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Fuji 1976: Warum Hunt wirklich Weltmeister wurde

02. Oktober 2007 - 09:17 Uhr

Daniele Audetto erinnert sich ans WM-Finale 1976 zurück und erklärt seine Theorie, warum James Hunt anstelle von Niki Lauda Champion wurde

James Hunt und Niki Lauda
James Hunt (im Cockpit) und Niki Lauda waren 1976 die großen WM-Kontrahenten

(Motorsport-Total.com) - Vor 31 Jahren, am 24. Oktober 1976, ging Niki Lauda als WM-Führender ins Saisonfinale. Der Österreicher hatte drei Punkte Vorsprung auf seinen Kontrahenten James Hunt, obwohl er nach seinem lebensbedrohenden Feuerunfall am Nürburgring die Rennen in Österreich und den Niederlanden auslassen hatte müssen.

Lauda sicherte sich in seinem Ferrari 312T2 mit einer Zeit von 1:13.08 Minuten den dritten Startplatz, war damit nur unwesentlich langsamer als Hunt im McLaren-Ford M23 (1:12.80 Minuten). Auf Pole Position stand bei der Japan-Premiere der Königsklasse des Motorsports Mario Andretti auf Lotus, der mit dem WM-Ausgang aber nichts mehr zu tun hatte. Dafür mischte sich das Wetter ins Duell zwischen Lauda und Hunt ein.

Bedingungen wie am vergangenen Wochenende

Am Sonntag schüttete es nämlich nicht nur wie aus Eimern - am vergangenen Wochenende fühlten sich manche an 1976 erinnert -, sondern es war auch noch neblig, so dass die Fahrer kaum ein paar Meter sehen konnten. Angesichts der damals noch viel heikleren Sicherheitssituation als heute wollten einige Teilnehmer auf ihren Start verzichten, doch das schmeckte Bernie Ecclestone gar nicht, der Probleme mit dem Veranstalter bekommen hätte, wenn zu wenig Autos auf dem Grid gewesen wären.

Also verständigten sich die Unwilligen laut Aussage des damaligen Ferrari-Teammanagers Daniele Audetto - in gleicher Funktion ist er inzwischen für Super Aguri tätig - auf ein Gentlemen's Agreement, welches besagte, dass all jene, die fahren wollen, eben fahren, während alle anderen zwar in den Grand Prix gehen, aber nach ein bis zwei Runden an die Box kommen und aussteigen. Lauda, Emerson Fittipaldi, Carlos Pace und Larry Perkins hielten sich daran.

Hunt, der eigentlich auch reinkommen wollte, witterte aber offenbar plötzlich seine große Chance: "Wir hatten dank Bernie ein Agreement, nach der ersten Runde anzuhalten. Emerson Fittipaldi hielt an, Lauda hielt an und Carlos Pace hielt an", erinnerte sich Audetto am vergangenen Wochenende bei einem Fototermin jener Protagonisten, die schon vor 30 Jahren in Fuji waren. "Aber Hunt hörte auf den McLaren-Boss, der ihm sagte: 'Scheiß auf Ferrari, fahr weiter!'"

Keine schlechten Augen, keine Angst

Daniele Audetto
Daniele Audetto hat seine eigene Version davon, was 1976 in Fuji passiert ist
© xpb.cc

Nach dem Rennen - Hunt wurde mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister - kursierten alle möglichen Theorien über Laudas Rückzug; eine davon war, dass er bei der schlechten Sicht nicht gut genug gesehen haben könnte, weil seine Augen beim Nürburgring-Unfall in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Aber Audetto stellte klar: "Mit den Augen hatte es nichts zu tun, auch nicht mit Angst. Starten und stehen bleiben, das war der Deal. Hunt hätte nie Weltmeister werden sollen!"

Ob Audettos Version der Dinge hundertprozentig dem entspricht, was damals geschehen ist, ist aber eine ganz andere Frage und wird von einigen Zeitzeugen bestritten. Aber als Ferrari-Teammanager müsste er es eigentlich besser wissen. Nur: Wenn es tatsächlich so war, wieso hat dann Lauda so lange geschwiegen und bis heute nicht ausgepackt? Aber vielleicht klärt er uns ja bald selbst auf, was an jenem 24. Oktober 1976 wirklich geschah...

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