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Williams-Ironie: Parr weg, Erfolg da

Auch wenn es nur ein unglücklicher Zufall ist: Kaum verlässt Adam Parr das Team, ist sportlicher Erfolg und ein neues Concorde-Agreement da

(Motorsport-Total.com) - Für Adam Parr muss gestern ein merkwürdiger Tag gewesen sein: Kaum hat er das Team verlassen, gewinnt Williams wieder - dabei war das sicher auch ein Verdienst des britischen Juristen, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Williams in der sportlich wie wirtschaftlich schwierigen Post-BMW-Ära überhaupt überleben konnte.

Pastor Maldonado, Toto Wolff und Frank Williams

Vergangenheit und Zukunft: Toto Wolff und Frank Williams feiern gemeinsam

Seit Ende März gehen Parr und Williams getrennte Wege, obwohl Frank Williams den smarten Geschäftsmann noch kurz zuvor als "logischen Nachfolger" bezeichnet hatte. Doch nur wenige Wochen später hatten beide Einfluss verloren: Parr musste in den Verhandlungen um ein neues Concorde-Agreement wohl als "Bauernopfer" gebracht werden, um seinen Intimfeind Bernie Ecclestone zu besänftigen, und Williams übergab seinen Sitz im Vorstand überraschend an Tochter Claire.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Gestern dann die Sternstunde von Barcelona. Ob sich Parr zumindest via SMS gemeldet hatte, konnte Großaktionär Toto Wolff während der Siegesfeiern noch gar nicht sagen: "Ich hatte mein Handy während des Rennens im Büro liegen und habe keine Ahnung, aber ich denke mal, dass Adam ein lachendes und ein weinendes Auge hat. Er hat viele gute Dinge gemacht. Daran muss man an diesem Tag auch denken", findet der Österreicher.

Was auch immer der tatsächliche Grund dafür war, dass Parr das Team verließ, Williams hätte seinen britischen Landsmann aus freien Stücken sicher nie entlassen: "Ich hatte nicht einmal darüber nachgedacht, Adam zu ersetzen", stellt der 70-Jährige gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar. "Vorsitzender war ein Titel, aber in Wahrheit war er Geschäftsführer." Und vor allem, wie man hört, der einzige Williams-Manager, der zum Chef ein persönliches Nahverhältnis hatte.


Fotos: Pastor Maldonado, Großer Preis von Spanien, Sonntag


"Ich bin sehr überrascht und sehr traurig, dass er gegangen ist", bedauert Williams und behauptet, dass Parr die Entscheidung ohne äußere Einflüsse selbst getroffen habe: "Es war Adams Entscheidung, absolut. Ich bin mir sicher, eines Tages wird er mir die Gründe erklären. Ich habe ihn seither nicht mehr gesehen." Und: "Man könnte sagen, Adam hat seine Sache besser gemacht als ich, aber das war ja schließlich auch sein Job."

Parr und das Concorde-Agreement

Zufall oder nicht, aber seit Parr weg ist, ist Williams an Bord, was das neue Concorde-Agreement angeht. "Adam kümmerte sich um das Concorde", sagt Williams. "Da geht es nur um Detailänderungen. Es ist eine Frage der Zahlen. Unterm Strich wollen wir mehr Geld. Adam ist ein guter Rechtsanwalt. Wenn sich Bernie zu viel Geld rausnimmt, müssten wir aufbegehren, aber so machen wir halt einfach weiter wie bisher."

Adam Parr

Unter Adam Parr gelang Williams von 2006 bis 2011 kein einziger Sieg

Seit dem Verlust des Telekommunikations-Unternehmens AT&T hat Williams keinen Titelsponsor mehr, dafür aber andere Großsponsoren wie PDVSA, Randstad, Gillette oder Embratel. "Wir wünschen uns einen Titelsponsor, aber es geht uns gut", beteuert Williams gegenüber 'Motorsport-Total.com' und knüpft daran erneut ein Lob für Parr: "Adam hat einige Deals an Land gezogen. Er ist ein sehr cleverer und sehr, sehr fähiger Geschäftsmann."

Doch die Zukunft von Williams heißt Wolff - und der zeigt Respekt vor der Vergangenheit: "Frank", meint er, "ist eine Ikone und immer noch jemand, von dem man wahnsinnig viel lernen kann, der jeden Menschen kennt und der uns mit Rat und Tat zur Seite steht. Er ist nicht mehr im Vorstand, denn er möchte das langsam übergeben - ohne dass er sich zurückzieht. Er schaut uns auf die Finger, schaut, dass wir alles richtig machen. So beschreibt man das am besten."

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