• 14.05.2010 10:47

Rang zwei: Porsche-Hybrid trotzt Regen und Nebel

Bei schwierigen Bedingungen fuhren die Porsche-Teams auf der Nordschleife starke Ergebnisse ein - Regen und Nebel behindern

(Motorsport-Total.com) - Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - für Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister passte das Timing beim ersten Zeittraining zum 24-Stunden-Rennen perfekt. Im Porsche 911 GT3 R Hybrid zog er im richtigen Moment Slicks auf, bevor es wieder stärker zu regnen begann. Mit einer Rundenzeit von 9.26.421 Minuten platzierte er den orange-weißen Elfer des Porsche-Teams Manthey, dessen 480 PS starker Verbrennungsmotor von zwei je 60 Kilowatt starken Elektromotoren ergänzt wird, auf der 25,378 Kilometer langen Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife auf dem zweiten Rang. Bergmeister tritt zusammen mit Werksfahrer Richard Lietz, Porsche-Junior Marco Holzer und dem ehemaligen Junior Martin Ragginger an.

Titel-Bild zur News: Marc Lieb, Romain Dumas

Schwierige Bedingungen: Regen und Nebel erschwerten die erste Qualifikation

Das erste Zeittraining wurde aufgrund starken Nebels nach drei von vier geplanten Stunden um 22:20 Uhr abgebrochen. Am Freitag findet ab 12:45 Uhr ein zweistündiges Abschlusstraining statt, bevor am Samstag um 15:00 Uhr die 38. Auflage des Eifelklassikers gestartet wird. Die Porsche-Teams zeigten sich insgesamt gut aufgestellt. Sie absolvierten bei Kälte und wechselhaften Wetterbedingungen ein problemloses erstes Zeittraining, bei dem es auch darum ging, die vom Reglement her vorgeschriebenen Pflichtrunden zu absolvieren.#w1#

Den dritten Platz eroberte das Team Mamerow. Dem ehemaligen Porsche-Junior Chris Mamerow gelang im 911 GT3 R die drittschnellste Rundenzeit des Feldes. Mamerow startet zusammen mit Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler und Jörg Hardt.


Fotos: 24h-Rennen Nürburgring


Für die Titelverteidiger vom Manthey-Team fuhr Porsche-Werksfahrer Marc Lieb als Sechster die schnellste Zeit. Das zuletzt drei Mal in Folge siegreiche Fahrerquartett tritt auch in diesem Jahr unter der Regie von Teamchef Olaf Manthey an. Neben Lieb sind dies die Werksfahrer Timo Bernhard und Romain Dumas sowie der erfahrene Manthey-Pilot Marcel Tiemann.

Der 911 GT3 R des Haribo-Teams Manthey holte beim Zeittraining Rang 16. Am Steuer des Elfers im Goldbären-Design wechseln sich die Rennprofis Lance David Arnold, Christian Menzel, Richard Westbrook und Alexander Margaritis ab.

Auf dem guten 36. Rang landete die Besatzung des Porsche 911 GT3 RS. Das gemischte Fahrerquartett möchte zeigen, dass auch ein Seriensportwagen den Strapazen eines 24-Stunden-Rennens gewachsen ist. Am Steuer sind der ehemalige DTM-Pilot Roland Asch, Rennprofi und TV-Moderator Patrick Simon sowie die Nürburgring-erfahrenen Journalisten Horst von Saurma und Chris Harris.

Schwierige Bedingungen zum Trainingsauftakt

"Die Bedingungen haben sich während des Zeittrainings ständig geändert", sagt Timo Bernhard. "Am Anfang war die Strecke sehr nass. Deshalb mussten wir noch einmal angreifen, als es wieder abgetrocknet ist. Heute ging es darum, zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Reifen hinauszufahren. Insofern sind wir mit Platz sechs ganz zufrieden. Wenn es morgen komplett trocken sein sollte, werden die Karten noch einmal neu gemischt."

Haribo-Porsche

Der Haribo-Porsche landete beim ersten Zeittraining auf dem guten 16. Platz Zoom

"Aber ob man nun in der ersten, zweiten oder dritten Startreihe steht, ist sicher nicht Renn-entscheidend", so der deutsche Rennfahrer. Lieb ergänzt: "Das war ein super-schwieriges Training, weil es Mischbedingungen waren. Mal war es nass, mal trocken, mal bloß feucht. Den richtigen Reifen zu erwischen, war ein Lotteriespiel. Dass wir vier Fahrer die letzten Jahre in dieser Zusammensetzung gefahren sind, ist ein Riesenvorteil für uns, denn wir kennen uns in- und auswendig."

"Jeder von uns holt das Maximum aus dem Auto heraus", meint der Porsche-Pilot. Tiemann tut sich indes schwer, die Trainingsleistung genau einzuordnen: "Salopp gesagt, kommt keiner von uns auf die Idee zu sagen: 'Ja klar, nach vier Siegen in Folge legen wir jetzt den fünften nach.' Auf jeden Fall haben wir gute Voraussetzungen: Es sind die gleichen Fahrer, das gleiche Team und ein neues Auto, das hervorragend funktioniert und sehr zuverlässig zu sein scheint."

"Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein", findet Bergmeister. "Ich bin genau im richtigen Moment mit Slicks auf die Strecke gegangen, bevor es wieder stärker zu regnen begann und die Sicht aufgrund des Nebels schlechter wurde. Von mir aus könnte das Ergebnis gerne so bleiben", witzelt der Deutsche. "Es wäre toll, am Samstag aus der ersten Startreihe ins Rennen zu gehen. Mal schauen, was das zweite Zeittraining bringt."

Faszination Porsche auf der Nordschleife

Für das Mamerow-Team brachte hingegen schon das erste Zeittraining viel Freude: "Chris ist unter widrigen Bedingungen eine tolle Runde gefahren", sagt Henzler. "Unser Porsche 911 GT3 R ist auch bei schlechten Gripverhältnissen sehr gut fahrbar und flößt uns Fahrern viel Vertrauen ein. Einfach ein tolles Auto für die Nordschleife." Mamerow fügt hinzu: "Wer wagt gewinnt: Wir sind das Risiko eingegangen und haben bei noch leicht feuchter Strecke Slicks aufgezogen."

Jörg Bergmeister, Martin Ragginger, Richard Lietz, Marco Holzer

Der Hybrid-Porsche lieferte auf Anhieb eine sehr gute Trainingsleistung ab Zoom

"Man musste an manchen Stellen wirklich aufpassen, aber meine schnellste Runde hat wirklich gut gepasst", erklärt der deutsche Rennfahrer. Arnold stößt ins gleiche Horn: "Ich fand die Streckenbedingungen wirklich schwierig, aber das sind wir ja von der Nordschleife gewohnt. Als Erster unseres Teams bin ich zunächst auf Slicks raus. Aber das ging gar nicht. Trotzdem war ich Fünfter, als ich das Auto an den Teamkollegen übergeben habe. Damit bin ich zufrieden."

Routinier Asch gibt sich nach den ersten Runden auf der Nordschleife begeistert: "Was mich am meisten fasziniert, ist die Tatsache, dass man den 911 GT3 RS als Straßenfahrzeug kaufen und gleichzeitig damit Rennen fahren kann. Selbst unter schwierigsten Streckenbedingungen ist der Serien-Elfer geradezu spielerisch zu fahren. Die diversen Regelsysteme, die das Auto hat, helfen dabei ungemein", erläutert der frühere DTM-Fahrer.

Teamkollege Simon ergänzt: "Mit dem 911 GT3 RS ist absolut entspanntes Fahren möglich, selbst über die Nordschleife bei Regen. Man hat als Fahrer volles Vertrauen. Das sind natürlich allerbeste Voraussetzungen für ein 24-Stunden-Rennen", so der Porsche-Fahrer. Von Saurma gerät ebenfalls ins Schwärmen: "Wir haben es wie früher gemacht und sind mit unserem Rennauto von zu Hause zum Nürburgring gefahren."

"So eine Anfahrt über die Autobahn gehört einfach dazu, wenn man am Ende beweisen will, wie schnell ein Serienauto auf der Rennstrecke ist. Ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen kalte Füße, aber es war ein tolles Erlebnis. Vor allem im Stau konnte man sehen, wie die Leute große Augen bekamen, wenn sie uns gesehen haben", berichtet der 911er-Pilot nicht ohne Stolz. Weiter geht's am Freitag mit dem zweiten Zeittraining ab 12:45 Uhr.

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