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Preziosen-Parade bei Paul Pietsch Classic 2013

Die diesjährige Paul Pietsch Classic führte 102 historische Fahrzeuge von Offenburg in den Hochschwarzwald. Der Verleger wäre in diesem Jahr 102 Jahre alt geworden.

(Motorsport-Total.com/Auto-Medienportal) - "Ketterer sind netterer" - diesen Schüttelreim aus der Werbung einer lokalen Brauerei kennt in Offenburg, dem Tor zum Schwarzwald, jedes Kind. Daher war es für Mario Ketterer, dem Motorsport-Urgestein aus Südbaden, Ehrensache vor dem Zieleinlauf eine entsprechende Kiste auf die Pritsche seines Beutler-Käfers aus dem Jahre 1952 zu laden.

Bentley Le Mans 1927

Ein Bentley Le Mans von 1927 Zoom

Zuvor meisterte er acht von neun Wertungsprüfungen noch in einem 145 PS-starken Decker-Käfer von 1970. In bester Manier eines Bergrennfahrers ließ er den himmelblauen Rallye-Käfer über die Höhen und durch die Kurven des Schwarzwaldes fliegen - bis ihn ein technischer Defekt auf eine Frühform des Käfers entschleunigte

Die Gebrüder Beutler bauten in den 1950er Jahren in Thun in der Schweiz Sonderkarosserien. Unter anderem eine viersitzige Limousine auf der technischen Basis eines Porsche 356. Für Kleinunternehmer der Wirtschaftswunderzeit schnitten sie bei einem knappen Dutzend VW-Käfern die hintere Hälfte der Karosserie auf und legten einfach Planken zu einer kleinen Pritsche in den offenen Käfer. Bei Regen tropfte das Wasser bis in den Innenraum. Es waren andere Zeiten, aber nun sind sie eine Seltenheit. Lediglich drei Fahrzeuge sind weltweit noch vorhanden. Und so fuhr ein echtes Unikat eine Rarität und beiden flogen die Herzen der Zuschauer an der Strecke nur so zu.

Die Region rund um Offenburg war die Heimat Pietschs

Mario Ketterer, der "Bergkönig vom Schauinsland", war Mitglied des "Team Autostadt" der diesjährigen Paul Pietsch Classic. Auf den Spuren des gleichnamigen deutschen Rennfahrers und erfolgreichen Verlegers der Motorpresse Stuttgart ging es am 14. und 15. Juni für Fahrer und Co-Piloten auf 102 historischen Fahrzeugen von Offenburg aus in den mittleren und in den Hochschwarzwald. Paul Pietsch wäre dieses Jahr 102 Jahre alt geworden. Darum bestand das Teilnehmerfeld aus 102 Autos.

ALVIS von 1928

Cockpit eines ALVIS von 1928 Zoom

Die Region rund um Offenburg war die Heimat Pietschs. Malerische Weinberge und serpentinenreiche Abschnitte der Schwarzwaldhochstraße. Eine Durchfahrtskontrolle der Rallye war am Bauernhof vom "Bergkönig" Hans Stuck - Vater von Striezel Stuck und seinerzeit einer der bekanntesten europäischen Rennfahrer.

Die Autostadt war als Premium Partner mit mehr als zehn Fahrzeugen, ausgewählten Meilensteinen aus der Sammlung des Zeithauses vertreten. Stets an der Spitze ein 1926er Bugatti T35, dicht gefolgt von einem 1927er Bentley 4,5 Liter Le Mans. Am Steuer dieses 2,5 Tonnen schweren Rennklassikers saß Otto Ferdinand Wachs, Geschäftsführer der Autostadt: "Ebenso wie einst Paul Pietsch verfolgt die Autostadt das Ziel, eine große Öffentlichkeit für das Thema Automobil zu begeistern.

Wachs: "Tragen dazu bei, die Faszination des Automobils zu stärken"

Dabei spielt die Traditionspflege für uns eine besonders wichtige Rolle: sei es im besucherstärksten Automobilmuseum der Welt oder auf Rallyes wie der Paul Pietsch Classic", sagte Wachs. "So tragen wir dazu bei, die Faszination des Automobils zu stärken. Denn es ist nicht mehr selbstverständlich, daß junge Menschen dieser Faszination erliegen. Daher sind gerade die Teilnehmer am historischen Sport Botschafter der automobilen Faszination", resümierte Wachs im Zuge der Siegerehrung.

Diese Leidenschaft lebte der Autostadt-Geschäftsführer auch auf der Strecke. Seinen Bentley in "racing green" pilotierte er im weißen Rennanzug; in den Pausen wurde der Helm durch einen Sommerhut ersetzt und auch die Ledertasche entsprach dem Geburtsjahr des klassischen Engländers. Der musste am ersten Tag auch noch über Stunden mit drei angebrochenen Speichen des Lenkrades bewegt werden, bevor er nach dieser fahrerischen Glanzleistung über Nacht repariert werden konnte.

Da überrascht es nicht, daß die Autostadt auch bei der nächsten Paul Pietsch Classic mit einem vergleichbaren Engagement vertreten sein möchte. Natürlich schickte auch Volkswagen Classic einige Oldies ins Rennen. Mit dabei ein echt sportlicher Käfer aus dem Jahr 1973. GSR - diese Initialen stehen für "Gelb-Schwarzer Renner". Vor 40 Jahren waren diese Volkswagen Käfer 1303S so etwas wie eine Sonderedition.

Käfer GSR von 1973 schlägt Brücke zum aktuellen Beetle GSR

Der GSR war und ist eine Seltenheit. Gut gepflegte Originale zu finden, ist heutzutage schwer. Umso mehr umweht dieses Modell ein Hauch von Kult. Aber was macht diesen Klassiker so besonders? Für den Motor wurde seinerzeit ein spezielles Leistungs-Kit angeboten. Die knallgelbe Lackierung wird durch die mattschwarze Motorhaube und Kofferraumklappe ergänzt. Dadurch wirkt der Gelb-Schwarze Renner besonders sportlich.

Pietsch Classic

"Guck mal! Ein Biene Maja Auto" Zoom

"Guck mal! Ein Biene Maja Auto", zeigt ein kleines Kind beim Start zur ersten Etappe bei der "Paul Pietsch Classic" mit dem Finger auf den Gelb-Schwarzen Renner als er von der Startrampe rollt. Volkswagen Classic schlug mit dem Rallye-Einsatz des Gelb Schwarzen Renners eine Brücke zu einem brandaktuellen Sondermodell: dem neuen in limitierter Auflage produzierten Beetle GSR.

Das 2013er-Modell ist - wie sein luftgekühlter Vorgänger - auf nur 3.500 Einheiten begrenzt und erinnert mit seiner exklusiven Lackierung in gelb und schwarz an seinen kultigen Ur-Ahn aus dem Jahr 1973. Ab Herbst werden die aktuellen Typen mit 210 PS ausgeliefert.

Der luftgekühlte GSR weckte Erinnerungen bei Rauno Altonen. Der als "Rallye Professor" bekannte Finne dominierte in den späten 1960er Jahren die Rallye-Weltmeisterschaft mit einem Mini. "Damals waren die Salzburg-Käfer echt harte Gegner für uns. Der GSR erinnert mich an die gute alte Zeit", grinst Altonen. So machte eben Jeder seine ganz eigenen Erfahrungen mit den Wolfsburger Ur-Gesteinen.

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