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Weniger Überholmanöver: Wieso die Formel 1 dennoch zieht

Wie sich das neue Reglement dieses Jahr auf die Überholmanöver ausgewirkt hat und wieso das Fazit trotz weniger Positionsverschiebungen positiv ausfällt

Max Verstappen, Sebastian Vettel
In Silverstone bewies die Formel 1, das Überholen auch 2017 möglich ist
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor der Saison 2017 befürchteten viele Experten ein Jahr ohne große Zweikampf-Action. Der Grund: Die neuen Boliden reagieren durch den zusätzlichen aerodynamischen Abtrieb viel intensiver auf die Luftverwirbelungen des Vordermannes. Zudem sind sie breiter als ihre Vorgänger, was Duelle auch nicht unbedingt vereinfacht.

Die ersten beiden Saisonrennen in Australien und China gaben dann eine gute Kostprobe dessen, inwiefern sich die neue Formel 1 von der alten unterscheidet: 2017 wird weniger überholt, dafür prozentuell öfter ohne DRS. Auf einer Strecke wie im Albert Park, wo das Überholen generell schwierig ist, sorgt das für eine Prozession mit nur 14 Positionsverschiebungen inklusive der Startphase (2016 waren es noch 50), während die Fans auf dem überholfreundlichen Shanghai International Circuit in den Genuss puristischer Rennaction kommen.

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Dieses Jahr gab es in China 52 Positionsverschiebungen auf der Strecke, während es 2016 noch 182 waren. Dafür ist das "Vorbeifahren" mit offenem Heckflügel nicht mehr so verbreitet: Dieses Jahr kam es in Schanghai zu zehn DRS-Manövern, 2016 waren es noch ganze 70.

Anteil der DRS-Manöver halbiert

Auch allgemein ist bei der Analyse der Überholdaten eine klare Tendenz sichtbar: 2017 wird um rund ein Drittel weniger überholt als im Vorjahr, es gibt aber sogar nur halb so viele DRS-Manöver wie in der vergangenen Saison. Die Positionsverschiebungen, die auf das Drag Reduction System zurückgehen, machen nun etwas weniger als ein Zehntel aus. Im Vorjahr war es noch rund ein Drittel.

Und es gibt auch Ausreißer, wie am Wochenende in Silverstone, wo dieses 56 Mal überholt wurde, im Vorjahr hingegen nur 39 Mal. Der neuen Formel 1 können auch die Teamchefs einiges abgewinnen. "Wir hatten dieses Jahr einige fantastische Rennen", schwärmt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost, der sich vor einem Jahr noch äußerst skeptisch über das neue Reglement äußerte.

Reglement wird positiv aufgenommen

"Es stimmt, dass ich damals etwas besorgt war", gibt er zu. "Ich war damals der Ansicht, dass es wegen der Dirty Air und der breiten Reifen schwierig sein würde, dem Vordermann zu folgen, weil die Autos in den Kurven ziemlich schnell sind. Außerdem sind die Bremszonen wegen des zusätzlichen Abtriebes viel kürzer, was es auch schwieriger macht."

Das Ergebnis sorgt beim Österreicher aber für ein gutes Gefühl. Er verweist auf das Stadtrennen in Baku, das dieses Jahr im Vergleich zur Vorjahresporzession "sehr unterhaltsam" war. "Außerdem hat Ferrari Mercedes eingeholt und hält ziemlich erfolgreich dagegen", sieht Tost noch einen weiteren Spannungsfaktor.

Dem stimmt auch Haas-Teamchef Günther Steiner zu: "Auch wir waren skeptisch, aber es könnte eigentlich nicht besser sein. Hoffentlich liefern wir in den kommenden Jahren die gleiche Show. Es war also richtig, diese Reglement-Richtung einzuschlagen, denn die Autos sehen schön aus, sorgen für eine gute Show und die Fans sind denke ich ziemlich zufrieden."

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