mcchip-dkr kriegt kein GT3-Auto: "Fühle mich verarscht"

mcchip-dkr wollte eigentlich mit einem GT3-Projekt auf die Nürburgring-Nordschleife zurückkehren, bekommt aber kein Auto - In einem Video legt er seinen Frust dar

(Motorsport-Total.com) - Wieder kein GT3-Projekt von mcchip-dkr auf der Nürburgring-Nordschleife: Nachdem alle angefragten Hersteller keine Autos liefern konnten, gibt Teamchef und Fahrer Danny Kubasik Einblicke in drei Jahre Frust. Trotz Zusagen konnten weder Kubasik noch sein Mitstreiter Kiki Sak Nana bisher ein GT3-Auto ergattern.

Titel-Bild zur News: Ein Nachfolgeprojekt für den Lamborghini Huracan GT3 ist bei mcchip-dkr bislang nicht zustande gekommen

Ein Nachfolgeprojekt für den Lamborghini Huracan GT3 ist bei mcchip-dkr bislang nicht zustande gekommen Zoom

Die Bemühungen, ein Nachfolgeprojekt für den Renault R.S.01 und den Lamborghini Huracan GT3 zu finden, begannen laut einem Video von Kubasik bereits am 18. März 2021 mit einer Anfrage. Dabei handelt es sich zweifellos um Porsche.

Er lässt durchblicken, dass der Plan bereits war, die gesamte Saison 2023 der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) zu bestreiten. "Diese E-Mail-Korrespondenz ging dann [20]21 los und über das komplette Jahr [20]22."

Mitte 2022 sei dann in Aussicht gestellt worden, dass Kubasik ein Auto bekommen könnte. " Es wurde uns nicht abgesagt, sondern gesagt, dass etwas kommt und wir noch nicht sagen können wann." Es habe "mehr als zwei Handvoll E-Mails" mit diesem Inhalt gegeben, in denen es auch geheißen habe: "Wir lassen euch nicht hängen."

Nach dem 24-Stunden-Rennen 2023 habe er dann eine konkrete Anfrage gestellt, erzählt er weiter - und wieder die gleiche Antwort bekommen. "Ich war mittlerweile auf gut Deutsch gesagt richtig angepisst", sagt er angesichts des mittlerweile zwei Jahre andauernden Schriftverkehrs.

Bis Ende Oktober 2023 sollte dann eine verbindliche Auskunft erfolgen, doch auch diese blieb laut Kubasik aus. Da er sich in der Zwischenzeit mit Plan B und C (siehe unten) beschäftigt hat, fragte er erst 2024 wieder bei Porsche nach, bekam aber die gleiche Antwort wie zuvor.

Porsche reagiert

Daraufhin habe er sein Interesse zurückgezogen. "Nach drei Jahren fühle ich mich wirklich verarscht", klagt er. "Man hätte längst sagen können, dass es kein Auto gibt." Porsche bekam im Jahr 2023 Probleme mit den Lieferketten und musste den Verkauf neuer Fahrzeuge aussetzen.

Motorsport-Total.com fragte bei Porsche an und erhielt folgende Antwort: "Porsche Motorsport versteht und respektiert die Verstimmung bei Danny Kubasik. Porsche Motorsport war immer in Kontakt mit Herrn Kubasik und hat ihn bezüglich seiner Anfrage auf Stand gehalten."

"Da die aktuelle Generation des 911 GT3 R erst seit Beginn der Saison 2023 im weltweiten Einsatz ist, konzentrieren sich hier die Anfragen. Zudem hat sich in der Zwischenzeit die FIA GT3-Klasse zur höchsten GT-Sportwagenkategorie im Motorsport entwickelt - national wie international. Die Anfragen übersteigen bei weitem das Angebot an zur Verfügung stehenden Produktionsslots. Das betont auch Herr Kubasik in seinem Video."


Danny Kubasik über drei gescheiterte GT3-Anfragen

"Die ebenso weltweit eingeschränkte Teileverfügbarkeit verschärft die Situation nochmals - für alle Hersteller und Kunden. Dennoch haben wir Herrn Kubasik nie generell abgesagt oder eine Fahrzeugzuteilung verweigert. Wir stehen hier auch weiterhin zu unserer Aussage, dass er bei einem zukünftigen, verfügbaren Slot auf der Liste der möglichen Kunden steht."

Plan B und C scheitern ebenfalls

Porsche war nicht die einzige Möglichkeit. Bei einer weiteren Anfrage bei BMW erhielt er sofort die Auskunft, dass es frühestens 2025 mit dem Evo-Modell ein Fahrzeug geben wird. Damit war diese Option schnell vom Tisch.

Kubasik setzte nun auf seinen Partner Kiki Sak Nana, eine thailändische Drift-Legende, der schon früh klarmachte, dass er beim neuen mcchip-dkr-GT3-Projekt dabei sein wollte. Dieser hat gute Kontakte zu Ferrari und laut Kubasik im Juli 2023 eine schriftliche Zusage für einen brandneuen GT3 im ersten Quartal 2024 erhalten.

"Wir hatten schon Gespräche mit einem Team, das sehr erfolgreich mit dem Produkt ist", lässt er durchblicken. Die Erfolge beim 24-Stunden-Rennen von Frikadelli (Gesamtsieg) und WTM Racing (Rundenrekord und Pro-Am-Sieg) waren in Kooperation mit Rinaldi Racing zustande gekommen.

Mit dem Renault R.S.01 gewann mcchip-dkr viele Fans an der Nordschleife

Mit dem Renault R.S.01 gewann mcchip-dkr viele Fans an der Nordschleife Zoom

Doch als der Liefertermin näher rückte, gab es auch hier einen Rückzieher und das Auto würde frühestens 2025 geliefert werden können. Auf Mail-Anfragen von Kubasik selbst habe Ferrari gar nicht reagiert. "Wahrscheinlich bin ich einfach ein zu kleines Licht in der Motorsportwelt", sagt er selbstironisch.

Mit seiner Offenheit und angesichts des exotischen Renault-Projekts gehört das Team mcchip-dkr zu den Lieblingen der Fans und gleichzeitig zu den wichtigsten Dienstleistern am Nürburgring - unter anderem für Prüfstandsläufe der NLS.

Mit der Schwierigkeit, an GT3-Fahrzeuge zu kommen, steht Kubasik derzeit nicht alleine da. Der GT3-Markt ist absolut leergefegt, Gebrauchtwagen werden teilweise über Neupreis verkauft. Das gilt auch für die neuen US-Modelle. So mancher GT3-Bolide ist derzeit sogar als Wertanlage ohne Renneinsatz eine sinnvolle Investition.

Er ist fassungslos: "Alle reden von der Rezession und dass alles teurer wird. Aber GT3-Autos kriegt man nicht!" Er selbst wirft das Handtuch und sagt, er sei "raus aus der Nummer", ein GT3-Fahrzeug selbst anzuschaffen. "Es wird kein eigenes GT3-Projekt geben", stellt er klar. Allerdings schließt er nicht aus, ein solches Projekt als Dienstleister für einen Kunden auf die Beine zu stellen. Es gebe bereits Gespräche.

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