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  • 20.11.2009 · 16:56

ADAC in China - Verkaufshelfer der Autoindustrie?

(Motorsport-Total.com/Auto-Reporter) - Wie "Capital" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will der größte deutsche Automobilclub ADAC bei seiner geplanten Expansion ins Ausland als erstes den chinesischen Markt erobern und lässt sich dazu auf eine, wie das Wirtschaftsmagazin meint, heikle und nicht unumstrittene Kooperation mit Automobilherstellern ein.

Intern sind die Expansionspläne für viele mit einem hohem Risiko verbunden. "Die Auslandsideen sind fatal, da versenken wir Millionen", so einer der 18 Regionalklubs.

Projektleiter Guntram Kleine, seit Kurzem vor Ort in Fernost, sagte: "Meine Hauptaufgabe ist es, hier ein Unternehmen zu gründen und den Markt für Pannenhilfe zu erschließen." Bereits 2011 will der ADAC dort der exklusive Pannendienstleister Nummer eins für internationale Autohersteller sein, berichtet das Blatt.

Grund für den Gang ins Ausland sind die erkennbaren Grenzen beim Umsatz- und Mitgliederwachstum. Ein Mitglied aus dem ADAC-Führungskreis prognostiziert für Mitte dieses Jahrzehnts die maximal mögliche Mitgliederzahl von rund 20 Millionen.

ADAC-Präsident Peter Meyer bestätigte die Expansionspläne ins Ausland: "Wir sind bereit, über die Grenzen zu gehen." Und dazu sind Präsident Meyer und Holding-Chef Stefan Müller sogar für eine intern heftig umstrittene Kooperation bereit.

Der ADAC soll exklusiver Servicepartner der Autohersteller werden und die Fahrzeuge wie im Heimatmarkt als Assistance-Anbieter betreuen. Ziel ist es, den Verkauf in China und anderen Ländern anzukurbeln.

Für viele ein Unding. Sie sehen es als Aufgabe des ADAC, die Hersteller im Sinne seiner Mitglieder kritisch zu begleiten und keine engen geschäftlichen Verbindungen einzugehen. Präsident Meyer sieht darin allerdings kein Problem: "Nach China sind wir gegangen, weil die Autohersteller dort Fuß fassen wollen.

Wir wollen ihr Wegbegleiter sein, damit sie den neuen Markt erschließen können." Ein hochrangiger ADAC-Mann sieht das anders und warnt: "Das ist eine Abhängigkeit, die dem Verein das Genick brechen kann." Der ADAC verkaufe sich damit an die Industrie.

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