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Parr drohte Ecclestone mit rechtlichen Schritten

Der ehemalige Williams-Vorstandsvorsitzende Adam Parr soll rechtliche Schritte gegen Bernie Ecclestone angedroht haben - Vorwurf auch gegen Monaco-Grand-Prix

Adam Parr und Bernie Ecclestone
Adam Parr und Bernie Ecclestone waren noch nie besonders gute Freunde
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Am 26. März dieses Jahres gab das Williams-Team die Trennung von seinem damaligen Vorstandsvorsitzenden Adam Parr bekannt. Dieser habe aus freien Stücken selbst gekündigt: "Adam verlässt uns im Einvernehmen, um in seinem Leben ein besseres Gleichgewicht zu schaffen", verlautbarte Teamchef Frank Williams. Doch dass der Schritt in Wahrheit ganz andere Hintergründe hatte, wurde von 'Motorsport-Total.com' schon damals exklusiv enthüllt.

Nun scheint sich unser Verdacht dank des uns vorliegenden Börsenprospekts, das die Formel-1-Gruppe im Mai für das im Juni geplante (aber bisher nicht durchgeführte) Initial Public Offering (IPO) an potenzielle Investoren herausgegeben hat, zu bestätigen. Denn darin wird Parr auf Seite 307 (eigentlich 318, wenn man die mehrseitige Einleitung mitzählt) zwar nicht namentlich erwähnt, aber der umstrittene Fall um ihn unter dem Punkt "Streitsachen" dargestellt.

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"Ein ehemaliger Manager eines Formel-1-Teams (auf das die Gruppe keinen Rechtsanspruch hat), der kürzlich von seiner Beschäftigung zurückgetreten ist, hat behauptet, dass seine Position innerhalb des Teams als Folge von Herrn Ecclestones unerlaubter Einflussnahme und 'Missbrauch seiner beherrschenden Stellung' unhaltbar geworden ist", heißt es dort.

Klage wegen Einnahmenentgang?

"Er behauptet, dass Herr Ecclestone gegenüber dem Vorstand des Teams und in den Medien nachteilige Meinungen über die Eignung des Teammanagers in seiner Rolle geäußert hat und dass er dem Team kein Angebot unterbreiten würde, das Concorde-Agreement zu verlängern, solange er in seiner Position ist." Demzufolge "war er gezwungen, seine Beschäftigung zu verlassen, was zu einem Verlust seines Einkommens und seines Minderheitsanteils (1,5 Prozent) am Team führte".

Allerspätestens durch diese Formulierung wird klar, dass es sich bei der beschriebenen Person nur um Parr handeln kann, denn kein anderer Teammanager, der in diesem Jahr aus seiner Funktion geschieden ist, war am arbeitgebenden Team beteiligt. Parr jedoch hielt Anteile an der Williams-Subfirma WGP Trustees, die im Zuge des Börsengangs gegründet wurde, um hochrangige Mitarbeiter auch mit Aktienpaketen an die Firma zu binden. Insgesamt hält WGP Trustees 3,5 Prozent der Williams-Aktien.

Vorwürfe auch in Zusammenhang mit Monaco

Laut Börsenprospekt warf Parr der Formel-1-Gruppe zum damaligen Zeitpunkt auch Unstimmigkeiten in Zusammenhang mit dem Veranstalter des Monaco-Grand-Prix vor. Demnach soll dieser Barauszahlungen an die Teams vorgenommen haben. Die Formel-1-Gruppe weist aber jede Beteiligung an "unangemessenen Zahlungen", wie es in dem Dokument heißt, entschieden zurück.

Parr habe bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Börsenprospekts (21. Mai 2012) noch keine rechtlichen Schritte eingeleitet, "und es ist nicht klar, ob er das beabsichtigt und wenn ja, gegen wen, aber er behauptet, eine Forderung gegen Herrn Ecclestone vorzubereiten". Da jedoch seither mehr als ein halbes Jahr vergangen ist, muss man wohl davon ausgehen, dass es sich Parr anders überlegt hat.

Zumal auch Williams die Darstellung der Formel-1-Gruppe zu unterstützen scheint: "Sein früherer Arbeitgeber hat uns informiert, dass er seine Position freiwillig aufgegeben hat." Außerdem habe Williams bestätigt, dass Parrs Vorwürfe nicht stimmen. Trotzdem hieß es damals im Börsenprospekt: "Herr Ecclestone ist mit ihm in Dialog getreten, um die Angelegenheit zu klären."

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