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Nürburgring: Summe X muss reichen

26. Juli 2011 - 13:50 Uhr

Die Politik hat bereits eine klare Vorstellung vom Ziel der Verhandlungen mit Bernie Ecclestone - Grand Prix von Ungarn als Vorbild?

Nürburgring
Die Zukunft des Nürburgrings wird in den nächsten Wochen verhandelt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - "In Kürze" sollen die Verhandlungen zwischen Bernie Ecclestone und den Verantwortlichen für den Nürburgring hinsichtlich einer Vertragsverlängerung für den Grand Prix von Deutschland beginnen. Bekanntlich lief das bisherige Abkommen des Formel-1-Geschäftsführers mit der Traditionsstrecke in der Eifel mit der Veranstaltung am vergangenen Wochenende ab.

"Ich denke, dass die deutschen Fans auch künftig Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring sehen werden", wird Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) von der 'Bild'-Zeitung zitiert. Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive, bestätigt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Natürlich sind die Grünen gegen Motorsport, aber die Sozialdemokraten sind dafür. Das lässt mich hoffen, dass wir eine Lösung finden werden."

Grüne gegen Subventionen

Das (grün kontrollierte) Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung bleibt jedenfalls bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Subvention der Formel 1 aus öffentlicher Hand: "Eine Finanzierung aus Landesmitteln ist gegenüber dem Steuerzahler nicht gerechtfertigt", soll Ministerin Eveline Lemke laut 'dpa' gesagt haben. Denn klar ist: Ohne Subventionen hat der Grand Prix auf dem Nürburgring keine Zukunft.

Laut Branchenmonitor 'Formula Money' musste der Nürburgring 2009 26 Millionen US-Dollar (rund 18 Millionen Euro) an Ecclestone überweisen. Geht man davon aus, dass diese Gebühr pro Veranstaltung um fünf bis sieben Prozent steigt, dann dürfte der Grand Prix von Deutschland 2011 schon umgerechnet 19 Millionen Euro gekostet haben. Die Streckenbetreiber hoffen, dass diese Grand-Prix-Gebühr auch künftig vom Land Rheinland-Pfalz übernommen wird.

Das will den Preis freilich drücken: "Wir haben in der Koalitionsvereinbarung festgelegt, dass wir mit einer Summe X in die Verhandlung gehen, um die Formel 1 am Nürburgring zu halten", so Roger Lewentz, Minister für Inneres, Sport und Infrastruktur, gegenüber der 'dpa'. "Wir haben natürlich für uns intern eine Obergrenze festgelegt. Ich würde es begrüßen, wenn wir die Formel 1 am Nürburgring halten könnten."

Ungarn kommen billiger davon

Wo diese Obergrenze liegt, lassen die Verantwortlichen vor den Verhandlungen mit Ecclestone natürlich nicht durchsickern, es wird jedoch gemunkelt, dass man eine Grand-Prix-Gebühr auf dem Niveau des Hungarorings akzeptieren würde. Die Ungarn haben laut 'Formula Money' im Jahr 2009 nur 20,6 statt 26 Millionen Dollar für die Formel 1 bezahlt. "Der Vertrag in Ungarn ist definitiv etwas günstiger", erklärt eine Sprecherin der Nürburgring GmbH.

Die Landesregierung hat für 2011 einen Verlust von 13,5 Millionen Euro einkalkuliert. Der rot-grüne Kompromiss wird wahrscheinlich so aussehen, diesen Verlust möglichst zu minimieren, aber nicht zwingend komplett auszuschalten. So oder so ist man auf das Entgegenkommen von Ecclestone angewiesen, der als knallharter Verhandlungspartner gilt und nicht unter Druck steht, da er in vielen anderen Ländern lukrativere Alternativen hat.

"Ich weiß es nicht", antwortet er auf die Frage, ob der Grand-Prix-Zirkus 2013 wieder an den Nürburgring kommen wird. "Wir würden gerne hier bleiben und sind bereit, einen langfristigen Vertrag zu unterschreiben. Es liegt an ihnen." Ihm persönlich liegt das Eifelrennen auch wegen der großen Tradition am Herzen: "Nach Nikis Unfall (Lauda, 1976; Anm. d. Red.) wurde es abgesagt, aber wir haben es wieder auf Kurs gebracht. Es wäre schlecht, das Rennen zu verlieren."

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