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Christian Klien: "LMP1 ist mein klares Ziel"

Christian Klien startet 2015 in der LMP2-Klasse der Langstrecken-WM - Im Interview spricht der Österreicher auch ein zukünftiges LMP1-Projekt mit SARD-Morand an

(Motorsport-Total.com) - Der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien wird in der kommenden Saison in der Langstrecken-WM (WEC) an den Start gehen. Der Morand-Rennstall, für den der Österreicher im Vorjahr in der European Le-Mans-Series (ELMS) gefahren ist, ist eine Partnerschaft mit dem japanischen Tuning-Spezialisten SARD eingegangen. Gemeinsam tritt man 2015 in der LMP2-Klasse der WEC an. Klien wird sich das Auto mit der Startnummer 39 mit Koki Saga teilen.

Christian Klien

Christian Klien will langfristig gesehen wieder in der LMP1-Klasse fahren Zoom

Zum Einsatz kommt weiterhin das bewährte Morgan-Chassis mit offenem Cockpit. Das Auto wurde vor allem aerodynamisch überarbeitet. Getestet wurde im spanischen Aragon und beim WEC-Prolog im französischen Le Castellet. 'Motorsport-Total.com' hat sich beim Prolog mit Klien über seine Planungen unterhalten. Langfristig ist ein LMP1-Projekt mit SARD vorstellbar.

Frage: "Christian, ist die LMP2 dein Hauptziel oder eine Durchlaufstation?"
Christian Klien: "Ich würde schon sagen, dass es eine Durchlaufstation ist. In den vergangenen beiden Jahren war der Wettbewerb in der ELMS sehr gut. In diesem Jahr sind auch mehrere Autos dabei. Es ist eine sehr gute Serie, aber als Rennfahrer will man natürlich weiter hinauf. Die LMP1 ist ganz klar mein Ziel, aber um sich für diese Serie zu bewerben, muss man hier fahren."

Frage: "Die WEC hat eine gute Entwicklung hingelegt. Ist die LMP1 quasi die neue Königsklasse im Motorsport, ist das aus deiner Sicht der Fall?"
Klien: "In der Formel 1 ist in den vergangenen Jahren der Wurm drin. Das sehen jetzt auch die Fans, und die Fans schauen sich natürlich um. Jetzt gibt es die Langstrecken-WM mit vielen interessanten Werken und tollen Rennen. Mir kommt vor, dass die Fans auf den Geschmack der Langstrecke gekommen sind. Als ich noch bei Peugeot war, war es mit zwei Herstellern ein wenig langweilig. Jetzt ist es viel interessanter. Ich denke auch, dass diese Serie die Chance hat, eine sehr gute Alternative zur Formel 1 zu sein."

Frage: "Was muss sich deiner Meinung nach noch ändern, damit die WEC diese Alternative wird?"
Klien: "Ich denke, medial müsste es noch etwas besser werden. Natürlich ist es schwierig, ein 6-Stunden-Rennen im Fernsehen zu übertragen. Man muss eine Lösung finden, es für den Zuschauer knackiger zu machen. Dann hat man vor dem Fernseher auch mehr Zuschauer."

Frage: "Ist das neue Qualifying-Format ein Schritt in diese Richtung?"
Klien: "Das ist sicher ein Schritt. Es muss für die Fans durchsichtiger werden. Wir haben im Vorjahr gesehen, dass die Rennen spannend zu verfolgen sind. Generell ist die Serie für Motorsportbegeisterte sehr, sehr interessant."

LMP1-Projekt denkbar

Frage: "Dein Ziel ist es natürlich, wieder ein Werksfahrer zu werden, aber könntest du dir auch vorstellen mit SARD ein LMP1-Projekt zu starten?
Klien: "Absolut."

Frage: "Ist das realistisch?"
Klien: "Ja, es ist realistisch. Nach dem vergangenen Jahr hätte eine weitere Saison ELMS für mich keinen Sinn gemacht. Ich wollte definitiv in die WEC. Dass wir als kleines Team nach zwei Jahren in der ELMS aufgestiegen sind, ist sehr gut. Dass jetzt auch SARD dabei ist, war ein großer Grund, dass ich dabei bleibe und jetzt in der WEC fahre. Die Pläne von SARD sind die LMP1. Das würde auch für mich gut zusammenpassen und Sinn machen."

Frage: "Bist du auf dem Weg dorthin eingebunden, da du die LMP1 kennst?"
Klien: "Momentan ist noch alles sehr früh. Jetzt haben wir den ersten Test absolviert, bei dem SARD mit Morand in der LMP2 zusammenarbeitet. Diese Saison ist auch für SARD ein Lernjahr. Über die LMP1 ist es deshalb noch zu früh zu sprechen."

Frage: "Ihr fahrt im Vergleich zum neuen Ligier mit einem etwas älteren Auto."
Klien: "Wir haben ein neues Aerodynamikpaket, das wie vier Tage in Aragon getestet haben. Damit haben wir ungefähr eine halbe Sekunde gefunden. Beim Test in Aragon war auch Ligier dabei und wir haben gesehen, dass wir nicht weit weg sind. Wir können die Zeiten mitgehen. Wie gut das Oreca-Auto ist, müssen wir abwarten, aber sie haben sicher noch Potenzial nach oben."

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