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Muller fordert Veränderungen am Punktesystem

Ex-Champion Yvan Muller sieht im Punktesystem der WTCC einen Grund, weshalb er 2012 nicht Weltmeister wurde, und fordert eine Veränderung

(Motorsport-Total.com) - Mehr als neun Saisonsiege hat in der WTCC noch niemand eingefahren. Doch selbst diese neue Bestleistung hat Yvan Muller in diesem Jahr nicht gereicht, um seinen WM-Titel ein weiteres Mal zu verteidigen. Deshalb kritisiert der Franzose nun das Punktesystem, das Siege im ersten Rennen genau gleich belohnt wie Siege im zweiten Rennen - ungeachtet der jeweiligen Ausgangslage.

Yvan Muller

Nachdenklich: Neun Saisonsiege 2012, doch Weltmeister ist Yvan Muller nicht Zoom

Denn im ersten Lauf eines Rennsonntags gehen die Piloten in der Reihenfolge an den Start, wie sie tags zuvor in der Qualifikation ermittelt wurde. Im zweiten Lauf treten die Top 10 aus dem zweiten Abschnitt der Qualifikation jedoch in umgekehrter Reihenfolge an. Wer also im Qualifying auf die Pole-Position gefahren ist, hat im zweiten Rennen das größte Handicap. Und das stört Muller massiv.

"Die Situation ist nicht normal", wird der dreimalige Tourenwagen-Weltmeister von 'Autosport' zitiert. Er klagt: "Ich habe in diesem Jahr neun Rennen gewonnen. Ich war der Schnellste, habe eine gute Leistung erbracht, bin aber nicht der Weltmeister." In der Tat: Muller hat mit Abstand die meisten Siege in den ersten Rennen eingefahren, nämlich sieben an der Zahl. Also beinahe 60 Prozent!


Fotos: WTCC-Siegerehrung in Macao


Rob Huff, Mullers Chevrolet-Markenkollege und Weltmeister 2012, ist dagegen der erfolgreichste Sieger der zweiten Rennen. Er brachte es in der abgelaufenen Saison auf vier Erfolge, während Muller nur zweimal im zweiten Lauf siegreich war. Und Privatfahrer Stefano D'Aste (Wiechers-BMW) kam - begünstigt durch die umgekehrte Top-10-Reihenfolge - 2012 gleich zu zwei Laufsiegen.

Deshalb glaubt Muller, dass das erste Rennen eines Wochenendes (Fotostrecke: WTCC Backstage - Macao) grundsätzlich höher zu bewerten ist als das zweite Rennen. Was andere Meisterschaften auch so umsetzen: In der GP2-Nachwuchs-Serie werden für das Sprintrennen mit umgekehrter Reihenfolge weniger Punkte vergeben als für das Hauptrennen, das sich am Qualifying orientiert. Etwas dergleichen schwebt wohl auch Muller vor.

Die meisten Saisonsiege 2012 (24 Läufe):
9 - Yvan Muller (Chevrolet)
6 - Alain Menu (Chevrolet)
5 - Rob Huff (Chevrolet)
2 - Stefano D'Aste (Wiechers-BMW)
1 - Norbert Michelisz (Zengö-BMW)
1 - Gabriele Tarquini (Lukoil-SEAT)

Die meisten Saisonsiege im ersten Rennen (12 Läufe):
7 - Yvan Muller (Chevrolet)
3 - Alain Menu (Chevrolet)
1 - Rob Huff (Chevrolet)
1 - Gabriele Tarquini (Lukoil-SEAT)

Die meisten Saisonsiege im zweiten Rennen (12 Läufe):
4 - Rob Huff (Chevrolet)
3 - Alain Menu (Chevrolet)
2 - Yvan Muller (Chevrolet)
2 - Stefano D'Aste (Wiechers-BMW)
1 - Norbert Michelisz (Zengö-BMW)

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