• 10.05.2014 22:02

  • von Dieter Rencken & Roman Wittemeier

McLaren lahmt: "Es ist kein Übergangsjahr!"

McLaren ist zum Grand-Prix-Wochenende in Barcelona noch kein großer Fortschritt gelungen: Schwäche im Übergangsjahr? - Button rechnet mit großen Schritten

(Motorsport-Total.com) - McLaren hat die guten Eindrücke vom aller ersten Test der neuen Formel-1-Fahrzeuge in Jerez im Rennbetrieb nur noch ganz selten entsprechend bestätigen können. Die Briten hatten bei den ersten Probefahrten des Jahres überzeugen können. Man ging voller Optimismus in weiteren Testwochen, fiel aber immer weiter zurück. "Sie haben gut angefangen. Man hielt sie für einen Geheimtipp", erinnert sich Formel-1-Experte Marc Surer.

Titel-Bild zur News: Jenson Button

Jenson Button erwartet von McLaren erhebliche Fortschritte in der Saison 2014 Zoom

Mittlerweile ist McLaren nicht der Gejagte, sondern einer der vielen Jäger, die Mercedes immer weiter aus dem Blick verlieren. Die neuesten Updates für den MP4-29 haben bislang kaum Wirkung gezeigt. Im Qualifying zum Grand Prix von Spanien kam Jenson Button auf Rang acht, sein Teamkollege Kevin Magnussen blieben wegen technischer Probleme auf Rang 15 hängen. Der Rückstand zur Spitze ist erheblich. Button fehlten in der Zeitenjagd 2,103 Sekunden auf die Bestzeit von Lewis Hamilton (Mercedes).

"Wenn ich uns mit dem Auto auf Pole vergleiche, dann sind wir offensichtlich noch weiter zurück als im Vorjahr - wenn man nur die Rundenzeiten sieht. Auch wenn man die Longruns sieht, dann ist Mercedes in einer eigenen Liga", malt Button ein realistisches Bild von der aktuellen Situation. "Red Bull mag etwas näher herangekommen sein, aber die Mercedes-Upgrades für dieses Rennen sind auch sehr gut." Der Silberpfeil gehöre zu den dominantesten Autos, die er bisher in der Formel 1 erlebt habe.

"Es stimmt, dass wir im Qualifying noch weiter zurückliegen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Mal abwarten, ob das auch morgen im Rennen noch so sein wird", spricht Button sich und seinem Team wenigstens etwas Mut zu. Die große Frage ist, ob McLaren vor dem bevorstehenden Wechsel zu den Honda-Antrieben im Jahr 2015 noch große Sprünge machen wird. "Es ist kein Übergangsjahr, sondern wir geben in allen Bereichen Vollgas", stellt Teamchef Eric Boullier klar.

McLaren mit besserer Basis als 2013?

2014 ist ein Jahr des Wartens - auf Updates, auf einen Hauptsponsor, auf Honda. "Ich glaube nicht, dass die Tatsache, dass noch kein Titelsponsor auf unserem Auto ist, bezüglich unseres Tempos einen Unterschied macht. Das Team ist nicht im Schwebezustand, sondern es wird hoffentlich ein Jahr, in dem es noch ordentlich vorangeht", sagt Button. Man habe beste Voraussetzungen für deutliche Fortschritte. Zumindest bessere als in der Saison 2013.

"Im vergangenen Jahr war unsere Fahrzeugbasis nicht gut. Es war schwierig, mit dem Auto überhaupt irgendetwas anzustellen", erinnert sich der Ex-Formel-1-Champion. "In diesem Jahr haben wir eine bessere Basis. Es fehlt derzeit noch an Abtrieb - das wissen wir. Es kommt aber noch einiges. Wenn ich mir die Daten aus dem Windkanal anschaue, dann sieht es gut aus. Es kommen tolle Entwicklungen. Es braucht eben noch etwas Zeit."


Fotos: McLaren, Großer Preis von Spanien


"Man kann nicht einfach Teile aus dem Windkanal nehmen und sie ans Auto bauen. Würde auch gar nicht passen, denn diese Teile sind viel zu klein - halt nur 50 Prozent", scherzt der Brite. McLaren sucht den goldenen Weg zu mehr Performance. "Es wird kaum ein Team geben, dass mit allen Neuerungen an diesem Wochenende zufrieden ist. Das galt für die ersten vier Saisonwochenenden genauso. Keiner ist glücklich. Alle wollen Mercedes näherkommen, aber das ist sehr schwierig."

Für McLaren, Ferrari, Lotus und Co. geht es aus Sicht vieler Beobachter ohnehin nur noch um Schadenbegrenzug: Silber nicht zu packen, Red Bull auf dem Marsch nach vorn. "Die Hackordnung hat sich bislang immer wieder verschoben. Bisher hat sich kein Vewrfolger konstant auf einem Niveau halten können. Erst jetzt etabliert sich offenbar Red Bull als das zweitbeste Team", sagt Boullier. "Es fällt schwer, jedes Mal wirklich das Setup so zu treffen, sodass das Paket maximal genutzt wird. Da gibt es Schwankungen. Eine gefestigte Rangfolge wird sich erst zum Sommer hin abzeichnen. Wenn ich Mercedes und Red Bull mal ausklammere, dann weiß ich nicht, wie es im Sommer aussehen könnte."