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Kampf um Platz fünf: Vorteil Mercedes im Update-Rennen

Peter Sauber und Norbert Haug exklusiv über ihr WM-Duell: Warum Sauber das Momentum, Mercedes aber den Faktor Geld auf seiner Seite hat

Nico Rosberg und Kamui Kobayashi
Zwischen Mercedes und Sauber wird in den letzten sieben Rennen hart gekämpft
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nach 13 von 20 Rennen hat das Sauber-Team in der Konstrukteurs-WM nach hinten 37 Punkte Luft zu Force India und sogar 46 zu Williams. Obwohl das noch lange kein Selbstläufer ist, kann man sich für die bevorstehende Übersee-Tournee eher nach vorne orientieren, denn zu Mercedes fehlen nach Sergio Perez' sensationellem Podium in Monza nur noch 26 Punkte. Hätte, wäre und wenn gibt es in der Formel 1 bekanntlich nicht, doch mit einem problemlosen Rennen in Spa-Francorchamps wäre Sauber möglicherweise schon auf Augenhöhe mit dem früheren Partner aus Stuttgart.

Dabei waren die meisten Experten vor Monza davon ausgegangen, dass der Abstand eher wachsen als um sechs Punkte schrumpfen würde. Selbst Peter Sauber gibt gegenüber 'Motorsport-Total.com' zu: "Ich hatte sehr viel Respekt vor dieser Strecke, dass Mercedes da richtig zuschlagen kann. Das konnten wir jetzt umdrehen. Wobei ich nicht gern von Mercedes spreche, sondern es ist einfach dieser fünfte Platz. Wir fahren nicht gegen Mercedes, sondern um den fünften Platz."

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Auf diese Feststellung legt der Schweizer wert, auch wenn Mercedes natürlich situationsbedingt der aktuelle Hauptgegner in der Konstrukteurs-WM ist. Das weiß auch der Sportchef der Stuttgarter, Norbert Haug, dessen Team nach vorne schon 91 Punkte Rückstand auf Lotus hat. Trotzdem will sich Haug nicht nur nach hinten orientieren: "Wir orientieren uns gar nicht. Wir versuchen, so viele Punkte wie möglich zu machen, und dann zählt man zusammen", stellt er klar.

Mercedes unterschätzt Sauber nicht

Sauber nimmt er als Gegner "absolut" ernst, und das nicht nur, aber auch wegen Perez' sensationeller Performance in Monza: "Man kann sich ausmalen, dass das Spiel vielleicht ganz anders aussieht, wenn Perez fünf Plätze weiter vorne steht." Also ist Mercedes nun gefordert, den aktuellen F1 W03 weiterzuentwickeln, um zumindest den fünften WM-Platz nicht zu verlieren. Das wäre nach zwei vierten Plätzen 2010 und 2011 ohnehin schon das schlechteste Abschneiden seit der Übernahme des Weltmeister-Teams von 2009, Brawn.

"Wir werden versuchen, Schritt für Schritt ein bisschen voranzumachen. Es gibt keinen Grund, das groß zu kommunizieren, aber auf der Rennstrecke muss was gehen. Dann sieht man, ob man vorankommt oder nicht", kündigt Haug gegenüber 'Motorsport-Total.com' an und weiß genau: "Wir müssen auf jeden Fall noch einige Schritte machen, wenn wir vorankommen wollen. Das war die letzten vier Rennen nicht ganz so toll."

Vielleicht auch, weil man sich auf das Verstehen der Pirelli-Reifen konzentriert und dabei bewusst auf Updates verzichtet hat. Doch schon diese Woche testet Sam Bird in Magny-Cours das neue Coanda-Auspuffsystem: "Wir haben mit unserem neuen 60-Prozent-Modell viel im Windkanal gearbeitet", verrät Teamchef Ross Brawn, "und dadurch haben wir viel über diesen Typ Auspuffsystem gelernt. Das werden wir diese Woche evaluieren."

Abzielen soll die "ziemlich signifikante" Innovation, die in dieser Saison schon von McLaren, Ferrari und Sauber eingesetzt wurde, vor allem auf eine bessere Traktion in engen Kurven: "Die Auswirkungen dieses Auspuffs spürt man bei niedrigen Geschwindigkeiten stärker als bei hohen", glaubt Brawn - und macht sich Hoffnungen, dass dadurch auch das ewige Problem mit dem zu hohen Reifenverschleiß endgültig kuriert werden kann.

Mercedes plant weitere DRS-Entwicklung

Außerdem legt Mercedes im DRS-Bereich mit einer weiterentwickelten Variante des verstellbaren Heckflügels nach, denn: "Später im Jahr kommen einige Rennen, wo diese Philosophie sehr nützlich sein könnte", macht Brawn den Silberpfeil-Fans Mut und erklärt: "Es ist ein passives System, das nur in bestimmten Kurvenkombinationen funktionieren kann." In Monza war die schnelle Ascari-Schikane der Grund, weshalb Nico Rosberg und Michael Schumacher auf die Innovation verzichteten.

"Es ist nicht für alle Strecken geeignet", gibt Brawn zu. "Es muss feingetunt werden - und das Tuning ist eine Herausforderung. Das neue Doppel-DRS erlaubt, dass der Luftstrom an den Flügeln bei einer bestimmten Geschwindigkeit abreißt, um mehr Höchstgeschwindigkeit zu erzielen. Die Teams müssen aber sicherstellen, dass dieser Punkt höher liegt als die Geschwindigkeit in der schnellsten Kurve der Strecke, weil sonst Anpressdruck verloren wird, wenn er am meisten benötigt wird."

Während Mercedes mit einem kolportierten Jahresetat von über 200 Millionen Euro also noch mit voller Kraft vorausschieben kann, wenn es um die Weiterentwicklung geht, kämpft Sauber (geschätztes Jahresbudget: unter 100 Millionen Euro) zumindest im finanziellen Direktvergleich mit stumpfen Waffen. Auf die Frage von 'Motorsport-Total.com', ob die Schweizer diese Saison noch mehrere große Updates planen, antwortet Peter Sauber kurz und knapp: "Nein."

Von einem kompletten Stillstand könne keine Rede sein: "Die Entwicklungsstufen kommen, wir kennen die. Die sind okay und kommen jetzt für die Übersee-Rennen", kündigt der 68-Jährige an, gesteht aber gleichzeitig: "Das ist dann die letzte. Die Entwicklung wurde eingestellt." Für Singapur und Suzuka plant Sauber noch Neuerungen, danach ist Schluss. Welche Schritte das konkret sind? "Ein Schritt, den man auf der Uhr sehen müsste. Wenn er ankommt, müsste er reichen", entgegnet er gelassen.

Haug hätte Sauber noch mehr zugetraut

Bei Mercedes ist man über die jüngsten Sauber-Performances jedenfalls nicht überrascht: "Die hatten die Pace schon öfter dieses Jahr", so Haug in Monza. "Eigentlich muss man daraus auch mehr machen. Okay, für Spa können sie nichts, aber in Malaysia müssen die mit diesem Speed gewinnen. Es ist ärgerlich, wenn du einen Sieg nicht holst, aber das ist a la bonne heure. Da ist auch Perez zu loben, der gut mit den Reifen umgeht."

"Wir kennen das Team ja. Das hat Substanz, das macht das schon lange", fährt er fort. "Offensichtlich hat es auch den Schlüssel zu den Reifen gefunden, den wir noch nicht gefunden haben. Aber sie sind auch schneller als der Vorjahressieger Red Bull. Die waren vom Speed nicht so, dass wir nicht mitgekommen wären. Wir waren mindestens pari mit Lotus. Ganz klar vor uns war McLaren-Mercedes, aber Ferrari war nicht in einer anderen Welt, wie der Abstand zeigt."

Und so schöpft der Deutsche für das letzte Saisondrittel, das am 23. September in Singapur beginnt, aus der Mercedes-Vorstellung in Monza Zuversicht: "Mit einem besseren ersten Stint hätten wir heute ein paar Punkte mehr machen können. Ich sehe uns nicht als mögliche Sieger, aber das Podium war nicht außer Reichweite - mit einem guten Start und einem Reifensatz, der gut funktioniert. Das muss man eben alles haben", sagt Haug.

"Auf dem Prime-Reifen sah das auf jeden Fall freundlicher aus, was auch streckenspezifisch sein mag", ist ihm klar, dass Monza von der Papierform her eine der besseren Strecken für den Silberpfeil gewesen sein müsste. "Es war ein deutliches Zeichen, dass wir einen vergleichbaren Speed gehen können, zumindest auf so einer Strecke. Das hat sich am Freitag angedeutet und wurde zumindest über zwei Drittel des Rennens wiederholt. Da war der Speed sicherlich nicht schlecht."

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