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Showdown bleibt aus: Toyota holt die Le-Mans-Pole

Toyota erringt die Pole-Position für die 24 Stunden von Le Mans: Wurz/Sarrazin/Nakajima beim Start am Samstag ganz vorn - Porsche beim Comeback in Reihe eins

(Motorsport-Total.com) - Die prestigeträchtige Pole-Position für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2014 geht an Toyota. Kazuki Nakajima legte mit dem TS040 mit der Startnummer 7 im dritten und entscheidenden Qualifying schon früh eine Rundenzeit von 3:21.789 Minuten auf die Bahn.

Alexander Wurz, Kazuki Nakajima, Stephane Sarrazin

Pole-Position für Stephane Sarrazin, Kazuki Nakajima und Alexander Wurz Zoom

An dieser Marke biss sich man sich sowohl bei Porsche als auch im Audi-Lager die Zähne aus. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die entscheidende Schlussphase von zwei Neutralisationen mit Gelb gekennzeichnet war.

Die letzte Neutralisation wurde wenige Minuten vor Ablauf der Zeit ausgelöst, als Karun Chandhok mit dem in der LMP2-Klasse gemeldeten Oreca-Nissan des Murphy-Teams in die Streckenbegrenzung der Indianapolis-Kurve rodelte. Der mit Spannung erwartete Showdown im Kampf um die Le-Mans-Pole blieb somit aus (Live-Ticker der dritten Qualifying-Session).

Porsche beim Le-Mans-Comeback in Reihe eins

Romain Dumas, Marc Lieb, Neel Jani

Dumas/Jani/Lieb starten am Samstag aus der ersten Reihe Zoom

Neben dem in Köln beheimateten Polesitter Toyota brachte Porsche beim Le-Mans-Comeback eines seiner Autos in die erste Startreihe. Dumas/Jani/Lieb brachten es dank Romain Dumas auf eine persönliche Bestzeit von 3:22.146 Minuten. "Wir müssen über die erste Runde glücklich sein, Romain hat eine gute Runde gezeigt", berichtet Jani.

"Drei Zehntelsekunden auf so einer langen Runde sind Peanuts, daher schwingt auch ein bisschen Traurigkeit mit. Ich glaube, da wäre noch ein bisschen was gegangen, das zeigen auch die Sektorzeiten", bemerkt Jani und fügt hinzu: "Qualifying ist Prestige, das hat für das Rennen nichts zu bedeuten - und das wissen wir. Aber es war ein gutes Comeback. Wir müssen jetzt versuchen, keine Probleme zu bekommen, dann sind wir gut dabei."

In Reihe zwei stehen beim Start am Samstag der zweite Toyota (Davidson/Lapierre/Buemi; 3:22.523) sowie der zweite Porsche (Bernhard/Webber/Hartley; 3.22.908 gefahren in Qualifying 2). "Es war wichtig für uns, auf Pole zu fahren", freut sich Lapierre stellvertretend für das gesamte Team. "Porsche hat alles daran gesetzt, aber es war uns wichtig, in der ersten Reihe zu stehen. Wir wollten am Ende nochmal mit neuen Reifen raus, aber dann hatten wir leider diese Slow-Zone", deutet Lapierre an, dass man auf einen möglichen Porsche-Konter vorbereitet war.

Audi auf den Startplätzen fünf bis sieben, aber unbesorgt

Titelverteidiger Audi geht mit seinen drei R18 e-tron quattro von den Positionen fünf, sechs und sieben in die 24-Stunden-Hatz. Albuquerque/Bonanomi/Jarvis behielten im Lager der Ingolstädter mit 3:23.271 Minuten die Oberhand gegenüber Fässler/Lotterer/Treluyer (3:24.276) und Kristensen/Di Grassi/Gene (3:25.814). Lotterer deutete mit einer späten Bestzeit in Sektor eins aber an, dass für die Startnummer 2 ohne die letzte Gelbphase wohl mehr als Startplatz sechs drin gewesen wäre.

"Generell wären wir sowieso nicht auf das Niveau von Toyota gekommen." Oliver Jarvis (Audi)

Komplett zufrieden ist man im Audi-Lager nicht, man macht sich aber auch keine allzu großen Sorgen. "Es ist natürlich total frustrierend, dass niemand am Ende eine richtig schnelle Runde fahren konnte. Leider konnten wir so das Potenzial der neuen Autos gar nicht richtig sehen", bedauert Jarvis, fügt aber an: "Generell wären wir sowieso nicht auf das Niveau von Toyota gekommen. Für uns wäre maximal eine Rundenzeit von 3:22.5 möglich gewesen. Eventuell hätten wir auf Platz drei kommen können, mehr nicht. Das war uns ohnehin klar. Daher haben wir die ganze Zeit auf das Rennen hingearbeitet und uns nicht auf schnelle einzelne Runden konzentriert."

Die von der Pole-Position startende Toyota-Besatzung hatte auch in anderer Hinsicht etwas Glück auf ihrer Seite. Wurz war einige Minuten nach Nakajimas Bestzeit einmal kurz durchs Kiesbett gehoppelt - allerdings nicht auf einer fliegenden Runde, sondern auf der Anfahrt zur Box, nachdem er bereits in die Boxengasse abgebogen war. Ob das Auto dadurch für eine mögliche Schlussattacke gehandicapt war, bleibt offen.

Ligier auf der LMP2-Pole

Tristan Gommendy

Tristan Gommendy und Kollegen starten mit dem neuen Ligier JS P2 von der Pole Zoom

Das schnellere der beiden Rebellion-Autos (Prost/Heidfeld/Beche) startet am Samstag von Platz acht. Am zweiten R-One des Schweizer Teams traten wieder einmal technische Probleme auf. Somit konnten Kraihamer/Belicchi/Leimer im letzten und entscheidenden Qualifying keinen ernsthaften Angriff auf eine Verbesserung ihrer bis dato bestehenden Rundenzeit starten: Startplatz neun und damit die rote Laterne in der LMP1-Klasse für den Schweizer Boliden mit der Startnummer 13.

In der LMP2-Klasse sicherten sich Thiriet/Badey/Gommenday (TDS) im brandneuen Ligier-Nissan die Pole. Ausschlaggebend dafür war eine in Qualifying 3 gefahrene Zeit von 3:37.609 Minuten die Pole. Die Top 5 der Startaufstellung in dieser Klasse werden vom Zytek von Jota (Dolan/Tincknell/Turvey), dem Ligier von Oak (Brundle/Mardenborough/Schulzhitskiy), dem Morgan von G-Drive (Rusinow/Pla/Canal) sowie dem Alpine von Signatech (Chatin/Panciatici/Webb) komplettiert.

In der zweiten Prototypenklasse ist also für jede Menge Abwechslung gesorgt. Morand (Klien/Hirsch/Brandela) startet von Platz acht, das Team von Sebastien Loeb (Rast/Charouz/Capillaire) von elf. Murphy neben der sechstschnellsten Zeit vor allem dadurch in Erscheinung, dass Chandhok mit seinem Ausrutscher kurz vor Ablauf der Zeit die letzte Neutralisation auslöste.

Ferrari erringt die Pole-Position in der GTE-Pro-Klasse

Die Ehre der Pole-Position im GTE-Pro-Feld geht nicht ganz überraschend an Ferrari. Das AF-Corse-Trio Bruni/Vilander/Fisichella war dank einer von "Gimmi" Bruni gefahrenen Runde in 3:53.700 Minuten nicht zu schlagen. "Eine merkwürdige Session, zu viele Unterbrechungen und Unfälle. Das ist nicht gut". bemerkt Fisichella und bezieht sich dabei auf alle drei Qualifying-Sitzungen.

Ferrari Bruni Vilander Fisichella

AF-Corse-Ferrari: Polesitter in den Klassen GTE-Pro (Foto) und GTE-Am Zoom

"Unser Schwesterauto hat es in den Porsche-Kurven auch erwischt", so Fisichella in Anspielung auf den Abflug von James Calado, der Pierre Kaffer einen Last-Minute-Drive bescherte. "Gimmi hat einen super Job gemacht und das Auto auf Pole gestellt, aber das Rennen dauert 24 Stunden. Das ist eine lange Zeit", weiß Fisichella. Erster Verfolger des 458 Italia mit der Startnummer 51 ist beim Start die Corvette von Magnussen/Garcia/Taylor, gefolgt vom Aston Martin von Turner/Mücke/Senna sowie der zweiten Corvette (Gavin/Milner/Westbrook).

Das von Olaf Manthey betreute Porsche-Team startet mit seinen beiden 911ern von den Startplätzen sechs uns sieben. Das zweite Auto (Pilet/Bergmeister/Tandy) schaffte dabei im letzten Qualifying keine fliegende Runde. Pilet war gleich zu Beginn der Session ohne Vortrieb durch die Boxengasse gerollt, wollte auf Anweisung des Teams in die Box zurücksetzen, doch diesem Plan schoben die Regelhüter des ACO einen Riegel vor.

Stattdessen musste der Franzose direkt in den Parc-Fermé abbiegen. "Session gelaufen", so Pilet sichtlich enttäuscht, während die Kollegen auf Zeitenjagd gingen. Genau wie in der GTE-Pro-Klasse war AF-Corse auch in der GTE-Am-Klasse nicht zu schlagen. Wyatt/Rugolo/Bird haben als die Schnellsten (3:54.665 Minuten) die beste Ausgangsposition in dieser Klasse inne.

Damit ist für die 82. Auflage des Langstreckenklassikers an der Sarthe alles angerichtet. Bevor sich das Feld am Samstag um 15:00 Uhr in die 24-Stunden-Hatz stürzt, steht sechs Stunden vorher noch ein 45-minütiges Warmup auf dem Programm.

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