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Reifenwärmer WEC 2024: Le Mans vielleicht, Spa nein

Die Reifenwärmer könnten bei den 24 Stunden von Le Mans zurückkehren, stellt Frederic Lequien in Aussicht - Bei den 6h Spa gibt es allerdings keine Ausnahme

(Motorsport-Total.com) - Bei den Rennen nach Le Mans spielte die Diskussion wegen der sommerlichen Temperaturen keine Rolle mehr, doch im Frühjahr war es der Aufreger in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) schlechthin: Als sich bei den 6 Stunden von Spa die Autos reihenweise von der Strecke drehten, hagelte es Kritik am Verbot der Reifenwärmer, das aus Umweltschutzgründen für 2023 neu eingeführt worden war.

Titel-Bild zur News: Die Reifen kommen auch in der WEC 2024 kalt ans Auto - außer vielleicht in Le Mans

Die Reifen kommen auch in der WEC 2024 kalt ans Auto - außer vielleicht in Le Mans Zoom

Für die 24 Stunden von Le Mans kehrten die Öfen einmalig zurück, danach verschwand die Diskussion wegen der warmen Temperaturen. Nun stellt der ACO klar: Bei den regulären WEC-Rennen wird es keine Reifenwärmer geben, bei den 24 Stunden von Le Mans ist eine Ausnahme aber denkbar.

"Im Moment ist die Entscheidung für Le Mans noch nicht gefallen", sagt Lequien. "Le Mans ist wegen der Temperaturunterschiede [zwischen Tag und Nacht], der verschiedenen Klassen und des unterschiedlichen fahrerischen Niveaus der Fahrer etwas ganz Besonderes."

Ein weiterer Unterschied sei die Drei-Klassen-Struktur in Le Mans, wo mindestens 15 LMP2-Fahrzeuge am Start sein werden, während der Rest der WEC-Saison 2024 in zwei Klassen (Hypercar und LMGT3) ausgetragen wird.

Lequien stellt jedoch klar, dass es bei den restlichen sieben Rennen kein Vorwärmen der Reifen geben wird: "Ich kann Ihnen sagen, dass wir die Reifenwärmer für den Rest der Saison abschaffen werden, keine Frage.

Das entspricht dem Sportlichen Reglement der WEC 2024, das die "Verwendung von thermischen oder wärmespeichernden Vorrichtungen" verbietet. Das gilt also auch für die 6 Stunden von Spa, die aufgrund ihres Termins im Frühjahr anfällig für kalte Temperaturen sind.

Am Rennwochenende 2024 kam es zu mehreren Unfällen, darunter Brendon Hartley im Toyota GR010 Hybrid, Antonio Fuoco im Ferrari 499P und mehrere Boliden in den Einführungsrunden. Auch kam es im Bereich Eau Rouge/Raidillon zu mehreren gefährlichen Situationen.

James Calado, der beim Prolog in Sebring mit kalten Reifen ebenfalls in seinem Ferrari verunglückte, warnte schon damals: "Könnt ihr euch vorstellen, in Spa bei fünf Grad aus der Box zu kommen und in die Eau Rouge zu fahren?" Dieselbe Frage stellt sich für 2024 nun aufs Neue.