• 08.01.2015 08:16

  • von Roman Wittemeier

Einstufungen: Walliser wünscht "mehr Fingerspitzengefühl"

Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser über den Stellenwert der WEC und die Erwartungen für die Langstreckensaison 2015: Noch ein GT-Pilot in die LMP1?

(Motorsport-Total.com) - So kurios es klingen mag: Ein Sieg beim Saisonstart hat Porsche in der GTE-Klasse der WEC das gesamte Jahr vermasselt. Die Zuffenhausener, die beim Auftakt 2014 in Silverstone rein konzeptbedingt (Heckmotor und -antrieb) im Regen die schnellsten Autos hatten, wurden nach dem Erfolg in Großbritannien mit einer verschlechterten Einstufung betraft. Die Regelhüter agierten auf Grundlage eines Rennens, das kaum Rückschlüsse auf das wahre Kräfteverhältnis zwischen Porsche, Aston Martin und Ferrari zuließ.

Titel-Bild zur News: Frank-Steffen Walliser

Fordert veränderte Einstufungen: Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser Zoom

"Wir haben, was die Rennen angeht, ein schwieriges Jahr hinter uns - sowohl was unsere eigene Performance als auch was die Rahmenbedingungen angeht", schildert Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wir machen natürlich zuerst unsere eigenen Hausaufgaben, das ist das Wichtigste. Wir wissen, wo wir Dinge besser machen müssen." Eine nicht perfekte Balance und hoher Reifenverschleiß waren die Schwachstellen des 911 RSR in der vergangenen Saison.

In der Teamwertung belegte man zum Abschluss des Jahres den zweiten Rang hinter Ferrari. Der oftmals extrem schnelle Aston Martin konnte sein Tempo nicht immer in viele Punkte umsetzen - obwohl über Waiver und Einstufungen die britische Mannschaft zum Favoriten gemacht worden war. "Ich nehme mit, dass wir eigentlich eine gute Rennserie haben, vom Format und von der Professionalität, wie die Rennen durchgeführt werden. Wir fühlen uns hier wohl", fasst Walliser seine WEC-Eindrücke zusammen.

Springen weitere Fahrer vom GT in den LMP1?

Weil die weltweite Bühne der Langstrecken-WM als wichtiges Schaufenster für die Darstellung des 911 RSR gilt, wird Porsche auch in diesem Jahr unter dem Banner von Manthey zwei Werksautos auf die Bahnen schicken. "Die WEC ist wichtig für uns", sagt der Motorsportchef. Auch für die Piloten ist die Szene von großer Bedeutung. Das Beispiel Marc Lieb hat gezeigt, dass es innerhalb des Konzerns interessante Perspektiven geben kann. Der Ludwigsburger sprang vom GT in den LMP1 - andere könnten folgen.

Frederic Makowiecki

LMP1-Kandidat: Fred Makowiecki (re.) war beim Test im 919 Hybrid sofort schnell Zoom

"Angst habe ich da überhaupt nicht", sagt Walliser angesichts der Gefahr, weitere Fahrer aus seinem GT-Kader abtreten zu müssen. "Im Gegenteil, das wäre eine große Freude. Vom Junior-Team aus, mit dem wir Fahrer im Carrera-Cup und im Supercup fördern, die dann zu Werksfahrern aufsteigen können und eine Ausbildung genießen, die es ihnen ermöglicht, als professioneller Rennfahrer ihr Geld zu verdienen. Das sind die Ziele des Programms."

"Wenn es dann funktioniert, dass ein Junior zum Werksfahrer wird und dann in den LMP aufsteigt, ist das perfekt. Es wäre eine Herausforderung, wie man die Saison dann meistert, aber es gibt Schlimmeres", sagt Walliser. Derzeit plant man in den beiden GTE-Werksautos mit Michael Christensen und Richard Lietz sowie Patrick Pilet und Frederic Makowiecki. Vor allem dem jungen Dänen werden neben Nick Tandy gute Chancen eingeräumt, einen Platz im dritten LMP1-Auto an der Seite von Nico Hülkenberg zu ergattern.


Porsche-WEC-Saisonrückblick 2014

"Natürlich wünscht man sich Konstanz und das richtige Fingerspitzengefühl der Reglementgeber bei der Einstufung. Dann passt es, dann ist guter Sport möglich", sagt der Porsche-Motorsportboss mit Blick auf das Jahr 2015. Die LMP1-Szene habe im vergangenen Jahr ein gutes Vorbild geliefert. Fairer Wettbewerb und zusätzliche Konkurrenten wären wünschenswert. "Wir sind da. Und wo wir sind, ist es auch für andere interessant. Ich habe einen Namen gehört. Wenn das stattfindet, wäre das schön", sagt Walliser und meint offenbar Ford. Die Amerikaner wollen 2016 mit einem GTE-Werksprogramm an der Sarthe antreten.

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