten Stellflächen beherrscht.

Im Stand konnten wir diese neuen Features natürlich noch nicht ausprobieren. Da wir die Funktionen aber bereits von zahlreichen anderen VW-Modellen kennen, gehen wir davon aus, dass sie auch in der T-Roc-Modellfamilie gute Arbeit leisten werden.

Etwas ernüchternd wird es beim Blick unter die Haube. Elektrifiziert wird beim T-Roc nämlich noch nicht. Plug-in-Hybrid? Fehlanzeige wie bei den T-Roc-Brüdern Audi Q2, Seat Ateca und Skoda Karoq. Zumindest über eine Mildhybrid-Option hätten wir uns aber gefreut.

Beim 300 PS und 400 Newtonmeter starken T-Roc R können wir das verschmerzen. Hier überzeugen andere Serienmäßigkeiten wie ein 7-Gang-DSG, Allrad, ein Sportfahrwerk, eine progressive Lenkung, Hochleistungs-Bremsen, abschaltbares ESC und eine Launch Control sowie ein 0-100-km/h-Sprintvermögen von 4,9 Sekunden. Oder auch die optionale Akrapovi?-Abgasanlage aus Titan.

Bestellungen für die gelifteten Modelle des T-Roc nimmt VW bereits ab Ende November entgegen. Zu einem genauen Einstiegspreis hatte sich der Hersteller nur vage und hinter vorgehaltener Hand geäußert. 23.495 Euro stehen für die Basis mit handgeschaltetem 110-PS-Dreizylinder-Benziner und Frontantrieb im Raum. Der normale T-Roc wird dann ab Januar 2022 bei den Händlern stehen. Das T-Roc Cabriolet und der T-Roc R folgen kurz darauf.

Das bietet die Konkurrenz:

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