Robert Kubica schießt gegen Dries Vanthoor zurück

Dries Vanthoor attackierte Robert Kubica nach dem Unfall bei den 24 Stunden von Le Mans, nun reagiert der Ex-Formel-1-Pilot - Raffaele Marciello legt humorvoll nach

(Motorsport-Total.com) - Nach der 92. Auflage der 24 Stunden von Le Mans herrscht Eiszeit zwischen Ferrari/AF Corse und WRT/BMW. Der Unfall oder - je nach Sichtweise - der Abschuss von Robert Kubica gegen Dries Vanthoor schlägt weiter hohe Wellen. Nach Vanthoors Vorwurf, Kubica habe den Unfall absichtlich herbeigeführt, meldet sich nun der Pole zu Wort.

Titel-Bild zur News: Robert Kubica schießt gegen Dries Vanthoor zurück und kritisiert dessen Verhalten beim Überrunden

Robert Kubica schießt gegen Dries Vanthoor zurück und kritisiert dessen Verhalten beim Überrunden Zoom

"Erstens bin ich nicht die Art von Person, die in einem Rennen mit 300 km/h in Führung liegt und 18 Stunden vor Schluss in ein anderes Auto fährt", sagt er in einem Youtube-Video mit Motowizja. "Zweitens, wenn wirklich ich die Kollision ausgelöst hätte, hätte mein Auto wesentlich früher wieder rübergezogen, nicht erst nach der Berührung."

"Abgesehen davon gibt es viele Argumente, die keinen Sinn ergeben und nichts mit vernünftigem Rennsport zu tun haben. Das ist meine Meinung und wahrscheinlich die jedes vernünftig denkenden Fahrers."

Der AF-Corse-Pilot, der 2023 mit WRT den LMP2-Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) gewonnen hat, schießt zurück: "Ich komme aus einer Meisterschaft [der Formel 1], in der man Respekt vor den anderen Fahrern hat, vor allem vor den Führenden, wenn man überrundet wird."

"Auf der anderen Seite gibt es Meisterschaften, und anscheinend hat Dries an einer solchen teilgenommen, in denen blaue Flaggen, Regeln und Vorschriften keine Rolle spielen. Zum Glück bin ich in ersteren Meisterschaften groß geworden."

Generell sei er überrascht, dass es im Langstreckensport "nicht so viel Respekt" gebe - ironischerweise genau das, was Vanthoor Kubica in seiner Reaktion vorwirft. "Man muss sagen, dass die Toyota-Fahrer am respektvollsten sind und am meisten Verständnis für das haben, was hier passiert. Ich habe noch nie erlebt, dass mich ein langsamerer Toyota-Fahrer blockiert oder bedrängt hat, nicht einmal im Training."


Robert Kubicas Interview (c drücken für englische Untertitel)

"Aber es gibt Fahrer in langsameren Autos, die sich um jeden Preis beweisen wollen. Ich weiß nicht warum. Ich weiß, dass Dries die Anweisung bekommen hat, um jeden Preis in der Führungsrunde zu bleiben. Wenn mir jemand, zum Beispiel ein Ingenieur, sagen würde, ich solle aus dem achten Stock springen, würde ich das auch nicht tun. Aber offensichtlich gibt es Fahrer, die das tun würden."

Und er droht sogar indirekt mit einer Retourkutsche, sollten sich die Rollen in Zukunft vertauschen: "Irgendwann kann es auch mal umgekehrt sein. Und dann ist man froh, dass die anderen [Überrundeten] deine Position und dein Rennen zu schätzen wissen."

Marciello empfiehlt Kubica BMW-Spurhalteassistent

Dass die Wogen noch lange nicht geglättet sind, zeigt auch die Tatsache, dass BMW-Pilot Raffaele Marciello noch einmal nachlegt und ein humorvolles Bild aus der Twitter-Community auf seinem Instagram-Account teilt. Marciello, der sonst stets für seine prompten Reaktionen auf strittige Szenen bekannt ist, hat sich nach dem Unfall seines Teamkollegen lange Zeit auffallend ruhig verhalten.

Nun nimmt er den Unfall mit einem Bild aus der Community auf die Schippe: "BMW-Spurhalteassistent - Hält dich in der Spur", heißt es darin. Das Meme entstand am Donnerstagabend auf dem Twitter-Account eines Fans von Kamui Kobayashi.

Es bezieht sich auf einen Werbespot von BMW, in dem der Spurhalteassistent beworben wird. In dem Spot wird ein Auto, das im Begriff ist, seine Spur zu verlassen, in zwei Hälften geteilt und auf der anderen Seite wieder in die Spur eingeführt. BMW wirbt damit für die Unmöglichkeit, die eigene Spur zu verlassen.

Im neuen Meme teilt sich der gelbe AF-Corse-Ferrari #83 (Kubica/Schwarzman/Ye) auf die gleiche Weise und vermeidet so eine Kollision mit dem BMW #15 (D. Vanthoor/Marciello/Wittmann).

Fairerweise muss man dazu sagen, dass das Bild die Situation nicht hundertprozentig wiedergibt, denn die Berührung fand erst statt, als Kubica den BMW M Hybrid V8 schon halb überholt hatte und nicht, als er noch halb hinter ihm lag. Die Situation erinnert an den Unfall von Earl Bamber beim WEC-Rennen in Spa-Francorchamps.

Eine mögliche Erklärung könnten die im Vergleich zu früher breiteren Hypercars sein. Kubica ist bis 2023 LMP2 gefahren. Diese Autos sind nur 1,90 Meter breit. Die Verschmälerung geht auf die auf Effizienz getrimmte LMP1-Generation von 2014 bis 2020 zurück, bei der das Maß zur Verringerung der Stirnfläche festgelegt wurde.

Analog dazu wurden auch die LMP2 mit der Generation 2017 um zehn Zentimeter schmaler.
Und auch die DPi-Boliden in der IMSA SportsCar Championship, mit denen Bamber bis Ende 2022 unterwegs war, waren 190 Zentimeter breit. Mit den Hypercars beziehungsweise GTP-Boliden kehrte man wieder zum klassischen Zwei-Meter-Maß zurück.

Allerdings bestritt Bamber 2023 bereits eine komplette WEC-Saison mit dem zwei Meter breiten Cadillac V-Series.R.

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