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24h Le Mans 2022: Fünfter Toyota-Sieg im Zeichen von Ryo Hirakawa
Le-Mans-Rookie Ryo Hirakawa ist nach dem Gesamtsieg der Star im Toyota-Lager: Schon beim Debüt fehlte nicht viel auf Sebastien Buemi und Brendon Hartley
(Motorsport-Total.com) - Toyota fuhr in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge den Gesamtsieg bei den 24h von Le Mans ein. Vier Mal zeichnete das Fahrzeug #8 dafür verantwortlich, so auch im Jahr 2022. Und diesmal stand der Erfolg im Zeichen von Hypercar-Rookie Ryo Hirakawa. (Das Rennen in der Ticker-Nachlese)

© Motorsport Images
Toyota hat in Le Mans erneut den großen Pott abgeräumt Zoom
Der 28-jährige Japaner ist hierzulande nur Insidern bekannt, trotz seines DTM-Gaststarts im Oktober 2019 in Hockenheim. In seiner Heimat zählt er zu den Top-Fahrern, wie ein Titelgewinn und drei Vizemeisterschaften in der Super-GT-Serie unter Beweis stellen. An den GR010 Hybrid und an den Circuit de la Sarthe wurde Hirakawa behutsam herangeführt.
"Dem Ryo habe ich hier sehr geholfen beim Kennenlernen der Strecke. Ich bin total happy", sagte Alex Wurz nach Zieleinlauf bei 'Nitro' nicht ohne Stolz. Und auch die erfahrenen und hochdekorierten Teamkollegen lobten Hirakawa. Brendon Hartley meinte auf der Ehrenrunde am Funk: "Ich möchte nur sagen, dass Ryo einen großartigen Job gemacht hat."
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"Er ist zum ersten Mal mit Toyota in Le Mans und war großartig. Er ist eine tolle Ergänzung für das Team." Und auch Sebastien Buemi zeigte sich beeindruckt von Hirakawas Leistung in Le Mans: "Ryo ist zu uns gestoßen und gleich mit ihm zu gewinnen, ist unglaublich. Er hat einen hervorragenden Job gemacht. Da muss ich ihn ausdrücklich loben."
Es fehlt nicht viel auf die Toyota-Teamkollegen
Ein Blick in die Zeitentabellen zeigt, dass Hirakawa bei seiner Premiere an der Sarthe nicht viel auf die Teamkollegen fehlte. Seine schnellste Rennrunde war nur unwesentlich langsamer, als jene von Buemi und Hartley. Und im Schnitt der 22 schnellsten Rennrunden, was in Le Mans ziemlich genau 300 Kilometern entspricht, fehlte rund eine halbe Sekunde.
Deutlicher sieht der Unterschied da schon bei den einzelnen Rundenzeiten aus. Hirakawa knackte im Laufe des 24-Stunden-Rennens in 15 Runden die Marke von 3:30 Minuten. Buemi gelang das 22 Mal, obwohl er sich im Rennen ein wenig "unwohl" fühlte, wie Teamchef Rob Leupen bei 'Nitro' meinte. Hartley fuhr sogar 25 Mal unter 3:30.
Analyse Toyota #8: Schnellste Runde; Runden unter 3:30; Schnitt Top-22-Runden
Sebastien Buemi: 3:28.786; 22; 3:29.461
Brendon Hartley: 3:27.906; 25; 3:29.277
Ryo Hirakawa: 3:29.004; 15; 3:29.812
Wie fühlt sich der von den Toyota-Teamkollegen so hochgelobte Japaner nach dem wohl größten Triumph seiner bisherigen Karriere? "Ich kann es immer noch nicht glauben. Vor dem Überqueren der Linie weiß man nie, wir haben uns Sorgen gemacht. Aber jetzt haben wir das Rennen beendet, ich bin sehr glücklich", jubelt Hirakawa.
Hirakawa spürt Druck: Eine Woche schlecht geschlafen
Den enormen Druck, den die Le-Mans-Rennwoche so mit sich bringt, spürte der 28-Jährige deutlich. "So einen Druck habe ich noch nie gespürt", gibt er zu. Und das hatte seine Folgen: Schon die ganze Woche über konnte Hirakawa nur schlecht schlafen, wenn überhaupt. "Vielleicht ist es ein bisschen das Adrenalin, aber es ist auch Druck", vermutet er.

© Motorsport Images
Der Toyota #8 behielt gegen die #7 letztlich die Oberhand Zoom
Hirakawa trat immerhin ein schweres Erbe im Toyota-Lager an. Er ist der Ersatzmann für den zurückgetretenen Kazuki Nakajima, der Le Mans selbst drei Mal im Auto #8 gewann und 2018/19 mit Buemi und Fernando Alonso Langstrecken-Weltmeister wurde. Nakajima hat im Winter Toyota-intern eine Management-Rolle übernommen.
Hirakawa erinnert sich im Moment des Triumphs an seine Anfänge im Hypercar-Programm. "Ich war wirklich schlecht, als ich das Auto zum ersten Mal fuhr. Es ist ein schweres Auto und alles war neu für mich. Ich hatte wirklich zu kämpfen", offenbart er.
"Ich hatte nicht erwartet, dass ich nach einem Jahr Le Mans so gewinnen würde. Aber nicht nur ich, das ganze Team hat mir seit der Ankündigung [im Dezember] geholfen, und jetzt haben wir es geschafft", freut sich Hirakawa. Und so ganz nebenbei haben sich Buemi, Hartley und Hirakawa durch den Triumph auch in der WM wieder ins Spiel gebracht.
Durch die doppelten Punkte, die es für das 24h-Rennen in Le Mans gibt, verkürzte man den Abstand auf den führenden Alpine #36 von Negrao/Lapierre/Vaxiviere auf drei Zähler. Neben dem Sieg beim großen Rennen winkt Hirakawa im ersten Jahr auch der WM-Titel.


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