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Offiziell: McLaren-Mercedes legt Protest ein

23. Oktober 2007 - 19:05 Uhr

Kimi Räikkönens WM-Titel hängt weiter an einem seidenen Faden, denn McLaren-Mercedes legt gegen das Resultat in Brasilien Protest ein

FIA-Garage im Parc Fermé
Das BMW Sauber F1 Team und Williams bangen um ihre Punkte aus São Paulo
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das McLaren-Mercedes-Team hat seine Ankündigung von São Paulo wahr gemacht und gegen das Resultat des Brasilien-Grand-Prix Protest eingelegt. Damit bleibt auch der Ausgang der Weltmeisterschaft vorerst provisorisch - und Kimi Räikkönen muss weiter um seinen auf der Strecke errungenen Titel zittern.

Was war passiert? Die Autos von Nico Rosberg (4.), Robert Kubica (5.), Nick Heidfeld (6.) und Kazuki Nakajima (10.) fielen bei der technischen Abnahme auf, weil die Benzintemperatur zwischen zwei und vier Grad unter dem im Reglement festgesetzten Toleranzlimit lag. Dies bringt einen theoretischen Leistungsvorteil von bis zu zehn PS, so ein Insider im Fahrerlager am Wochenende in São Paulo.


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Unterschiedliche Angaben zur Außentemperatur

Die Rennleitung um Chefkommissar Tony Scott-Andrews schaute über den Bericht des Technischen Delegierten der FIA, Jo Bauer, in dem der Regelverstoß festgehalten wurde, jedoch hinweg - mit der Begründung, dass die Außentemperaturangaben variierten. Die offizielle FOM-Messung lag nämlich bei 37 Grad, während die Messung des meteorologischen Instituts Meteo France, der die meisten Teams Vertrauen, weniger besagte - womit die Toleranzen eingehalten worden wären.

McLaren-Mercedes hat gegen diese Entscheidung nun wie angekündigt offiziell Protest eingelegt; genauer gesagt erfolgte die offizielle Mitteilung an die FIA wie im Protokoll vorgesehen über den britischen Motorsportverband RAC-MSA, mit dessen nationaler Lizenz das Team in der Formel 1 an den Start geht. Nun muss das Internationale Berufungsgericht der FIA den Protest annehmen, anschließend wird es zu einer Berufungsverhandlung kommen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Das McLaren-Mercedes-Team ließ dazu ausrichten: "Die Bedeutung und das Timing dieser Angelegenheit ist natürlich bedauerlich. Das Team möchte auf der Strecke Rennen und Weltmeisterschaften gewinnen. Wenn es aber eine Irregularität gegeben hat, was nicht der Fehler des Teams ist, dann sollte dies gründlich untersucht werden, um sicherzustellen, dass die Regeln eingehalten werden. Wir glauben, dass die FIA dies voll unterstützen wird."

Keine Unterstellung von Betrugsabsichten

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton möchte den Titel nicht nachträglich am Grünen Tisch gewinnen
© xpb.cc

Man habe "keine Zweifel" an der Integrität der beiden betroffenen Rennställe, sondern McLaren-Mercedes vermutet vielmehr, dass der Regelverstoß unabsichtlich durch einen operativen Fehler entstanden ist. Aber: "Wir finden, dass die FIA ergründen soll, ob es einen Regelverstoß gegeben hat oder nicht, und das Team wird den Prozess und jede Entscheidung, die schlussendlich getroffen wird, voll akzeptieren."

Für den Ausgang der Weltmeisterschaft ist dieser Protest insofern von allergrößter Bedeutung, weil Lewis Hamilton theoretisch nachträglich vom siebenten auf den vierten Platz aufrücken könnte, sollten die drei betroffenen Autos, die vor ihm klassiert sind, aus der Wertung genommen werden. Damit hätte der Brite in der Endabrechnung 112 statt 109 Punkte auf seinem Konto - und wäre zwei Punkte vor Räikkönen Formel-1-Weltmeister 2007.

Allerdings ist nicht gesagt, dass es tatsächlich so kommen wird, selbst wenn der Protest Erfolg haben sollte, denn es obliegt dem Berufungsgericht, darüber zu entscheiden, ob die nachfolgenden Autos im Falle einer Disqualifikation aufrücken oder nicht. Theoretisch könnten dem BMW Sauber F1 Team und Williams auch nur die Konstrukteurs, nicht aber die Fahrerpunkte aberkannt werden - ein vergleichbarer Präzedenzfall aus dem Jahr 1995, übrigens ebenfalls in Brasilien, liegt vor.

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