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Gastfahrer in der Formel 1? Haug winkt ab...

14. Oktober 2009 - 18:07 Uhr

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hält nichts von der Idee, ein permanentes Auto für Gastfahrer wie Sébastien Loeb zu reservieren

Sébastien Loeb
Viele fiebern dem möglichen Gaststart von Sébastien Loeb entgegen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix der Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi könnte Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb für Toro Rosso seine Formel-1-Premiere geben. Der Citroën-Werksfahrer, dessen Arbeitgeber genau wie Toro Rosso von Red Bull unterstützt wird, hat aus diesem Grund erst unlängst ein GP2-Auto getestet.

Auf diese Weise wollte sich Loeb, der auch schon einen Formel-1-Red-Bull getestet hat, für einen etwaigen Gastauftritt beim Saisonfinale am 1. November in Schuss bringen. Doch weil er bei weitem nicht der einzige Motorsport-Superstar ist, den das Abenteuer Formel 1 reizt, wurde zuletzt der Gedanke aufgegriffen, ein permanentes Gastauto abzustellen, das keine WM-Punkte sammeln darf und für Piloten wie Loeb, Valentino Rossi, Michael Schumacher und Co. reserviert wird.

Keine Chance für Gastfahrer?

Doch Norbert Haug geht an das Thema prominente Gastfahrer weniger euphorisch heran als zahlreiche Motorsportfans auf der ganzen Welt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas Formel-1-Standard sein soll - und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Gastfahrer - welcher auch immer es sein mag - eine Chance hat, gut auszusehen", entgegnete der Mercedes-Sportchef im Rahmen einer Telefonkonferenz auf eine Frage von 'Motorsport-Total.com'.

Haug untermauerte seine Argumentation mit einem ganz aktuellen Beispiel: "Giancarlo Fisichella ist bei Ferrari mehr als ein Gastfahrer, aber das Beispiel zeigt, wie schwer man sich tut, wenn man in ein ungewohntes Umfeld kommt. Das ist immer der Mensch, der in Spa noch mit dem Force India auf die Pole-Position gefahren ist und absolut siegfähig war. Selbst so einem Profi fällt der Wechsel des Umfelds schwer, wie man gesehen hat."

"Deshalb glaube ich nicht, dass die Variante Gastfahrer von Erfolg gekrönt sein sollte, denn wenn die Leute was sehen wollen, dann sicherlich einen Gastfahrer, der von Anfang an in aussichtsreicher Position mitfahren kann", so der Deutsche, der übrigens mitteilte, bisher noch nichts von derartigen Plänen gehört zu haben: "Ich kenne diesen Plan nicht. Ich habe davon gelesen, aber ich weiß ehrlich gesagt nichts Näheres."

Interessante PR-Möglichkeiten

Luca di Montezemolo
Einer der größten Verfechter eines dritten Fahrzeugs: Luca di Montezemolo
© xpb.cc

Bekanntlich setzt sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo schon seit einiger Zeit für ein drittes Auto pro Team ein - eben um ein Cockpit für Fahrer wie Rossi oder Schumacher zu haben. Nur wenige glauben jedoch an eine Umsetzung dieser Idee. Wahrscheinlicher wäre da schon ein einziges Fahrzeug für Gaststarter, das auf Basis eines Topautos von einer neutralen Crew eingesetzt werden könnte - ähnlich wie früher das VIP-Auto im Porsche-Supercup.

Diese Idee wäre auch in kommerzieller Hinsicht interessant, weil der Gaststarter je nach Popularität viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Auf diese Weise könnte die Formel 1 ihren Seriensponsoren wie LG zu deutlich mehr Markenpräsenz als bisher verhelfen und dementsprechend einen höheren Preis verlangen. Davon würden unterm Strich alle Teams profitieren, weil sämtliche Einnahmen bekanntlich aufgeteilt werden...

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