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  • 10.01.2019 11:57

Mercedes CLA 2019: Bilder & Infos zum neuen Mini-CLS

Sportlichstes A-Klasse-Derivat wird größer und kriegt neuen "Interieur-Assistenten" a.k.a. ein beängstigend schlaues Infotainmentsystem - Alle Infos und Marktstart

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Nach dem gestrigen Teaser-Video konnte man ja schon eine ganz gute Ahnung davon bekommen, wie der neue Mercedes CLA so aussehen wird. Jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß. Oder eher Schwarz auf Orange. So debütierte die zweite CLA-Generation als Edition 1 nämlich soeben auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. 

Wenn Sie jetzt denken "aber wer um Himmels Willen braucht denn noch ein A-Klasse-Derivat?", dann liegen Sie vermutlich gar nicht so falsch. Schließlich gibt es neuerdings ja eine "richtige" A-Limousine. So ganz Recht haben Sie aber dann doch nicht, denn a) hat sich CLA-Generation-1 traumhafte 750.000-mal verkauft (wäre ziemlich dümmlich, dieses Potenzial einfach wegzurationalisieren) und b) ist besagte Limousine "nur" 4,55 Meter lang. Der neue CLA aber streckt sich in all seiner Coupé-isierten, lifestyligen Schneidigkeit auf satte 4,69 Meter.

Damit ist er fünf Zentimeter größer als sein Vorgänger und exakt so lang wie die aktuelle C-Klasse. Ansonsten wird er fünf Zentimeter breiter (1,83 Meter), zwei Zentimeter flacher (1,44 Meter) und wächst im Radstand um drei Zentimeter auf 2,73 Meter. Dem Beinraum hinten kommt all das eher gar nicht zu Gute (plus 1 mm). Der Ellenbogenbreite auf allen Plätzen dafür umso mehr (plus 35 mm vorne und 44 mm hinten). In den Kofferraum gehen mit 460 genau zehn Liter weniger als bisher. Zum Trost wird das Beladen deutlich leichter, denn die ehemalige Katzenklappe ... äh ... Laderraumöffnung wächst um 26 Zentimeter in die Breite. 

Design und Innenraum

Und damit erstmal genug vom schnöden Zahlenwerk. Mit den überblumigen Zeilen der Pressemeldung zum Design des neuen CLA wollen wir uns aber auch nicht so gerne aufhalten. Er sieht halt aus wie ein CLS. Schuhgröße 43 statt 47. Viel mehr muss man dazu nicht sagen. Außer, dass das Gesamtpaket auch zwei Etagen tiefer sehr gut sitzt. Und obendrein traumhaft aerodynamisch ist, denn der cW-Wert des Autos beträgt 0,23. 

Haut der neue CLA von allen A-Klasse-Versionen optisch bisher am meisten auf den Putz, gibt es innen im Großen und Ganzen das, was wir bereits vom Schrägheck, der Limo oder der neuen B-Klasse kennen. Außer, dass das gefeierte MBUX-Hightech-Infotainment im Viertürer-Coupé nochmal deutlich mehr kann. MBUX scheint schnell zu lernen. Sehr schnell. 

Der neue "Super-Diener"

Die nächste Stufe des körperlosen Super-Dieners nennt man bei Mercedes nun "Interieur-Assistent". Das alles fußt auf einer nochmals merklich verbesserten Sprachbedienung und einer stark optimierten Erkennung von Bewegungen, die "dem Innenraum zusätzliche Intelligenz verleiht". 

Im Dunkeln zum Beispiel reicht es nun, die eigene Hand in die Nähe des Innenspiegels zu befördern, um die Leseleuchte zu aktivieren. Einmal über den unbesetzten Beifahrersitz gefuchtelt und auch hier wird es hell. Damit man seinen Krimskrams leichter findet. Ist die Hand wieder weg, wird der Sitz wieder dunkel. 

Noch deutlich nerdiger wird es künftig in Sachen Sprachbedienung. Ein nerviger Bug bei MBUX 1.0 war ja, dass der digitale Lakai ("Hey Mercedes") jedesmal ins Gespräch grätschte, sobald irgendwer im Auto irgendetwas sagte, dass ein bisschen klang wie "Mercedes". Glauben Sie uns, das kommt leider recht häufig vor. Mercedes reagiert nun mit einer sitzplatzbezogenen Erkennung. Bedeutet: Der Sprachassistent reagiert nur auf denjenigen, der das System zuletzt mit "Hey Mercedes" gestartet hat. 

Deutlich sexyer klingt aber, was MBUX mittlerweile an komplexem Zeug verstehen und beantworten kann. Wenn Sie folgende Fragen stellen, werden Sie darauf im neuen CLA eine Antwort kriegen: "Welche kinderfreundlichen asiatischen Restaurants gibt es in der Nähe, aber weder chinesisch noch japanisch?"/"Hey Mercedes, wie haben die San Francisco 49ers gespielt?"/"Wie hat sich der Aktienpreis von Apple im Vergleich zu Microsoft entwickelt?"/"Was ist die Wurzel aus 3?"/"Wie groß ist Texas?"/ "Welchen Fettgehalt haben Avocados?"

Diese sensationellen Fragen kommen nicht von uns, sondern sind Beispiele von Mercedes. Sie zeigen aber, wie beängstigend gescheit das System inzwischen ist. Ob auch die Frage nach dem Sinn des Lebens adäquat beantwortet werden kann, müssen wir dann beim ersten test herausfinden. Leider wird es den digitalen Schlauberger so anfangs nur in den USA geben. Wann MBUX auch bei uns den Super-Nerd raushängen lässt, ist noch nicht bekannt.

Gleich vom Start weg verfügbar sind jedoch Funktionen wie die Energizing-Komfortsteureung, die jetzt situativ Wellness-Set-ups (gesteuert durch Heizung, Belüftung, Massage, Beleuchtung, Musik) empfiehlt. Und das dank einer neuen Mercedes-Garmin-Smartwatch, die Stresslevel oder Schlafqualität misst, nun auch mit noch höherer Trefferquote. Ja, sowas gibt es wirklich. Überlegen Sie sich am besten selbst, was Sie davon halten. 

Deutlich sinnvoller erscheinen zumindest Optionen wie die Multi-Beam-LED-Scheinwerfer oder das gewohnt umfangreiche Paket an Assistenzsystemen, dass man bereits aus S-, E- und A-Klasse kennt.

Motoren, Fahrwerk, Marktstart

Mercedes CLA 2019

Mercedes CLA 2019 Zoom

Auf der CES zeigt Mercedes den neuen CLA als 250 mit dem 225 PS/350 Nm starken Zweiliter-Vierzylinder. Die Schwaben versprechen das sportlichste Fahrverhalten aller A-Klasse-Varianten. Helfen sollen hier ein "tiefer Schwerpunkt und die breite Spur", die gegenüber dem Vorgänger um 63 mm vorne und 55 mm hinten wächst. Außerdem gibt es einen größeren Stabilisator, ein speziell abgestimmtes ESP und serienmäßig die Direktlenkung.  Adaptive Dämpfer sind optional zu haben. 

Bis zum Marktstart im Mai 2019 soll die aus der A-Klasse bekannte Motorenpalette samt Schalt- oder Doppelkupplungsgetrieben sowie Front- oder Allradantrieb verfügbar sein. Die Preise stehen noch nicht fest. 

Zur Bildergalerie: Der neuer Mercedes CLA 2019 auf Motor1.com Deutschland (44 Bilder)

Was können die anderen A-Klasse-Varianten?
Mercedes B-Klasse (2019) im Erstkontakt
Erster Test: Was kann die neue A-Klasse wirklich?

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