• 22.04.2024 14:49

  • von Roland Hildebrandt

Mercedes-AMG GT 63 S E Performance: Langer Name, viel Leistung

Mercedes-AMG bringt den aus anderen Baureihen bekannten Plug-in-Hybrid mit 816 PS Systemleistung jetzt auch im GT: Wir haben alle Details

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Vor kurzem erst hat Mercedes-AMG den GT 43 mit Vierzylinder-Motor vorgestellt. Nun folgt am Rande des Formel-1-Rennens in Schanghai das andere Extrem: der neue GT 63 S E Performance mit extremer Leistung dank eines mächtigen V8-Plug-in-Hybrid. Wir haben alle Infos zu dem Supersportwagen mit Stecker.

Titel-Bild zur News: Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024)

Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024) Zoom

Exklusives Erkennungsmerkmal des neuen Spitzenmodells der zweitürigen AMG-GT-Baureihe ist die Heckpartie. Neu sind hier die integrierte Ladeklappe und die rot hinterlegte Modellbezeichnung. Hinzu kommen außen geriffelte Trapez-Doppelendrohrblenden. Seitlich weist die Kotflügel-Plakette "E PERFORMANCE" auf den Antrieb hin.

Serienmäßig rollt der Supersportler mit dem langen Namen auf 20 Zoll großen AMG-Leichtmetallrädern im 10-Speichen-Design. Sie sind aerodynamisch optimiert, tantalgrau lackiert und glanzgedreht. Die Dimensionen betragen an der Vorderachse 295/35 R 20 auf 10,5 J x 20 und an der Hinterachse 305/35 R 20 auf 11,0 J x 20.

Die Cockpit-Gestaltung bis hin zum Hochformatdisplay in der Mittelkonsole ist laut AMG auf die Fahrerin oder den Fahrer fokussiert. Der GT 63 S E Performance ist als 2+2-Sitzer ausgelegt, die laut Hersteller "großzügigen Platzverhältnisse" würden wir aber eher relativ betrachten.

Das MBUX-Multimediasystem enthält im AMG GT 63 S E Performance zahlreiche AMG- und Hybrid-spezifische Anzeigen und Funktionen. Grafiken visualisieren beispielsweise den Leistungsfluss des Antriebssystems. Drehzahl, Leistung, Drehmoment und Temperatur der Elektromaschine lassen sich ebenfalls aufrufen.

Das bringt uns zur recht aufwendigen Technik des Topmodells. Der Antrieb kombiniert den AMG 4,0-Liter-V8-Biturbomotor an der Vorderachse mit einer Electric Drive Unit an der Hinterachse. Sie integriert einen 150 kW (204 PS) starken, permanent erregten Synchron-Elektromotor mit einem elektrisch geschalteten Zweigang-Getriebe sowie einem mechanischen Hinterachs-Sperrdifferenzial.

Energiespeicher mit Formel-1-Technologie

Die leichte Batterie ist ebenfalls im Heck über der Hinterachse platziert. Der Elektromotor wirkt direkt auf die Hinterachse und kann damit seine Kraft unmittelbarer in Vortrieb umsetzen. Das sorgt für den Extra-Boost beim Anfahren, Beschleunigen oder Überholen. Bei zunehmendem Schlupf an der Hinterachse überträgt sich die Antriebskraft des Elektromotors bedarfsgerecht auch auf die Vorderräder.


Fotostrecke: Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024)

Die mechanische Verbindung des vollvariablen Allradantriebs AMG Performance 4MATIC+ ermöglicht dies mittels Kardanwelle und Antriebswellen der Vorderräder. Die Positionierung an der Hinterachse verbessert laut AMG die Gewichts- sowie die Achslastverteilung im Fahrzeug und das Handling.

Die Entwicklung des Lithium-Ionen-Energiespeichers ist insgesamt von Technologien inspiriert, die sich in den Formel-1-Rennwagen des Mercedes-AMG Petronas F1 Teams bewährt haben. Die AMG High Performance Batterie bietet hohe, häufig hintereinander abrufbare Leistung. Hinzu kommen die schnelle Energieaufnahme und die hohe Leistungsdichte. Die Batterie bietet eine Kapazität von 6,1 kWh, 70 kW Dauerleistung und 150 kW Spitzenleistung.

Acht AMG DYNAMIC SELECT Fahrprogramme

Die Ladung erfolgt über das installierte 3,7 kW On-Board-Ladegerät mit Wechselstrom an Ladestation, Wallbox oder Haushaltssteckdose. Die Batterie ist auf schnelle Leistungsabgabe und -aufnahme ausgelegt und ermöglicht 13 Kilometer rein elektrische Fahrt.

Die acht AMG DYNAMIC SELECT Fahrprogramme "Electric", "Battery Hold", "Comfort", "Glätte", "Sport", "Sport+", "RACE", und "Individual" sind exakt auf die neue Antriebstechnologie zugeschnitten. Die Fahrprogramme passen wichtige Parameter an: das Ansprechverhalten von Antrieb und Getriebe, die Lenkungskennlinie, die Fahrwerksdämpfung oder den Klang. Die Programme lassen sich über die AMG-Taste und das Zentraldisplay in der Mittelkonsole oder die Lenkradtasten anwählen.

Innenraum des Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024)

Innenraum des Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024) Zoom

Gewöhnlich startet der Performance-Hybrid lautlos ("Silent Mode") im Fahrprogramm "Comfort" mit dem Einschalten des Elektromotors. Im Kombiinstrument signalisiert das Icon "Ready" die Fahrbereitschaft. Zusätzlich ertönt als akustische Rückmeldung der Fahrbereitschaft ein kraftvoller Klang. Er wird über die Fahrzeuglautsprecher in den Innenraum abgestrahlt.

Hier alle technischen Daten im Überblick. Interessant: Zum Gesamtgewicht des Wagens schweigt sich Mercedes-AMG aus. Beim gleich motorisierten SL sind es gut 2,2 Tonnen ...

Technische Daten Mercedes-AMG GT 63 S E Performance
Systemleistung: 600 kW (816 PS)
Systemdrehmoment: 1.080 - 1.420 Nm

Verbrennungsmotor: 4,0-Liter-V8 mit Biturbo-Aufladung
Hubraum: 3.982 ccm
Max. Leistung Verbrennungsmotor: 450 kW (612 PS) bei 5.750 - 6.500 U/min
Max. Drehmoment Verbrennungsmotor: 850 Nm bei 2.500 - 4.500 U/min
Max. Leistung Elektromotor: 150 kW (204 PS)
Max. Drehmoment: 320 Nm

Antrieb: Allradantrieb mit vollvariabler Momentenverteilung
Getriebe: AMG SPEEDSHIFT MCT 9G
Energieverbrauch: 12,6 kwh/100 km plus 8,2 Liter/100 km
Verbrauch bei entladener Batterie: 12,3 Liter/100 km
CO2-Emissionen: 188 g CO2/km
Energiekapazität: 6,1 kWh
Elektrische Reichweite: 13 km

Bescheleunigung 0 - 100 km/h: 2,8 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h

Vier unterschiedlich starke Rekuperationsleistungen lassen sich an der rechten AMG-Lenkradtaste auswählen. Das gilt in allen Fahrprogrammen mit Ausnahme von "Glätte". In der höchsten Stufe ist das so genannte One-Pedal-Fahren möglich. Dabei kann über 100 kW Leistung in die Batterie zurückgespeist werden.

Im Unterboden vor dem Motor verbirgt das aktive Aerodynamik-Element. Es ist beim AMG GT-Topmodell serienmäßig an Bord. Es reagiert auf die Stellung der Fahrprogramme und fährt bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h automatisch circa 40 Millimeter nach unten aus. Dadurch wird der sogenannte Venturi-Effekt erzeugt, der den Wagen zusätzlich an die Fahrbahn saugt und den Auftrieb an der Vorderachse reduziert.

Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024)

Mercedes-AMG GT 63 S E Performance (2024) Zoom

Eine weitere aktive Komponente ist der nahtlos in den Heckdeckel integrierte, ausfahrbare Heckspoiler. Er verändert seine Stellung je nach Fahrzustand. Der Spoiler nimmt je nach gewähltem Fahrprogramm ab 80 km/h fünf neue Winkelstellungen ein, um entweder die Fahrstabilität zu optimieren oder den Luftwiderstand zu verringern.

Ebenfalls serienmäßig ist das AMG Active-Ride-Control-Fahrwerk mit semi-aktiver Wankstabilisierung. Die in Zug- und Druckstufe adaptiv verstellbaren Stoßdämpfer erhalten zusätzlich semi-aktive, miteinander verschaltete Hydraulikelemente. Sie ersetzen die herkömmlichen Drehstab-Querstabilisatoren und reduzieren die Wankbewegungen des Aufbaus. Die hydraulische Verschaltung der Dämpferkammern an allen vier Rädern erfolgt über entsprechende Leitungen und die Stellventile innerhalb der adaptiven Dämpfer.

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Auch der AMG GT 63 S E Performance ist serienmäßig mit einer aktiven Hinterachslenkung ausgestattet. Abhängig von der Geschwindigkeit lenken die Hinterräder entweder in die entgegengesetzte (bis 100 km /h) oder in die gleiche (schneller als 100 km/h) Richtung der Vorderräder.

Und wohin lenkt Mercedes-AMG den Preis? Das ist bislang noch nicht bekannt. Aber als Anhaltspunkt kann der Blick auf das offene Schwestermodell SL 63 S E Performance dienen. Dieser startet in Deutschland bei 223.720 Euro.

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