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Vor 25 Jahren: Crash Senna/Prost entscheidet WM-Kampf 1990

In der ersten Kurve von Suzuka 1990 rempelte Ayrton Senna Erzrivale Alain Prost von der Piste: Rückblick auf die WM-entscheidende Kollision und die Hintergründe

Die Autos von Alain Prost und Ayrton Senna nach der Startkollision in Suzuka 1990
Die Startkollision in Suzuka 1990 machte McLaren-Pilot Senna zum Weltmeister
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ayrton Senna gegen Alain Prost, McLaren gegen Ferrari, der kompromisslose Vollblutrennfahrer aus Brasilien gegen den abgeklärten "Professor" aus Frankreich: Das Duell um den WM-Titel in der Formel-1-Saison 1990 tobte über mehrere Monate und fand in Suzuka seinen unrühmlichen Höhepunkt. Die Kollision der beiden Erzrivalen nur wenige Sekunden nach dem Start zum Grand Prix von Japan ist eine der am meisten diskutierten Szenen der Formel-1-Geschichte. Diese Szene, und damit die Entscheidung im Kampf um den WM-Titel 1990, ist heute auf den Tag genau 25 Jahre her.

Rückblende: Als der Formel-1-Tross in Suzuka seine Zelte zum vorletzten Rennen einer spannenden und abwechslungsreichen Saison 1990 aufschlägt, hat Senna neun Punkte Vorsprung auf Prost. Weil für einen Sieg neun Punkte verteilt werden, gibt es in Suzuka und zwei Wochen später beim Saisonfinale im australischen Adelaide zusammengerechnet noch 18 Punkte zu gewinnen. Um die Entscheidung in der WM bis zum Finale offen zu halten, muss Prost in Suzuka mehr Punkte als Senna einfahren. Am liebsten würde der Franzose gewinnen - so wie es ihm am Steuer des Ferrari 641 bereits in Sao Paulo, Mexiko-Stadt, Le Castellet, Silverstone und Jerez de la Frontera gelungen ist.

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Auf der anderen Seite ist Senna, der mit dem McLaren-Honda MP4/5B in Phoenix, Monte Carlo, Montreal, Hockenheim, Spa-Francorchamps und Monza gewann, fest entschlossen, die Entscheidung im Kampf um den WM-Titel bereits in Suzuka herbeizuführen. Die Eindrücke der Kollision Senna vs. Prost im Jahr zuvor an gleicher Stelle (damals als Teamkollegen bei McLaren) werden zwangsläufig wieder ins Gedächtnis gerufen. Was sich wenige Sekunden nach dem Start zur 1990er-Auflage des Grand Prix von Japan abspielen sollte, wird als zweites Suzuka-Kapitel der Senna-Prost-Rivalität in die Geschichte eingehen.

Senna ist überzeugt: Pole-Position auf der falschen Seite

Schon vor dem Qualifying beschwert sich Senna darüber, dass sich die Pole-Position rechts befindet - und damit auf der seiner Meinung nach falschen Seite der im Uhrzeigersinn befahrenen Strecke. Zwei seiner engsten Freunde im Starterfeld - McLaren-Teamkollege Gerhard Berger und Landsmann Mauricio Gugelmin, der für Leyton House fährt - leisten Senna Gesellschaft, als er bei der Rennleitung um eine Verlegung der Pole-Position nach links bittet. Doch auf Anweisung von FISA-Präsident Jean-Marie Balestre, der sich an diesem Wochenende nicht in Suzuka, sondern in Paris aufhält, wird der Antrag abgelehnt. Die Pole-Position bleibt auf der rechten Seite.

Nachdem Senna im Qualifying die Pole-Position errungen hat, fasst er für sich selbst einen Entschluss, den Tom Rubython in 'The Life of Senna' mit des Brasilianers eigenen Worten wiedergibt: "Ich sagte zu mir selbst: 'Okay, ich versuche hier saubere Arbeit abzuliefern. Ich versuche, meinen Job bestmöglich zu erledigen. Doch dumme Leute machen diese Arbeit wieder und wieder zunichte.'" Wen Senna damit meint, ist klar: FISA-Präsident Balestre.

Senna ist überzeugt, dass Balestre zwölf Monate zuvor maßgeblich daran beteiligt war, dass er selbst infolge der Kollision mit Prost in der Schikane disqualifiziert wurde. Balestre stritt jegliche Beteiligung an einer WM-Entscheidung am Grünen Tisch ab und verwies auf die Rennkommissare. Das Urteil, Senna zu disqualifizieren, verlas der FISA-Präsident allerdings selbst. Die Begründung lautete damals: Mit dem Auslassen der Schikane beim Wiederanfahren nach der Kollision hat Senna die Strecke abgekürzt.

Startcrash mit Ansage

Vor dem Hintergrund dieser Vorgeschichte stellt sich Sennas weiterer Gedankengang, den er erst im Herbst 1991 offenlegen wird, wie folgt dar: "Wenn Prost am Sonntag den Start gewinnt, weil ich auf der falschen Seite stehe, dann werde ich es in der ersten Kurve drauf ankommen lassen. Er sollte besser nicht vor mir einlenken, denn dann wird er es nicht durch die Kurve schaffen." Genau so kommt es.

"Er sollte besser nicht vor mir einlenken, denn dann wird er es nicht durch die Kurve schaffen."
Ayrton Senna

Der Ferrari mit der Startnummer 1 von Prost kommt auf der sauberen Seite der Strecke von Startplatz zwei besser weg als der von der Pole-Position gestartete McLaren mit der Startnummer 27 von Senna. Kurz vor dem Einlenkpunkt in die erste Kurve, eine mit rund 240 km/h gefahrene Rechts, liegt Prost klar vorn. Nicht nur der Franzose selbst ist der Meinung, dass ihm die Kurve gehört. Doch er hat seine Rechnung ohne Senna gemacht.

Der innen liegende Brasilianer denkt nicht daran, zu bremsen und seinem Erzrivalen den Vortritt zu lassen. Es kommt zur Kollision. Prosts Ferrari gräbt sich nach mehreren Drehern im Kiesbett auf der Außenseite der Kurve ein. Sennas Bolide schlägt nach Geradeausritt durchs Kiesbett in die Reifenstapel ein. Die Rennleitung bricht das Rennen nicht ab und damit steht fest: Senna ist Weltmeister 1990.

Auf dem Weg zurück an die Box wartet Senna einen kurzen Moment lang auf Prost, doch die Meinungen der beiden Kontrahenten über das, was gerade geschehen ist, gehen naturgemäß auseinander. "Er hat es mit Absicht getan", so Prosts erste Reaktion gegenüber den wartenden Journalisten. "Ich habe kein Problem damit, eine Weltmeisterschaft zu verlieren. Ich habe schon viele verloren, aber noch nie eine auf diese Art und Weise." Der Vorwurf des Franzosen an Senna lautet: "Das ist aus Sicht des Sports ganz schlecht. Ich hoffe, dass jeder sehen konnte, dass er nicht ehrlich war."

Sennas Reaktion gegenüber der internationalen Presse: "Es war klar, dass die erste Kurve entscheidend sein würde. Erst recht, nachdem die Offiziellen entschieden haben, dass die Pole-Position nicht auf die Außenbahn verlegt werden kann. Wir hatten dies am Mittwoch offiziell beantragt, so wie wir es in diesem Jahr bereits in Mexiko, Deutschland und Portugal getan hatten. Doch der Antrag wurde abgelehnt. Wäre die Pole außen gewesen, dann bin ich mir sicher, dass der Unfall nicht passiert wäre."

Mit einigen Stunden Abstand gibt Senna am Abend als frischgebackener Weltmeister 1990 zu: "Ich wünschte wirklich, dass es nicht so gekommen wäre, doch das Ganze ist passiert, weil es so passieren musste. Es war ein scheiß Ende der Weltmeisterschaft. Es war weder gut für mich, noch für die Formel 1. Es war das Ergebnis der falschen Entscheidungen."

Keine zweite WM-Entscheidung am Grünen Tisch

FISA-Präsident Balestre, der die WM-entscheidende Kollision im fernen Paris vor dem Fernseher verfolgte, kann anders als im Jahr zuvor nichts tun, um den französischen Nationalhelden Prost am Grünen Tisch zum Weltmeister zu machen. "Im vergangenen Jahr wurde Senna von den Rennkommissaren disqualifiziert, weil er die Schikane abgekürzt hat. Diesmal wurde mir am Telefon gesagt, dass es keine Gründe für eine Disqualifikation Sennas gibt", hat Tom Rubython in 'The Life of Senna' die Aussagen Balestres festgehalten.

Die vor dem Hintergrund der WM-Entscheidung 1990 getätigten Aussagen des im März 2008 verstorbenen Balestre weiter: "Ich glaube, Senna hat diesen Titel aufgrund seiner seit Saisonbeginn gezeigten Leistungen verdient. Ich bedaure es aber, dass er den Titel nicht mit Stil gewonnen hat."

Prost, der die letzte Chance auf den WM-Titel 1990 durch die vieldiskutierte Kollision verlor, gibt 25 Jahre später gegenüber 'Autosport' zu verstehen: "Unterm Strich hätte ich den WM-Titel in jenem Jahr verdient gehabt, doch das ist Teil des Spiels. In dem Moment, als ich zurückgetreten bin, habe ich nicht mehr darüber nachgedacht, welche Titel oder welche Rennen ich hätte gewinnen sollen."

Beim Grand Prix von Japan 1991 befand sich die Pole-Position im Übrigen links und somit auf der Außenbahn...

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