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Porsche fordert einheitliches WEC-/IMSA-Reglement und mehr Elektro

Die neue Goldene Ära kommt mit einem Schönheitsfehler her - Der LMH-/LMDh-Dualismus muss mit dem nächsten Regelwerk behoben werden, fordert Porsche

(Motorsport-Total.com) - Während sich der Zirkus auf die neue Goldene Ära des Sportwagensports freut, die im Jahr 2023 mit dem Einstieg einer ganzen Reihe von Hersteller in die neue einheitliche Topklasse GTP/Hypercar beginnt, denkt Porsche bereits an den nächsten Schritt. Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach fordert eine baldige Vereinheitlichung der Regularien und eine stärkere Elektrokomponente.

Der Porsche 963 nach LMDh-Regularien muss sich mit Le-Mans-Hypercars messen

Der Porsche 963 nach LMDh-Regularien muss sich mit Le-Mans-Hypercars messen Zoom

Der kleine Schönheitsfehler ist, dass die neue Topklasse bis mindestens 2027 aus Fahrzeugen besteht, die nach zwei unterschiedlichen Reglements aufgebaut sind. Die Spaltung in Le-Mans-Hypercars (LMH) und Le-Mans-Daytona-Hybrid-Boliden (LMDh) war eine Notwendigkeit, um die Interessen aller beteiligten Hersteller zu berücksichtigen.

So forderte Toyota, ein eigenes Hybridsystem entwickeln zu dürfen. Auch Peugeot und Ferrari haben sich für den LMH-Weg entschieden, bei dem ein eigenes Chassis und Hybridsystem entwickelt werden können. Die vier IMSA-Hersteller, darunter Porsche, sowie Alpine und Lamborghini haben sich für den günstigeren LMDh-Weg mit Fremdchassis entschieden. Die Boliden sind für fünf Jahre homologiert.

Laudenbach ist sich aber sicher, dass sich alle Hersteller auf ein einheitliches Regel-Set für die späten 2020er-Jahre werden einigen können. Das würde den BoP-Prozess (Alle Abkürzungen im Langstrecken-ABC erklärt!) erleichtern, weil es weniger Faktoren gäbe. Beispielsweise wirkt der Hybrid der LMH-Boliden auf die Vorder-, der der LMDh-Fahrzeuge auf die Hinterräder.


IMSA-GTP-Testfahrten Anfang Dezember in Daytona

"Langfristig sollten wir darüber nachdenken, diese beiden Klassen zu vereinen", sagt Laudenbach im Vorfeld der 24 Stunden von Daytona. "Es ist großartig, dass wir die Konvergenz haben, die es uns erlaubt, mit demselben Fahrzeug in IMSA und WEC anzutreten."

"Dennoch bedeutet es, dass zumindest in der WEC zwei Kategorien ausbalanciert werden müssen. Das macht es deutlich schwieriger, als wenn man dieselben Regularien für jeden hat. Die Konvergenz kam erst zustande, als diese Regularien schon feststanden. Da kann man niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Es ist schön, dass sie zusammengefunden haben. Langfristig würde ich gern von den zwei unterschiedlichen Ansätzen weg."

Muss der Langstreckensport komplett elektrisch werden?

Welche Ansätze es dafür gibt? Laudenbach sieht vor allem in der Elektro-Komponente Potenzial für die Zukunft. Fürs Erste kommt bei den LMDh ein Mini-Hybridsystem zum Einsatz, das nicht einmal 100 PS leistet. Die Systeme der LMH-Boliden leistet 272 PS - weit weg von den alten LMP1-Systemen, bei denen 500 PS möglich waren.

Thomas Laudenbach hat klare Vorstellungen von der Zukunft

Thomas Laudenbach hat klare Vorstellungen von der Zukunft Zoom

"Wenn man LMDh als Startpunkt nimmt, kann man systematisch die Leistung des elektrischen Teils steigern", so Laudenbach. "Der nächste Schritt könnte sein, mehr Freiräume zu ermöglichen - also mehr Leistung und Speicherkapazität, um der elektrischen Komponente mehr Bedeutung zukommen zu lassen."

"Eines Tages, und das ist sicherlich nicht morgen, kommen wir womöglich zu dem Punkt, an dem wir entscheiden müssen, ob wir rein batterieelektrische Fahrzeuge einsetzen wollen oder nicht. Natürlich ist der größte Punkt die Reichweite. Deshalb wird der Langstreckensport sicher nicht die erste Kategorie werden, die komplett elektrifiziert wird."

"Aber wir haben jetzt Hybriden, und das können wir in Zukunft sicherlich ausbauen. Vielleicht brauchen wir den großen Schritt in der langfristigen Zukunft, man weiß nie. Schauen wir mal, wie weit wir mit diesem System kommen."

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