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Ferrari-Chef zu Hypercar-Plänen: WEC und 24h Le Mans mit LMH-Prototyp

Ferrari wird 2023 mit einem Hypercar in der WEC und bei den 24h Le Mans starten - Doch die Pläne bezüglich LMH-Fahrzeug haben sich inzwischen ein wenig geändert

(Motorsport-Total.com) - Zurück in die Zukunft heißt es ab dem Jahr 2023 für Ferrari: Dann greift die italienische Edelschmiede in der Hypercar-Klasse mit einem Hypercar in der WEC und bei den 24h Le Mans an. Erste Informationen zum Fahrzeug verrät Ferraris GT-Chef Antonello Coletta.

Ferrari-Schriftzug

Ferrari baut wohl einen reinrassigen Prototypen für sein LMH-Abenteuer Zoom

"Es wird ein brandneues Auto werden, nicht abgeleitet von einem unserer aktuellen oder zukünftigen Hypercars für die Straße", stellt Coletta im Gespräch mit der 'Gazzetta dello Sport' klar. Das stellt einen Sinneswandel der Marke mit dem springenden Pferd dar, die sich in der Vergangenheit für LMH-Boliden stark gemacht hat, die direkt vom Straßen-Hypercar abgeleitet werden.

Ferrari entscheidet sich gegen Serien-Derivat in der LMH-Klasse

Es verwundert allerdings nicht bei einem Blick auf die aktuelle Modellpalette. Denn aktuell baut Ferrari keinen richtigen Supersportler und auch kein Hypercar mehr. Der FXX K wird seit 2017 nicht mehr produziert, der LaFerrari seit 2018 nicht mehr. Das leistungsstärkste Fahrzeug in Ferraris Modellpalette ist derzeit der SF90 Stradale.

Auch wenn der SF90 Stradale nicht so extrem für die Rennstrecke gebaut wurde wie der FXX K, können sich die Daten mehr als sehen lassen. Das Fahrzeug ist der erste Plug-in-Hybrid in Ferraris Firmengeschichte und das erste, das es auf eine Systemgesamtleistung von 1.000 PS bringt. 780 PS steuert der 4-Liter-V8-Turbo bei, 220 PS der Elektromotor.

Trotzdem geht man mit dem Hypercar für die WEC und die 24 Stunden von Le Mans eigene Wege, betont Coletta: "Die Formen werden vom Windkanal diktiert, so wie auch in der Formel 1. Prototypen bergen zwar das Risiko, dass sie alle gleich aussehen, aber wir haben es uns zum Ziel gemacht, einen zu kreieren, der die Ferrari-DNA in sich trägt und sofort wiedererkennbar ist."


WEC: LMH und LMDh im Vergleich

Die neue Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) wird zweigeteilt sein - Ein Blick auf die zwei Konzepte LMH und LMDh

"Wir haben uns entschieden, in der LMH-Kategorie teilzunehmen, und zwar mit einem Hybrid-Motor und Allrad-Antrieb. Wir werden einige sehr starke Gegner herausfordern, die aus großen Marken bestehen, die schon die 24h Le Mans und die WEC gewonnen haben."

Hypercar-Engagement: Technologische und finanzielle Gründe

Dass man sich ausgerechnet jetzt wieder in die Top-Klasse der Langstrecke wagt, 50 Jahre nach der letzten Le-Mans-Teilnahme, hat auch technologische und finanzielle Gründe, wie Coletta erneut bekräftigt: "Die neue Kategorie wird von den Kosten her überschaubarer sein, etwa 60 Prozent weniger als die LMP1."

"Dazu steigen der Gegenwert für Werbung und Image an", erklärt Coletta. Dieser Umstand liegt alleine schon darin begründet, dass mehrere Marken den Wettstreit gegeneinander antreten. Ein Sieg gegen einen Konzern wie Toyota lässt sich eben besser vermarkten, als einer gegen Glickenhaus.

Jochen Rindt

1965 gewann Ferrari zuletzt in Le Mans - damals mit Jochen Rindt Zoom

Da sich Ferrari unter diesen Voraussetzungen mit Gegnern wie Toyota, Porsche, Audi und Peugeot misst, findet Coletta: "Es ist eine einmalige Gelegenheit für den Langstreckensport, wieder an die Popularität der Vergangenheit anzuknüpfen."

Ferrari hat erst in diesem Februar seinen Einstieg in die Hypercar-Klasse bekanntgegeben. Inzwischen ist auch AF Corse als offizielles Werksteam bestätigt. Der LMH-Prototyp soll laut 'Gazzetta dello Sport' im Mai oder Juni 2022 für erste Testfahrten fertig sein.

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