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59 Punkte Rückstand: Geht da noch was für Sebastian Vettel?

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Formel 1 Malaysia 2017: Verstappen gewinnt trotz Vettel-Show!

Die Rennanalyse aus Sepang: Darum hat Sebastian Vettel im Finish so dramatisch abgebaut - Schonungslose Selbstkritik im Mercedes-Lager: "Sehe nichts Positives"

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Max Verstappen hat sich seinen ersten "echten" Sieg gewünscht, einen, den er nicht wegen einer Mercedes-Kollision erbt wie in Barcelona 2016. Jetzt hat er ihn! Beim 19. und (vorerst?) letzten Grand Prix von Malaysia triumphiert er vor Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo. Mit einer "perfekten" Fahrt, wie Experte Martin Brundle attestiert.
Max Verstappen hat sich seinen ersten "echten" Sieg gewünscht, einen, den er nicht wegen einer Mercedes-Kollision erbt wie in Barcelona 2016. Jetzt hat er ihn! Beim 19. und (vorerst?) letzten Grand Prix von Malaysia triumphiert er vor Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo. Mit einer "perfekten" Fahrt, wie Experte Martin Brundle attestiert.

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel (Ferrari) hat beim Grand Prix von Malaysia vom letzten Platz eine rasante Aufholjagd gezeigt und den Schaden für die Fahrer-WM so in Grenzen gehalten. Strahlender Sieger des Rennens in Sepang war Max Verstappen (Red Bull), der sich am Tag nach seinem 20. Geburtstag den zweiten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere sicherte.

Mann des Rennens war aber Vettel, der vom 20. und letzten Startplatz beinahe noch auf das Podium gefahren wäre. Der Ferrari-Star war schon drauf und dran, Daniel Ricciardo (Red Bull) zu überholen und Dritter zu werden. In den letzten Runden wurde sein Vorwärtsdrang jedoch durch abbauende Reifen und einen unachtsamen Lance Stroll (Williams) empfindlich gebremst, sodass er mit Platz vier vorliebnehmen musste.

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Die kurioseste Szene des Nachmittags passierte nach der Zieldurchfahrt: Vettel hatte in der Auslaufrunde mehr Tempo drauf als Stroll, wollte in einer Linkskurve außen vorbeiziehen. Stroll ließ sich nach außen tragen, und so kam es unweigerlich zur Kollision. Das Ergebnis: An Vettels Ferrari wurde das linke Hinterrad weggefetzt. Ob der Einschlag auch das Getriebe beschädigt haben könnte, wird erst eine Untersuchung zeigen.

Die Meinungen über den Zwischenfall gehen naturgemäß auseinander: "Kann das wirklich sein?", tobte Vettel noch am Boxenfunk. "Stroll schaut nicht, wo er hinfährt. Er ist mir total ins Auto gefahren! Echt jetzt!" Wohingegen Stroll sagte: "Vettel ist mir gerade ins Auto gefahren." Seitens der Rennkommissare lautet das Urteil: "No further action." Was Vettel nicht versteht: "Völlig unnötig. War nicht mein Fehler."

Bis dahin war es für ihn wie am Schnürchen gelaufen. Schon nach der ersten Runde hatte er acht Positionen gutgemacht. Nach neun Runden lag er an neunter Stelle, 25 Sekunden hinter Leader Verstappen. Die beiden Mercedes-befeuerten Williams-Piloten erledigten sich als Problem, weil sie vor Vettel an die Box kamen. Und als er auch noch an Sergio Perez (Force India) vorbei war, lag der Deutsche auf P5.

Valtteri Bottas, der im Mercedes ein farbloses Rennen ablieferte, schnappte sich Vettel durch den früheren Boxenstopp. Den ersten Stint kürzer anzulegen als Ricciardo, obwohl er auf den härteren Reifen gestartet war (wegen Undercut gegen Bottas), sollte sich für ihn rächen. erst mal aber drehte er zwischen der 30. und 45. Runde eine schnellste Rennrunde nach der anderen - und vernichtete so 15 Sekunden Rückstand auf Ricciardo.

Dann die Schlüsselszene, als die beiden bei Start und Ziel auf Fernando Alonso aufliefen. Vettel hatte zunächst, offenbar mit ersten Anzeichen abbauender Reifen, in der Zielkurve vertan, sodass er die geplante DRS-Attacke abbrechen musste. In der ersten Kurve kam dann nur Ricciardo am McLaren vorbei - der Ferrari-Star nicht.

Vettels Reaktion am Funk war emotionsgeladen: "Hey, was für ein F...! Come on, Alonso! Wirklich? Ich dachte, du wärst besser als das." Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko muss im Nachhinein darüber lachen: "Alonso hat uns geholfen", gibt er zu. "Und ich glaube: In der Phase, in der Vettel ganz knapp an Daniel dran war, hat er sich die Reifen überhitzt."

Ab der Alonso-Szene war Vettels Vorwärtsdrang gestoppt. Er verlor Ricciardo, der um zwei Runden frischere (und noch dazu härtere) Reifen drauf hatte, zunächst aus der DRS-Sekunde. In der letzten Runde ging Vettel dann komplett vom Gas, sodass sein Rückstand noch auf 14,8 Sekunden anwuchs. Bitter, wenn man bedenkt, dass der Ferrari in Malaysia das mit Abstand schnellste Auto war.

Ganz im Gegensatz zu Mercedes. Hamilton hat zwar weitere sechs Punkte gutgemacht und führt nun 34 Punkte vor Vettel, aber Malaysia war trotzdem kein erfreuliches Wochenende. Sportchef Toto Wolff bringt's auf den Punkt: "Ich sehe nichts Positives heute. In Wahrheit haben wir 30 Sekunden auf Ferrari verloren." Hamilton nickt enttäuscht: "Der Ferrari war um acht Zehntel schneller als wir, der Red Bull um fünf, sechs Zehntel."

Den möglichen Sieg verlor Hamilton in der dritten Runde. Erst funkte er noch: "Lost de-rate!" Also ein Batterieproblem. Wenig später war Verstappen auch schon vorbei. "Ich musste mich entscheiden", sagt Hamilton, "ob ich gegen ihn kämpfen will und riskiere, dass wir kollidieren. Er hat nichts zu verlieren, ich alles. Also habe ich es ihm nicht besonders schwer gemacht." Red-Bull-Teamchef Christian Horner grinst: "Wir wussten immer, dass Lewis mehr an den Titel denken würde."

Als Verstappen vorbei war, fuhr er an der Spitze ein einsames Rennen. Dass es am Ende kein Red-Bull-Doppelsieg wurde, lag in erster Linie daran, dass Ricciardo bis in die neunte Runde brauchte, um an Bottas vorbeizukommen. "Wenn ich das Rennen wiederholen könnte, würde ich das anders machen", seufzt er. Anders Verstappen: Sein gewonnener Zweikampf gegen Bottas gleich in den allerersten Kurven war im Nachhinein betrachtet rennentscheidend.

Schwester Victoria-Jane, die Verstappens Social-Media-Accounts betreut, kullerten Freudentränen übers Gesicht, als ihr Bruder über die Ziellinie fuhr. Nach Barcelona 2016, wo er von der Mercedes-Kollision profitiert hat, wünschte sich Verstappen nichts sehnlicher als einen Sieg aus eigener Kraft. Den hat er nun. Papa Jos ist stolz: "Nach so vielen Ausfällen hat er das verdient!"

Sein Sieg war nicht zu verhindern. Zwar meldete Verstappen in Runde 18, dass seine Vorderreifen anfangen nachzulassen - aber er fuhr trotzdem schneller als seine Verfolger. Und womöglich wäre es sogar ein Doppelsieg für Red Bull geworden, wenn nicht bei Ricciardo ab Rennmitte ein Teil des Unterbodens auf dem Asphalt geschleift hätte.

Aber was, wäre, wenn zählt in der Formel 1 nicht. Denn sonst hätte auch Kimi Räikkönen (Ferrari) gewinnen können, der aus seinem zweiten Startplatz nichts machen konnte, weil vor dem Start ein Problem im Antriebsbereich auftrat. "Ich bin ziemlich sicher, dass wir ein sehr gutes Auto gehabt hätten", ärgert er sich. Stattdessen blieb sein zweiter Startplatz leer.

Sergio Perez (Force India) wurde mit 1:18 Minuten Rückstand Sechster, Stoffel Vandoorne (McLaren) kam als Siebter schon mit Rundenrückstand ins Ziel. "Das war sicher mein bisher bestes Rennen", freut sich der Belgier. Lance Stroll landete vor Williams-Teamkollege Felipe Massa, obwohl der zwischenzeitlich vor ihm lag. Inklusive Diskussion am Funk, als es nach dem Boxenstopp eng wurde zwischen den beiden.

Für Massa hätte das Rennen übrigens schon in der ersten Kurve vorbei sein können, als er sich mit Esteban Ocon (Force India) und Perez nicht über die Vorfahrt einig wurde. Das kostete Ocon (am Ende Zehnter) wegen eines frühen Reparaturstopps das Rennen. Als sich die beiden später noch einmal auf der Strecke begegneten, funkte Ocon erzürnt: "Er hat mich schon wieder abgedrängt!"

Ocon lag dann an zehnter Stelle, als es zu einer Berührung mit Carlos Sainz (Toro Rosso) kam. "Ein Rennunfall", wie Experte Marc Surer findet. Sainz schied später mit einem Hybridschaden aus. Und Fernando Alonso (11./McLaren) hatte schon wieder Kevin Magnussen (12./Haas) auf dem Kieker: "Hülkenberg hat recht. Er ist wirklich ein Idiot!"

Magnussen zwang im weiteren Rennverlauf auch noch Jolyon Palmer (15./Renault) in einen Dreher. Nico Hülkenberg kam unmittelbar hinter seinem Teamkollegen ins Ziel, weil sich der ungeplante zweite Boxenstopp nicht vermeiden ließ. Sein Nachmittag war von Anfang an verkorkst. Aber als er eine unberechenbare Vorderachse meldete, rätselte das Team: "Wir können in den Daten nichts erkennen."

Pascal Wehrlein (Sauber) kam als 17. ins Ziel und hatte seine große Szene, als er Vettel nach dem Stroll-Crash als Seitenkasten-Passagier zurück in die Box brachte. Ob ihm dafür eine Strafe droht, hat nun die FIA zu entscheiden. Beim bisher letzten Mal (Webber & Alonso in Singapur 2013) kamen die "Übeltäter" mit einer Verwarnung davon ...

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