Massa will Sieg: "Vielleicht hilft mir Fernando..."

Felipe Massa wünscht sich zum Ferrari-Abschied einen Sieg, im Idealfall zu Hause in Interlagos, glaubt aber nicht, dass das im Transferpoker den Ausschlag geben würde

(Motorsport-Total.com) - Felipe Massa war für Fernando Alonso ein angenehmer Teamkollege: immer wieder schnell, aber zu inkonstant, und ein absoluter Teamplayer. 2014 bricht aber eine neue Zeitrechnung an, wenn der eigenwillige Kimi Räikkönen als Teamkollege des Spaniers fungiert. Zum Abschied schmiert Alonso Massa aber noch einmal ordentlich Honig ums Maul.

Titel-Bild zur News: Fernando Alonso, Felipe Massa

"With a little help..." Massa wünscht sich zum Abschied Hilfe von Freund Alonso Zoom

Der Brasilianer wäre auf jeden Fall so gut wie Räikkönen, meint Alonso - und er soll seinem Teamkollegen zum Abschied sogar noch einen Grand-Prix-Sieg gewünscht haben. Was Massa selbst davon hält? "Man darf nie aufgeben, und wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben, um zumindest noch einen weiteren Ferrari-Sieg einzufahren - das wäre fantastisch. Ich werde alles dafür tun", ist Massa voll motiviert, seine Ferrari-Karriere mit einem Höhepunkt ausklingen zu lassen. "Ich hoffe, dass mir Fernando hilft", lacht er.

Auch die Tatsache, dass Red Bull über das bessere Auto verfügt, bereitet ihm keine großen Sorgen: "Wie oft ist es schon vorgekommen, dass nicht der Fahrer mit dem besten Auto gewinnt? Solche Dinge passieren - immer wieder."

Massa will in Interlagos für Höhepunkt sorgen

"Der Grand Prix von Brasilien ist immer sehr emotional." Felipe Massa

Besonders aufregend wäre es für Massa, wenn genau das beim Saisonfinale in seiner Heimat eintreten würde. Der Kurs in Interlagos war für ihn schon immer ein Schicksalsort, schließlich feierte er dort 2008 seinen bislang letzten Sieg, nachdem ihm der WM-Titel gegen Lewis Hamilton auf den letzten Metern entglitten war.


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Nun absolviert er dort sein letztes Ferrari-Rennen. "Der Grand Prix von Brasilien ist immer sehr emotional", weiß Massa. "Hoffentlich erlebe ich dort ein großartiges Rennen mit einem großartigen Ergebnis, denn das würde die Sache noch emotionaler machen - speziell dort wäre das toll - wegen meiner Ferrari-Historie und weil es mein Heimrennen ist."

Aggressivität weiter Trumpf

"Ich habe mich gedreht, aber manchmal muss man etwas riskieren." Felipe Massa

Der 32-Jährige wirkte zuletzt befreit, dennoch schlichen sich in den Rennen immer wieder kleine Patzer ein, wie zuletzt in Südkorea, als er sich ohne Fremdeinwirkung in der ersten Runde drehte und weit zurückfiel. Trotz des Zwischenfalls will er seine Herangehensweise nicht ändern und weiter volles Risiko gehen.

"Ich werde weiter aggressiv sein", kündigt er an. "Wir haben ehrlich gesagt nichts zu verlieren. Ich habe mich gedreht, aber solche Dinge passieren. Manchmal muss man ein bisschen etwas riskieren, aber ich denke, dass ich beim letzten Rennen gut gefahren bin, das Tempo war gut. Leider hat mich dieser Zwischenfall ein paar WM-Punkte gekostet, aber ich werde weiter alles versuchen."

Transferpoker: Erfahrung als Hauptargument

Ein unerwarteter Sieg, der erste nach seinem Horrorcrash in Ungarn 2009, würde Massa auch im Transferpoker für 2014 gut ins Konzept passen. Der Mann aus Sao Paulo hat ein Sponsorenpaket geschnürt und wird von seiner Heimat unterstützt - er macht sich vor allem bei Sauber und bei Lotus Hoffnungen, berücksichtigt zu werden.

"Klar, die Leute erinnern sich immer am besten an dein letztes Rennen." Felipe Massa

Würde ein Sieg seine Chancen deutlich verbessern? "Klar, die Leute erinnern sich immer am besten an dein letztes Rennen und es ist immer gut, wenn man Ergebnisse vorweisen kann, aber ich denke, dass jeder weiß, was ich mitbringe", gibt er sich gelassen. "Das ist wichtiger als ein einzelnes Ergebnis."

Die Tatsache, dass 2014 ein neues Reglement in Kraft tritt, kommt ihm dabei entgegen, da der Faktor Erfahrung an Bedeutung gewinnt. "Die Leute wissen, wie wichtig ich für ein Team sein kann, zumal alles bei null beginnt und es ein neues Reglement gibt", bestätigt Massa. "Ich würde sagen, dass die Erfahrung als Argument wichtiger ist als alles andere."