Reifenflüsterer Perez? Alte, japanische Schule à la Kamui!

Er galt in Sauber-Tagen als großer Reifenflüsterer, doch Sergio Perez erklärt, dass er die Fahrweise einfach nur von Kamui Kobayashi erlernt habe: "Er war unglaublich"

(Motorsport-Total.com) - Vor seinem Wechsel zu McLaren hatte sich Sergio Perez in seinen zwei Jahren bei Sauber einen exzellenten Ruf erarbeitet. Der Mexikaner galt mit seinem Boliden als Reifenflüsterer, der die Pirelli-Pneus mit schonender Fahrweise am Leben erhalten kann und sich damit einen Boxenstopp spart. Seine Fahrweise hat Perez 2012 zu drei Podestplätzen geführt - und zu McLaren.

Titel-Bild zur News: Sergio Perez, Kamui Kobayashi

Sergio Perez hat sich bei Sauber einiges von Kamui Kobayashi abgeschaut Zoom

Heute sagt der 24-Jährige, dass die Lorbeeren dafür eigentlich seinem damaligen Teamkollegen Kamui Kobayashi gebühren, der ihm die Kunst des sanften Fahrens beigebracht habe: "Er war wirklich unglaublich. Von ihm habe ich viel gelernt, wie man mit den Reifen arbeitet", sagt der Mexikaner gegenüber 'Autosport'. Ob es dem Umstand geschuldet ist, dass Kobayashi Japaner ist, die laut Perez traditionell gut mit Reifen umgehen können, weiß er nicht, doch eines ist klar: "Es war gut für mich, dass ich von ihm gelernt habe."

Aktuell fährt Kobayashi nach einem Jahr Auszeit beim Hinterbänkler-Team von Caterham. In der Gesamtwertung belegt der Japaner mit zwei 13. Plätzen nur den letzten Rang, doch das spiegle für Perez nicht die wahre Leistungsfähigkeit wider: "Kobayashi war sehr, sehr schwierig zu besiegen", sagt er. "Wenn er sich wohl fühlte, dann war er einer der am schwierigsten zu schlagenden Fahrer - besonders über eine Runde."

Doch ein Blick in die Statistik zeigt, dass Perez im Qualifying meist die Nase vorn hatte. Nach zwei gemeinsamen Jahren stand es 22:16 zugunsten des Mexikaners. Dafür holte Kobayashi am Sonntag insgesamt mehr Zähler, wenn auch knapp. In seinem ersten Jahr 2011 verlor Perez das teaminterne Duell noch mit 14:30 Punkten, 2012 drehte er den Spieß mit 66:60 Punkten dann um.

Jetzt muss sich Sergio Perez bei Force India mit Nico Hülkenberg auseinandersetzen. Der Emmericher lebt in dieser Saison von seiner beeindruckenden Konstanz und kam in Budapest zum ersten Mal 2014 nicht in die Punkte. "Nico ist ein sehr starker Teamkollege - definitiv einer der stärksten, die ich je hatte", lobt Perez den Deutschen. "Er ist sehr komplett, das hilft mir dabei, auf ein anderes Level zu gelangen."

Sergio Perez

In der Saison 2012 fuhr der Mexikaner gleich dreimal auf das Podest Zoom

"Von jedem Teamkollegen lerne ich etwas, und es ist gut, wenn man verschiedene Teamkollegen in verschiedenen Teams hat", ergänzt "Checo" weiter. Der 24-Jährige befindet sich aktuell in seinem vierten Jahr in der Formel 1 und hatte in den vergangenen drei Jahren (inklusive diesem) drei verschiedene Stallgefährten bei drei verschiedenen Teams. "Das hilft einem bei der Erfahrung für die Zukunft", sieht es Perez positiv.