Startseite Menü

Audi: Hybrid und Allrad für Le Mans

Quattro-Antrieb und Hybrid-System mit Schwungradspeicher - Mit dem R18 e-tron quattro beginnt für Audi ein neues Zeitalter im Langstreckensport

(Motorsport-Total.com/SID) - Audi peilt mit einer Weltpremiere den dritten Le-Mans-Sieg in Folge an: Der Ingolstädter Automobilkonzern präsentierte am Mittwochabend in München den neuen R18 e-tron quattro mit Allrad und einem Diesel-Hybridantrieb. "Die Kombination von TDI und Hybrid ist besonders interessant und vielversprechend", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der sein Team nach den ersten Siegen mit einem Direkteinspritzer und einem Diesel erneut als "Pionier der ersten Stunde und Trendsetter" sieht: "Die Hybridtechnologie für Le Mans zu entwickeln, ist mindestens so ehrgeizig und anspruchsvoll, wie es unser Dieselprojekt zu Anfang war. Die ersten Testergebnisse sind vielversprechend."

Audi R18 e-tron quattro

R18 e-tron quattro lautet Audis Antwort auf die Konkurrenz von Toyota Zoom

"Audi hat sich im Motorsport bisher immer ganz bewusst für Rennserien und Kategorien entschieden, die einen engen Bezug zu Serie und damit eine technische Relevanz für die Audi-Kunden haben", erklärt Ullrich, der den neuen Audi R18 e-tron quattro bei seiner Weltpremiere im Audi Training Center am Flughafen München persönlich auf die Bühne fuhr - rein elektrisch und nahezu lautlos.

Beim Audi R18 e-tron quattro wird an der Vorderachse Bewegungsenergie in den Bremsphasen zurückgewonnen. Sie wird elektrisch in einen Schwungradspeicher eingespeist und beim Beschleunigen ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h wieder abgerufen. In diesen Vorgang ist ausschließlich die Vorderachse eingebunden. Das über 510 PS starke V6-TDI-Aggregat gibt seine Kraft weiterhin an die Hinterräder. Beide Systeme zusammen ergänzen sich zum neuen Antriebsprinzip e-tron quattro.

Projektstart im Februar 2010

Audi R18 e-tron quattro

Der Schwungradspeicher des R18 e-tron quattro wurde von Williams entwickelt Zoom

Das Projekt e-tron-quattro für den Motorsport begann im Februar 2010. Von den ersten Konzeptideen bis zum ersten Testeinsatz vergingen gerade eineinhalb Jahre. "Das ist für eine Technologie, die so noch nie im Motorsport erprobt worden ist und in dieser Form auch noch nicht in der Serie existiert, ein relativ kurzer Zyklus", betont Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Technik bei Audi Sport. "Entsprechend groß ist die Herausforderung."

Parallel zum Audi R18 e-tron quattro entwickelte Audi Sport den Audi R18 ultra - denn Audi fährt bei den 24 Stunden von Le Mans und in der neu geschaffenen Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in diesem Jahr zweigleisig - den Audi R18 des Modelljahres 2012 gibt es mit und ohne Hybridantrieb. Beide Fahrzeuge sind von der Basis her völlig identisch. Der Zwillingsbruder des R18 e-tron quattro macht seiner Typenbezeichnung "R18 ultra" dabei alle Ehre: Er ist der leichteste Le-Mans-Prototyp, der bei Audi je gebaut wurde.

Innovation im Bereich der Kraftübertragung

R18 ultra

Zweimal R18: Einmal ohne, einmal mit Hybridsystem Zoom

Um das zusätzliche Gewicht des Hybridsystems zu kompensieren, stand bei der Weiterentwicklung des 2011 in Le Mans siegreichen R18 TDI das Thema Leichtbau im Vordergrund. Eine echte Innovation gibt es dabei neben zahlreichen anderen Detailoptimierungen im Bereich der Kraftübertragung: Für den R18 wurde ein neues Getriebe mit CFK-Gehäuse entwickelt - eine Premiere auf der Langstrecke.

"Der neue R18 ultra ist eine deutliche Evolution des Le-Mans-Siegerwagens aus dem Vorjahr", bilanziert Ullrich. "Die Eindrücke unserer Fahrer waren vom ersten Moment an sehr positiv. Und ohne den gewichtsoptimierten R18 ultra wären wir nicht in der Lage gewesen, den R18 e-tron quattro zu realisieren, der abgesehen vom Hybridsystem absolut baugleich ist."

Audi mit vier Autos nach Le Mans

Wolfgang Ullrich (Audi Sportchef), Benoit Treluyer, Marcel Fässler

Die Siegermannschaft von 2011 tritt im R18 e-tron quattro zur Titelverteidigung an Zoom

Bei den 24 Stunden von Le Mans setzt das Team Joest je zwei R18 e-tron quattro und zwei R18 ultra ein. Die beiden Hybridfahrzeuge werden vom Siegertrio des Vorjahres, Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer sowie den insgesamt 13-fachen Le-Mans-Siegern Dindo Capello, Tom Kristensen und Allan McNish pilotiert. Neuverpflichtung Loic Duval startet gemeinsam mit Timo Bernhard und Romain Dumas mit einem R18 ultra, ebenso Marco Bonanomi, Oliver Jarvis und Mike Rockenfeller.

In selber Formation bestreitet das Joest auch den Weltmeisterschaftslauf in Spa-Francorchamps am 5. Mai, der gleichzeitig als Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans dient. Nur Mike Rockenfeller wird bei diesem Rennen wegen einer Terminüberschneidung mit der DTM fehlen. In Belgien wird es zu einem direkten Zusammentreffen mit Toyota kommen, die ihren Hybrid-Benziner dort ebenfalls erstmals im Rennen einsetzen werden.


Fotos: Präsentation der Audi R18


Nach den 24 Stunden von Le Mans plant Audi in der WEC den Einsatz je eines R18 e-tron quattro und eines R18 ultra. Als Fahrer wurden bislang Lotterer und McNish nominiert. Beim WM-Auftakt in Sebring am 17. März vertraut Audi noch einmal auf den bewährten R18 TDI aus dem Vorjahr, die von Fässler/Lotterer/Treluyer, Capello/Kristensen/McNish sowie Bernhard/Dumas/Duval pilotiert werden.

Motorsport bei Sport1

Sport1
Die PS Profis - Mehr Power aus dem Pott
25.01. 21:15

Langstrecken-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen täglichen und/oder wöchentlichen Langstrecken-Newsletter von Motorsport-Total.com!
Anzeige

VLN-Jahresfilm 2018
VLN-Jahresfilm 2018

VLN 2018: Jahresrückblick KTM X-Bow
VLN 2018: Jahresrückblick KTM X-Bow

GT Masters 2018: Jahreshighlights in fünf Minuten
GT Masters 2018: Jahreshighlights in fünf Minuten

Rundenrekord in Bathurst von Christopher Mies
Rundenrekord in Bathurst von Christopher Mies

WEC Schanghai 2018: 6 Stunden in 52 Minuten
WEC Schanghai 2018: 6 Stunden in 52 Minuten