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Genii plant keinen Teamverkauf an Lotus

07. Februar 2012 - 11:11 Uhr

Die Lotus-Gruppe kauft das Genii-Team, Genii Capital kauft die Lotus-Gruppe: Wie ist der Stand der Dinge hinter den Kulissen des Rennstalls aus Enstone wirklich?

Gerard Lopez
Gerard Lopez kann sich gut vorstellen, die Lotus-Gruppe aufzukaufen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im Vorjahr hieß das Team noch Renault, inzwischen Lotus - aber Eigentümer waren beziehungsweise sind weder der französische noch der britische Automobilhersteller, sondern die luxemburgische Investmentgruppe Genii Capital. Daran wird sich trotz des neuen Namens auch nicht allzu bald etwas ändern.

"Wir wissen, dass wir auf absehbare Zeit 100-Prozent-Eigentümer bleiben werden", stellt Genii-Chef Gerard Lopez klar. Dabei hatte sich die Lotus-Gruppe Ende 2010, als sie zunächst als Hauptsponsor an Bord kam, eine Einstiegsoption zusichern lassen, die jedoch bis heute nicht gezogen wurde. Das hängt möglicherweise mit der veränderten Situation beim Mutterkonzern der Lotus-Gruppe, dem malaysischen Automobilhersteller Proton, zusammen.

Denn die malaysische Regierung hat im Januar 42,7 Prozent von Proton verkauft - unter anderem auch, weil die Lotus-Gruppe in den 16 Jahren ihrer Konzernzugehörigkeit noch nie profitabel war. Also entstand bereits im vergangenen Jahr die Idee, die Lotus-Gruppe zu verkaufen - und am 7. Oktober 2011 enthüllte 'Motorsport-Total.com', dass sich Genii-Chef Lopez gut vorstellen kann, die traditionsreiche Sportwagenschmiede zu übernehmen.

Doch der Übernahmeprozess geriet während der Finanzprüfung durch Genii relativ früh ins Stocken. Das grundsätzliche Interesse ist freilich nach wie vor da: "Lotus ist eine großartige Marke. Wenn es eine Möglichkeit gibt, die Gruppe zu kaufen und erfolgreich zu führen, dann wären wir natürlich interessiert", unterstreicht Lopez. "Und wir tragen die Marke auf unseren Formel-1-Autos, also gibt es eine emotionale Verbindung."

Durch die neuen Proton-Eigentümer (DRB-HICOM) verzögert sich ein möglicher Deal allerdings weiterhin, denn im Unternehmen werden nun klarerweise alle Bereiche genau unter die Lupe genommen. Erst wenn diese Analyse abgeschlossen ist, steht ein Verkauf der Lotus-Gruppe (möglicherweise) wieder zur Diskussion. Lopez: "Sie werden in den nächsten Wochen herausfinden, ob sie verkaufen wollen oder nicht - vielleicht bis Mitte oder Ende März."

Fest steht aber auch, dass der Name des Formel-1-Teams Lotus bleiben wird, selbst wenn die neuen Proton-Eigentümer kein Interesse an einem Engagement in der Königsklasse haben sollten. Denn der Genii-Deal mit der Lotus-Gruppe hat mit Proton per se nichts zu tun. Außerdem wollte Lopez schon immer einen klingenden Namen: "Es war immer klar, dass wir das Team niemals Genii nennen würden", verrät er.

"Es macht aus geschäftlicher Sicht schon Sinn, sich mit einer ikonenhaften Marke zusammenzutun. Wir repräsentieren den Automobilhersteller Lotus und haben auf diese Weise indirekt auch eine Verbindung zum Erbe von Colin Chapman, aber wir würden nie behaupten, seine Nachfolger zu sein. Wir repräsentieren also den Automobilhersteller, und das wird hoffentlich auch so bleiben. Aber wenn nicht, dann ist Lotus immer noch ein starker Name für uns", bekennt Lopez.

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