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  • 20.03.2018 · 16:45

  • von Daniel Hohmeyer

Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio vs. Porsche Macan Turbo PP

Sie sind groß, schwer und haben mehr Leistung als die meisten Sportwagen: Sport-SUVs. Wir prügeln Stelvio QV und Macan Turbo PP über die Rennstrecke

(Motorsport-Total.com/Auto-News.de) - Sportwagenfans und SUV-Enthusiasten sind zwei völlig unterschiedliche Gruppierung des automobilen Ökosystems. Man könnte dem gemeinen SUV-Fahrer sogar unterstellen, dass er sich eigentlich gar nicht fürs Autofahren interessiert, sondern lediglich hoch sitzen möchte, weil die Hüfte auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Klar, in dieser Behauptung schwingt so viel Polemik mit wie in der aktuellen Stickoxiddebatte.

Alfa Romeo Stelvio QV 2018 und Porsche Macan Turbo PP 2018 © Motor1.com
Alfa Romeo Stelvio QV 2018 und Porsche Macan Turbo PP 2018

Und dennoch: Wie viele Leute wollen tatsächlich ein SUV, dem jede Torkeligkeit und ein Großteil der Offroad-Eigenschaften genommen wurden? Anscheinend ein Menge! Sonst gäbe es Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio und Porsche Macan Turbo mit Performance Paket nicht. Der Stelvio ist der Neuzugang in dieser Liga dicker, schneller Autos, die durch Porsche dominiert wird. Bis jetzt?

Potenzial für Rauchentwicklung

Um herauszufinden, ob das immer noch so ist, hatten unsere Kollegen von Omniauto Italien die Idee, mit den beiden Wuchtbrummen über eine Rennstrecke zu holzen und uns dazu eingeladen. Klingt mehr als vernünftig. Ab nach Italien zum Autodromo di Modena. Damit wir genug Reifen zum Zerstören... äh, Testen haben, versorgt uns Kooperationspartner Pirelli mit einigen Sätzen P Zeros. Die Performance-Reifen wurden speziell für SUVs und die damit einhergehenden Belastungen entwickelt. Nach zwei Tagen intensiven "Testens" können wir die Belastbarkeit und Fähigkeit zur Rauchentwicklung bestätigen.

Der Stelvio fährt übrigens auf den Dimensionen 255/45 R20 vorne und 285/40 R20 hinten. Der Macan ist, obwohl es auf den ersten Blick nicht auffällt, üppiger beschlufft: 265/40 R21 vorne und 295/35 R21 hinten. Einen spürbaren Unterschied bei der Kraftübertragung macht das aber nicht. Beide haben keine Probleme, ihre Leistung in Vortrieb zu verwandeln oder sie, je nach Wunsch des Fahrers, in blauem Dunst zu evaporieren.

Mit sehr braunem Innenraum

Der Porsche hat inzwischen vier Modelljahre auf dem Buckel - also Alter vor Schönheit und raus aus der Boxengasse. Ein bisschen zeigt sich das Alter tatsächlich - allerdings nicht bei den Fahreigenschaften, sondern im Cockpit. Die Instrumente und vor allem die Schalter in der Mittelkonsole wurden bereits in neueren Modellen wie dem Cayenne überarbeitet oder komplett ersetzt.


Vergleichstest: Stelvio QV vs. Porsche Macan Turbo

Mit SUVs auf der Rennstrecke! Sinnlos? Ehrlich gesagt… keine Ahnung. Stelvio & Macan sind keine Vernunftsautos. Warum also Vernünftiges damit machen? Weitere Auto-Videos

Der Rest des diarrhöfarbenen Innenraums beeindruckt hingegen mit makelloser Verarbeitung, wenngleich seine Braunheit nicht jedermanns Sache sein sollte. Einiges vom feinen Alcantara kostet überdies extra. Und das nicht unerheblich. Belederte Sonnenblenden kosten beispielsweise 511,70 Euro, der in Leder gefasste Innenspiegel fällt mit 464,10 zu Buche und so lässt sich das Spiel immer weiter treiben, bis der Grundpreis von 91.964 Euro (inklusive Performance Paket) in mehr als unvernünftige Sphären schießt.

Macan ist ein Driftmonster

Deshalb unsere Empfehlung: Lieber beim Leder sparen und das Geld in die 1.487,50 Euro teure elektronisch gesteuerte Hinterachssperre (PTV Plus) investieren. Kein Innenraum und sei er noch so braun, kann mit der Pracht dieses fahrdynamischen Wundermittels mithalten. In Verbindung mit den Modifikationen, die bereits im Performance Paket enthalten sind (40 PS mehr als der Turbo, Luftfahrwerk aus dem GTS mit Adaptivdämpfern und Sportabgasanlage) mausert sich der Macan zu einem entfesselten Driftmonster. Um ehrlich zu sein, hat uns das enorm überrascht. Der optisch und klanglich (trotz Sportauspuff) biedere Macan fährt jede der elf Kurven im Autodromo quer.

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