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Le Mans und Co.: Großangriff von Honda und Wirth

Exklusiv: Virgin-Designer Nick Wirth arbeitet gemeinsam mit Honda an gleich drei Prototypen - 2012 soll ein brandneues Coupe die Autos von Audi und Peugeot jagen

(Motorsport-Total.com) - Die Prototypen aus der Feder von Virgin-Designer Nick Wirth haben die Szene in der American Le-Mans-Series (ALMS) seit Jahren im Griff. Die Fahrzeuge, die anfangs unter dem Label Acura und nun unter dem Namen von HPD (Honda Performance Development) eingesetzt wurden, stellen nichts anderes dar als einen verdeckten Werkseinsatz des japanischen Automobilbauers. Auch in Zukunft versteckt sich Honda hinter dem Kürzel HPD, lässt unter anderem Highcroft die Arbeit an der Strecke machen.

Marino Franchitti, Simon Pagenaud, David Brabham

Der Acura von Highcroft wird für die neue Saison komplett überarbeitet Zoom

In diesem Jahr werden die Amerikaner nicht nur einen neuen 3,4-Liter-V8-Motor einsetzen, sondern gleich ein völlig überarbeitetes Fahrzeug nach LMP2-Reglement. Und das ist längst nicht alles. In den Büros von Wirth Research in Großbritannien rechnen die gigantischen Computer an drei Prototypen gleichzeitig. "Wir haben mit unseren Programmen die Jahre 2011 und 2012 im Blick", erklärt Nick Wirth im exklusiven Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"In diesem Jahr werden wir gemeinsam mit HPD den bisherigen LMP2-Wagen runderneuert an den Start bringen. Da wird der neue Honda-Motor drinstecken, der im Moment schon bei Tests unterwegs ist", sagt der Brite über jenes LMP2-Projekt, über das bisher ohnehin schon viel bekannt ist. "Die neue Version wird ARX-01d heißen. Mindestens zwei Teams werden den Wagen in diesem Jahr in Europa einsetzen."

Mit Strakka ist man sich über den Einsatz des Autos bereits einig. "Das zweite Team hat zwar schon unterschrieben, aber man will mit der offiziellen Verkündung noch etwas warten", sagt Wirth. Der Virgin-Formel-1-Designer ist leidenschaftlicher Le-Mans-Liebhaber. Beim Stichwort Prototypen sprudelt es fröhlich aus ihm heraus. Er spricht plötzlich Geheimnisse aus.

Wirth zeichnet mit seinem Unternehmen für den Entwurf verantwortlich Zoom

"Im Bereich LMP1 arbeiten wir sogar an zwei Fronten gleichzeitig", so Wirth. "Wir haben uns recht spät entschieden, den bisherigen LMP1-Wagen für dieses Jahr deutlich umzurüsten. Eigentlich wird es nahezu ein ganz neues Auto. Im mechanischen Bereich bekommt der Wagen ein neues Getriebe, ein neues Lenksystem, neue Aufhängungen und einiges mehr. Es gibt außerdem ein komplett neues Aerodynamikpaket."

"In Zusammenarbeit mit HPD bringen somit dieses Jahr auch noch den ARX-01e. Das haben wir bisher geheim vorangetrieben", verrät der Entwickler, dessen Unternehmen als Vorreiter in Bezug auf den Einsatz von CFD (Computational Fluid Dynamics) gilt. "Unsere Zusammenarbeit mit Honda funktioniert prächtig. Gemeinsam wollen wir nun dafür sorgen, dass unser Auto in Le Mans fährt und auch in der ALMS."

"Dieser neue LMP1 ist ein gewaltiger Fortschritt. Da stecken schon viele Details drin, die man auch an unserem neuen Coupe für 2012 wiederfinden wird", erklärt Wirth die Pläne für den ganz großen Angriff in Le Mans und in der ALMS. "Seit 14 Monaten arbeiten wir schon an diesem neuen Auto. Bisher war es eher ein internes Forschungsprojekt. Aber mittlerweile können wir es kaum noch erwarten, dias Coupe auf der Strecke zu sehen."

"Es ist ein wirklich aufregendes Projekt. Wir geben alles, damit es pünktlich für 2012 fertig wird. Testen werden wir es wohl ab Dezember dieses Jahres", sagt der Brite über seinen neuen Trumpf im Ärmel. Das neue Coupe soll auf Grundlage der neuen ACO-Regeln für Furore sorgen. "Die Dieselautos waren kaum noch einzufangen, wegen der schieren Power. Es ist richtig, dass der ACO nun die Notbremse gezogen hat. Ich bin ganz sicher, dass wir in der LMP1-Klasse erstklassigen Sport sehen werden."

"Wir gehen fest davon aus, dass wir eine gute Rolle spielen können." Nick Wirth

"Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem ARX-01e ein gutes Auto haben werden", sagt Wirth über die Chancen im Jahr 2011, einem Übergangsjahr. "Wenn man allerdings einen Prototypen speziell auf Grundlage der neuen Regeln aufbaut, dann muss es ein geschlossenes Auto sein. Sonst kannst du Peugeot und Audi nicht schlagen. Genau das haben wir aber vor. Deswegen gehen wir in Richtung Coupe. Wir gehen fest davon aus, dass wir eine gute Rolle spielen können."

"Ich persönlich finde es auch gut, dass der ACO mit den neuen Regeln dafür sorgt, dass der Benzinverbrauch heruntergeschraubt wird. Die Welt ist im Wandel und der ACO reagiert darauf. Ich finde auch die aktuellen Diskussionen über das Reglement für die Zeit ab 2014/2015 sehr interessant", blickt der Designer in die weitere Zukunft von Le Mans. "Ich bin mit diesem Weg sehr glücklich, der ACO macht es richtig. Man darf sich in den kommenden Jahren auf tolle Kämpfe freuen."

Das legendäre 24-Stunden-Rennen könnte sich in den kommenden Jahren wieder zur großen Schlacht der Hersteller entwickeln. Toyota geht mit Rebellion den ersten Schritt zurück nach Le Mans, Wirth plant den Angriff mit freundlicher Unterstützung von Honda. "Im Moment sprechen wir mit HPD darüber, ob sie sich die Rechte am neuen Coupe ebenfalls sichern", erklärt Wirth. "Wir haben noch nichts unterschrieben, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es so kommen wird. Es geht eindeutig in diese Richtung."

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