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Jones beim Apartheids-Grand-Prix krank: Stimmt's wirklich?

Auf den Spuren der "Mythbusters" - Ausgabe 20: Reiste Alan Jones 1985 aus Kyalami ab, weil ihn ein Virus, sein Gewissen oder Bernie Ecclestone plagte?

Alan Jones
Alan Jones im Haas-Auto mit den Logos des US-Mischkonzerns Beatrice
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Seit Jahrzehnten ist das Formel-1-Fahrerlager eine Welt, die voll ist von kleinen Geschichten um skurrile Teamchefs, von Piloten am Rande des Wahnsinns (oder jenseits davon) und irren physikalischen Phänomenen. In unserer Serie "Stimmt's wirklich? Formel-1-Mythen unter der Lupe!" gehen wir Legenden der Szene nach, die sich hartnäckig halten - und erkundigen uns bei denjenigen, die es wissen müssen. Nach Vorbild der US-TV-Doku Mythbusters.

In unserer 20. Ausgabe geht es um eine Episode (welt)politischer Spielchen im Hinterzimmer der Formel 1. Denn die Königsklasse des Motorsports ist mit ihrer wirtschaftlichen Kraft und repräsentativen Außenwirkung seit Jahrzehnten ein Instrument für die Mächtigen des Planeten. Wir fragen, ob Alan Jones beim Südafrika-Grand-Prix 1985 wirklich aufgrund einer Viruserkrankung abreiste?

Um was geht's?

Der Südafrika-Grand-Prix 1985 war bereits im Vorfeld von zahlreichen Protesten begleitet. Nachdem viele Sportverbände angefangen hatten, das Land wegen seiner Apartheid-Politik mit Boykott-Aktionen in die Isolation zu treiben, gerieten der FIA-Vorgänger FISA und der noch junge Serienpromoter Bernie Ecclestone unter Druck. Bis dato hatten sie sich von einer regierungsfreundlichen Zeitung finanziell unterstützen lassen und es eingerichtet, dass Formel-1-Personal bei Grenzkontrollen keinen südafrikanischen Stempel in den Pass bekam, was andernorts Probleme bereitet hätte.

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Jedoch übten einige Regierungen auf ihre Fahrer und Teams Druck aus, nicht nach Kyalami zu reisen. Sogar Enzo Ferrari wollte seine Autos zurückziehen und damit den WM-Titel praktisch aufgeben. Auch Ayrton Senna, damals für Lotus unterwegs, erwog eine Absage. Schließlich gingen den Schritt nur die französischen Mannschaften Renault und Ligier. Das Rennen fand statt, weil es der FISA an Verfügungsgewalt für eine Absage mangelte (was Präsident Jean-Marie Balestre per Drohbrief kaschieren wollte) und Ecclestone kurzfristig eine höhere Promotergebühr verlangen konnte.

Was ist der Mythos?

Alan Jones reiste nach dem Freien Training klammheimlich aus Südafrika ab. Er checkte aus seinem Hotel aus, nachdem am Samstagmorgen alle Mitarbeiter seines Haas-Teams bereits an die Strecke gefahren waren und begab sich direkt zum Flughafen, um über Harare in seine australische Heimat zu gelangen. Der Ex-Weltmeister sollte nach offizieller Auskunft an einer Viruserkrankung leiden, die ihn daran hinderte, Auto zu fahren - nachdem er zuvor putzmunter herumgeturnt war. Es kam immer wieder das Gerücht auf, Jones hätte wegen der Apartheid sein Gewissen geplagt.

Und, stimmt's nun wirklich?

Alan Jones schreibt in seiner Autobiografie "AJ: How Alan Jones climbed to the top of Formula One" (erschienen 2017 bei RHA Books): "Am Freitag wurde ich zu Bernie Ecclestone in sein Penthouse bestellt." Dabei ging es nicht um eine Plauderei, sondern darum, den sportlich chancenlosen Australier zu seiner Abreise zu bewegen. "Er fragte: 'Wie stehen deine Chancen, das Rennen zu gewinnen?' Ich sah keine Veranlassung, mich zurückzuhalten: 'Bernie, ich denke, du kennst die Antwort. Wenn ich jetzt starte, wahrscheinlich sehr gut'", erinnert sich Jones an die Episode.

Ecclestone entgegnete laut Jones: "Ich habe da eine Idee. Wenn du krank wirst und an diesem Wochenende nicht fahren kannst, bekommst du von uns das Preisgeld für den Sieger. Fliege doch nach Hause und statte Australien einen Besuch ab." Wie er weiter schildert, sei sein Hauptsponsor der Grund für das Manöver gewesen. Dem US-amerikanischen Mischkonzern Beatrice - unter anderem Inhaber der Joghurt-Marke Danone, des Saft-Herstellers Tropicana und der Mietwagen-Firma Avis - wurde von Bürgerrechtler Jesse Jackson mit einem Streik aller schwarzen Arbeiter in seinen Werken gedroht, sollte ein Beatrice-Renner beim Südafrika-Grand-Prix zu sehen sein.

Formel-1-Weltmeister ohne die meisten Siege

In der Formel-1-Geschichte gibt es viele Weltmeister, die nicht die meisten Saisonsiege holten: von Hawthorn bis Rosberg


1950-2016
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Zehn Siege haben für Lewis Hamilton nicht ausgereicht. Obwohl der Brite eine zweistellige Anzahl an Siegen holt, geht der WM-Titel an Teamkollege Nico Rosberg mit neun Erfolgen. Dass ein Fahrer die meisten Saisonsiege holt, am Ende aber ohne Titel dasteht, gab es in der Geschichte öfter: Wir zeigen euch die Fälle...
Zehn Siege haben für Lewis Hamilton nicht ausgereicht. Obwohl der Brite eine zweistellige Anzahl an Siegen holt, geht der WM-Titel an Teamkollege Nico Rosberg mit neun Erfolgen. Dass ein Fahrer die meisten Saisonsiege holt, am Ende aber ohne Titel dasteht, gab es in der Geschichte öfter: Wir zeigen euch die Fälle...

Mit dem Coup nahm Ecclestone Jackson den Wind aus den Segeln, um Beatrice weiter in der Formel 1 zu halten. Jones sollte abgesehen von seinen Chefs Teddy Mayer und Carl Haas niemandem etwas erzählen und schwieg tatsächlich beharrlich.

Wer hat uns aufgeklärt?

Alan Jones fuhr zwischen 1975 und 1986 mit Unterbrechungen in der Formel 1. Der Australier startete für die Teams Embassy-Hill, Surtees, Shadow, Williams, Arrows und bei einem misslungenen Comeback-Versuch für Haas. Er bestritt 116 Grands Prix, landete zwölf Siege und stand sechsmal auf Pole-Position. 1980 holte er für Williams den WM-Titel. Seine politische Haltung wird seit Jahren kontrovers diskutiert, zumal Jones ein bekennender Befürworter der Todesstrafe ist.

Wie geht's weiter?

Gibt es irgendeine Geschichte, von der du schon immer mal wissen wolltest, ob sie wirklich wahr ist? Wir begeben uns auf die Spuren der Mythbusters und haken für euch nach. Einfach deinen Mythos via Kontaktformular oder auf Twitter an unsere Formel-1-Spezialisten Christian Nimmervoll und Dominik Sharaf schicken! Die nächsten Folgen sind schon in Planung.

Bisherige Folgen von "Stimmt's wirklich?"

01: Dürfen McLaren-Mitarbeiter im Büro wirklich keine Frühstücksbrote essen?
02: Bestimmte Jean Todt den Ausgang der Rallye Paris-Dakar mit einem Münzwurf?
03: Sah Jacques Villeneuve per Computerspiel die Zukunft der Formel 1 voraus?
04: War Formel-1-Boss Bernie Ecclestone beim großen Postzugraub dabei?
05: Gewann Porsche den Sportwagen-WM-Titel mit Zange und Panzerband?
06: Designte Jacques Villeneuve seinen bunten Helm nach dem Vorbild eines Kleides seiner Mutter?
07: Werden die Gymkhana-YouTube-Videos von Ken Block in einem Take gefilmt?
08: Hatte der Schumacher-Benetton von 1994 eine verbotene Traktionskontrolle eingebaut?
09: Ist es im Privatflieger des McLaren-Bosses Ron Dennis nicht erlaubt, Schuhe zu tragen?
10: Fährt ein Formel-1-Auto mit Sprit von der Tankstelle?
11: Kassierte Eddie Irvine einen Bonus für Schumacher-Titel?
12: Versetzte Patrick Head aus Geldnot seinen privaten Helikopter?
13: War früher im Funk nur das Motorengeräusch zu hören?
14: Wählte Jackie Stewart sein Helmdesign als Hommage an die Punkmode?
15: Räumte Hans-Joachim Stuck immer sein Hotelzimmer auf, falls er stirbt?
16: Trug Alexander Wurz am linken und am rechten Fuß verschiedenfarbige Schuhe?
17: Hieß Alain Prost wegen seines Kalküls der "Professor"?
18: Ging Minardi wegen eines Todesfalls pleite?
19: Gab es in der Toyota-Fabrik Schmutzfänger-Klebestreifen?

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